Lesebuch für deutsche lehrerbildungsanstalten, Volume 3 (Google eBook)

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E.F. Thienemann, 1905
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Page 299 - Denn er war unser! Mag das stolze Wort Den lauten Schmerz gewaltig übertönen ! Er mochte sich bei uns im sichern Port Nach wildem Sturm zum Dauernden gewöhnen. Indessen schritt sein Geist gewaltig fort Ins Ewige des Wahren, Guten, Schönen, Und hinter ihm, in wesenlosem Scheine, Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine.
Page 307 - Bäche schmiegen Sich gesellig an. Nun tritt er In die Ebne silberprangend, Und die Ebne prangt mit ihm, Und die Flüsse von der Ebne Und die Bäche von den Bergen Jauchzen ihm und rufen: Bruder! Bruder, nimm die Brüder mit, Mit zu deinem alten Vater, Zu dem ew'gen Ozean, Der mit ausgespannten Armen Unser wartet, Die sich, ach!
Page 330 - Seel und Leib sich trennen, wird ihn sein Meineid brennen." — „O Mutter, Mutter! Hin ist hin! Verloren ist verloren! Der Tod, der Tod ist mein Gewinn! O war ich nie geboren! Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus! Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus! Bei Gott ist kein Erbarmen. O weh, o weh mir Armen!
Page 307 - Bruder! Bruder, nimm die Brüder mit, Mit zu deinem alten Vater, Zu dem ewgen Ozean, Der mit ausgespannten Armen Unser wartet, Die sich ach! vergebens öffnen, Seine Sehnenden zu fassen: Denn uns frißt in öder Wüste Gierger Sand, die Sonne droben Saugt an unserm Blut, ein Hügel Hemmet uns zum Teiche! Bruder, Nimm die Brüder von der Ebne, Nimm die Brüder von den Bergen Mit, zu deinem Vater mit!
Page 296 - Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau, die Mutter der Kinder, und herrschet weise im häuslichen Kreise, und lehret die Mädchen und wehret den Knaben, und reget ohn...
Page 300 - Auch manche Geister, die mit ihm gerungen, Sein groß Verdienst unwillig anerkannt, Sie fühlen sich von seiner Kraft durchdrungen, In seinem Kreise willig festgebannt: Zum Höchsten hat er sich emporgeschwungen, Mit allem, was wir schätzen, eng verwandt. So feiert ihn\ Denn was dem Mann das Leben Nur halb erteilt, soll ganz die Nachwelt geben. So bleibt er uns, der vor so manchen Jahren Schon zehne sind's! - von uns sich weggekehrt! Wir haben alle segenreich erfahren, Die Welt verdank ihm, was...
Page 330 - Weit, weit von hier! . . . Still, kühl und klein! . . . Sechs Bretter und zwei Brettchen!« »Hat's Raum für mich?« - »Für dich und mich! Komm, schürze, spring und schwinge dich! Die Hochzeitgäste hoffen; Die Kammer steht uns offen.
Page 330 - Hilf, Gott, hilf! Geh nicht ins Gericht Mit deinem armen Kinde! Sie weiß nicht, was die Zunge spricht. Behalt ihr nicht die Sünde! Ach, Kind, vergiß dein irdisch Leid Und denk...
Page 327 - Und glaubt er fliehend zu entspringen, Geflügelt sind wir da, die Schlingen Ihm werfend um den flüchtgen Fuß, Daß er zu Boden fallen muß. So jagen wir ihn, ohn Ermatten, Versöhnen kann uns keine Reu, Ihn fort und fort bis zu den Schatten, Und geben ihn auch dort nicht frei.
Page 330 - Bei ihm, bei ihm ist Seligkeit, und ohne Wilhelm Hölle ! — Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus ! Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus ! Ohn' ihn mag ich auf Erden, mag dort nicht selig werden.

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