Mikrokosmus: Ideen zur Naturgeschichte und Geschichte der Menschheit, Volume 2 (Google eBook)

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S. Hirzel, 1878 - Microcosm and macrocosm
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Page 201 - Welt erst lebendig; keine Gestalt ist so spröde, in welche hinein nicht unsere Phantasie sich mitlebend zu versetzen wüßte.
Page 437 - Man ist nicht zusriedengestellt durch das einsame Zusammenleben mit einem Zweiten; man will ihn in seinem Verhalten zu einem Dritten beobachten und sich selbst von ihm in dem eigenen Verhalten zu diesem Dritten beobachtet wissen ; man will endlich, daß das eigene Wechselwirken von einer beseelten Umgebung gesehen und anerkannt werde, und völlig unbekannt genießen gilt sast so viel als nicht sein.
Page 271 - Entwickelung, sondern überhaupt jede Anlage zu der Gestaltung des nächsten Augenblickes wird erst in dem jetzigen Augenblick durch den vorhandenen Gesammtzustand und die Summe der neu einwirkenden Bedingungen hervorgebracht. Aber so gewiss auch jeder zweite Schritt der Entwickelung nur dadurch gelingt, dass der bildsame Keim sich so, wie er durch den ersten Schritt verändert worden ist, der mitbestimmenden Kraft der Reize von neuem darbietet, so haben wir dennoch ein Recht, die ganze Reihenfolge...
Page 389 - Behauptung wagen, daß sür das weibliche Gemüth die Wahrheit überhaupt einen andern Sinn hat, als sür den männlichen Geist. Den Frauen ist alles Das wahr, was durch die vernünstige Bedeutung gerechtsertigt wird, mit der es sich in das Ganze der übrigen Welt und ihrer Verhältnisse einsügt; es kommt weniger daraus an, ob es zugleich reell ist.
Page 9 - ... nicht mit jener Beschwichtigung aus, zuzugeben, daß neben dem mechanischen Verlause der Natur, und sreilich mitten in ihm, sich die ideale Bedeutsamkeit nur auch vorsinde ; vielmehr wird jede Ansicht der Welt, die sich abzuschließen sucht, sich irgend eine bestimmte Vorstellung über das Verhältniß bilden müssen, in welchem in der Natur der vorbildende Gedanke zu den arbeitenden Ursachen seiner nachbildlichen Verwirklichung stehen soll.
Page 321 - ... Man betrügt sich theoretisch um das Beste der Lust, wenn man meint, sie könne irgendwo darin bestehen, daß man an etwas, wie man wohl zu sagen pflegt, seine Freude oder sein Vergnügen habe. Es ist gar nicht so, daß wir zuerst eine...
Page 320 - Handelns vorzeichnen, stehen zu der Erzeugung der Güter in einem viel unmittelbareren Verhältnisse. Niemand wird nämlich wagen, Lust in jeder Form oder Lust um jeden Preis als das zu billigende Ziel des Strebens auszustellen ; aber nicht nur das sittliche Gewissen, sondern auch die logische Unmöglichkeit dieses Satzes würde uns an seiner Anerkennung hindern. Lust an sich ist ein unvollständiger Gedanke, so lange das nicht mit erwähnt wird, was in ihr genossen wird. Ich meine nicht sosort den...
Page 153 - Inhaltes schien uns der Seele angeboren zu sein, als die nackte Fähigkeit allein, durch Empsindungen sich selbst zu erhalten ; jede augenblickliche Lage des Vorstellungslauses schien uns zwei Folgen zu haben : die eine berechenbare, die sie vermöge der mechanischen Gesetze des inneren Lebens überall, in jeder Seele gleichartig verlangen konnte; eine andere unberechenbare, die aus der weiteren Einwirkung dieser ersten Folge selbst aus die Eigenthümlichkeit gerade dieser Seele hervorging.
Page 382 - Bewegung der Speiseröhre, die den Bissen im Munde stocken macht, zeigen, wie auch die leibliche Organisation symbolisch ein Verschmähtes, unter dessen Drucke sie seufzt, auszustoßen versucht.
Page 314 - Fragen wir daher noch nicht nach den Idealen, welche das Handeln bestimmen sollen, sondern nach den Kräften, die es allenthalben wirklich in Bewegung setzen, so können wir nicht leugnen, daß das Trachten nach Festhaltung und Wiedergewinn der Lust und nach Vermeidung des Wehe die einzigen Triebfedern aller praktischen Regsamkeit sind.

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