Hamann's Schriften, Volume 3 (Google eBook)

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G. Reimer, 1822 - Philosophy, German
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Page 75 - Geduld! Geduld! Lassen Sie sich die Zeit nicht lang werden nach Licht. Der Tod ist der große Lehrer, den wir uns wünschen, wenn wir um Licht schreien. Wenn er Sonne und Mond auslöscht unserm irdischen und fleischlichen Auge, die kein ander Licht als das erschaffene erkennen wollen, so wird ein höheres, geistiges, ewiges Licht aufgehen, wo alle Flecken zu Sonnen und alles gemalte Licht hier zu Schatten werden wird.
Page 87 - Stück zu liefern, das durch so feine Empfindungen, durch so flüchtige Gedanken, durch so schnelle Bewegungen der Seele, durch so unmerkliche Beziehungen verbunden ist, daß es ganz ohne Verbindung und besonders für diejenigen ohne Verbindung zu sein scheint, die nicht dazu gemacht sind, in den nämlichen Umständen das nämliche zu empfinden?
Page 435 - Genuß seines i^uliri zu betrüben , ihre Muße und Talente vielmehr zu vollendeten Werken sammeln und erhalten, und die Verdienste eines Winkelmann um den Ruhm seines Vaterlandes, um die Lau» terkeit und Macht der deutschen Sprache, um die Wiederherstellung des griechischen und at, tischen Geschmacks an weiser Ruhe, sittsamem Nachdruck, sorgfältiger NachMigkeit, ungezwun» gener Würde usw übertreffen möchten.
Page 217 - Mag. Kant hält jetzt ein ,,Collegium über Mathematik und physische Geographie für den ,, General Meyer und seine Officiere, das ihm viel Ehre und „Nutzen bringt; er speist fast täglich dort und wird mit einer „Kutsche zu seinen Vorlesungen abgeholt. Durch einen Strudel „gesellschaftlicher Zerstreuungen fortgerissen, hat er eine Menge „Arbeiten im Kopfe: Sittlichkeit — Versuch einer neuen „Metaphysik — einen Auszug seiner Geographie, und eine Menge „kleiner Ideen, von denen ich...
Page 371 - Zeit; lohnt es um so eine Rahel, so lange zu dienen, um nachher einen Korb zu bekommen. — Die Lettische Sprache — ich hätte sie hier längst anfangen können, wenn ich zu irgend einer Sache, in der Welt Lust hätte, u. DorfPastor zu werden, noch am wenigsten.
Page 192 - Die Ungebundenheit der herrschenden Sitten und die Freigeisterei muß durch die Freiheit der Presse' theils sich selbst verrathen und in ihr eigen Schwert fallen, theils die Nacht der Unwissenheit verkürzen und den Anbruch des Tages beschleunigen, auf den wir alle warten.
Page 24 - Schwäche dieses Autors. Wer ihn mit Nutzen lesen und von ihm lernen will, der muß ihn mit mehr Gleichgültigkeit ansehen, als er den Breitinger. Wehe dem, der solche Köpfe nachahmen will! Wehe dem, der sich untersteht, sie anzugreifen, ohne sich eine Uebcrlegenheit mit Recht anmaßen zu können!
Page 189 - Man muß mit eben so viel Vertrauen sich dem Strome der Umstände, als dem Strome der Leidenschaften überlassen, wenn Gott mit uns und unser Leben in ihm verborgen ist." „Der auch da war, da ich mir in die Hölle bettete, und mir die Schande der Muße überwinden half, wird mir jetzt in der Gefahr der Geschäfte ^) ebenso gegenwärtig sein.
Page 54 - Liebe lernt, die Klugheit ist kalt. Man muß ein Genie sein, um den Krieg der Elemente in der kleinen Welt zu ihrer Erhaltung regieren zu können. Der Glaube ist aber nicht jedermanns Ding.
Page 116 - Pantomime"*"): ^Die Wolken sind das, was sie sein sollen. Eingebung und Gelehrsamkeit sind zwei stolze Pferde, zwei Hengste, die ich hier"') zum Gespann gemacht*"). Die Kunst kann nicht mehr übertrieben werden, als ich es hier getan, wer Lust hat, es von dieser Seite zu beurteilen. Das Genie kann nicht unbändiger sein, als ich es mir hier erlaubt.

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