bd. Ludwig Feuerbach's philosophische charakterentwicklung. Sein briefwechsel und nachlass. 1820-1850.- 2. bd. Ludwig Feuerbach's briefwechsel und nachlass. 1850-1872 (Google eBook)

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C. F. Winter, 1874
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Page 219 - ... dem Recht und Anspruch, eine zweite Wahrheit, etwa Religionswahrheit usw. zu sein, bestehe; tausendjährige Formen, Anschauungsweisen, die von der ersten natürlichen Schöpfung an durch die ganze Geschichte hindurch als Grundlagen sich durchziehen, müssen, da die Erkenntnis ihrer Nichtigkeit und Endlichkeit gekommen, wenn auch noch nicht offenbar geworden ist, verschwinden, und alles wird Idee und Vernunft werden. Es gilt jetzt einen neuen Grund der Dinge, eine neue Geschichte, eine zweite...
Page 219 - Insichsein an, sondern darauf an, die bisherigen weltgeschichtlichen Anschauungsweisen von Zeit, Tod, Diesseits, Jenseits, Ich, Individuum, Person und der außer der Endlichkeit im Absoluten und als absolut angeschauten Person, nämlich Gott usw., in welchen der Grund der bisherigen Geschichte und auch die Quelle des Systems der christlichen sowohl orthodoxen als rationalistischen Vorstellungen enthalten ist, wahrhaft zu vernichten, in den Grund der Wahrheit zu bohren...
Page 101 - Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist, seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott : Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochene Selbst des Menschen, die Religion die feierliche Enthüllung der verborgenen Schätze des Menschen, das Eingeständnis seiner innersten Gedanken, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse...
Page 89 - Mit Stürmen sich herumzuschlagen Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen." Dazu nehme man nun noch den Umstand, dass der Empiriker Alles auf die breiten Schultern der brutalen Kausalität ladet und immer von dem Unbedingten, sei es „Schöpfungswerk", sei es „Materie" anhebt, um den Menschen ab ovo, vom Ei und vom Ei des Eies an zu kons.truiren , womit zuletzt doch nur...
Page 218 - Es wird und muß endlich zu dieser Alleinherrschaft der Vernunft kommen. Die Philosophie, die seit Jahrtausenden an ihrer Vollbringung und Verwirklichung arbeitete, aber stufenweise aufsteigend das Ganze, das All (oder wie man es bezeichnen will) immer in eine besondere Bestimmtheit, in einen bestimmten Begriff einfaßte und damit notwendig immer ein andres (sei's nun eben die Bestimmtheit und das Dasein selbst überhaupt, sei es die Religion oder die Natur oder das Ich usw) außer sich liegen ließ...
Page 112 - Anfang und Ende bildet die Theologie, in der Mitte steht die Philosophie, als die Negation der ersten Position, aber die Negation der Negation ist die Theologie.
Page 76 - Die Philosophie ist die Wissenschaft der Wirklichkeit in ihrer Wahrheit und Totalität; aber der Inbegriff der Wirklichkeit ist die Natur (Natur im universellsten Sinne des Wortes).
Page 219 - Ganzen ausdrückte, muß nun endlich auch dies bewirken, daß nicht mehr ein Zweites oder Andres, etwa mit dem Scheine oder dem Recht und Anspruch, eine zweite Wahrheit, etwa Religionswahrheit usw zu sein, bestehe. Tausendjährige Formen, Anschauungsweisen, die von der ersten natürlichen Schöpfung an durch die ganze Geschichte hindurch als Grundlagen sich durchziehen, müssen, da die Erkenntnis ihrer Nichtigkeit und Endlichkeit gekommen, wenn auch noch nicht offenbar geworden ist, verschwinden,...
Page 403 - Herr v. Schelling umgekehrt sagen: Was ich im Alter wünsche, das hatte ich in der Jugend in Fülle - Ehre, und was mehr ist als Ehre, Namen, das Vertrauen anderer zu mir und meinem Talente. Schelling ist nicht nur von andern gerichtet, er hat sich selbst gerichtet, sich selbst prostituiert. Das nicht zu Erklärende ist, wie er zu diesem Ruhm gelangte, dem Ruhm eines Genies, einer Originalität und Produktivität, da er doch nur die Gedanken anderer wiedergegeben hat.
Page 430 - Sinne keine Religion ist, gerade das ist die erste, ursprüngliche Religion. Der Geist, den die Idealisten überall zum ersten Wesen machen, woraus sie Alles ableiten, hat bei der Genesis der Religion nur die Bedeutung, die Rolle des Erklärers, nicht die des Autors. Das Erste ist, dass der Mensch ein sinnliches, physisches Wesen ist, das seine Entstehung und Erhaltung der Natur verdankt.

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