Psychologische Skizzen: Skizzen zur Naturlehre der Gefühle, in Verbindung mit einer erlauternden Abhandlung über die Bewusztwerdung der Seelenthatigkeiten (Google eBook)

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Vandenhoeck & Ruprecht, 1825 - Psychology
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Popular passages

Page 333 - Die Erfindung der Sprache ist vor der Philosophie hergegangen, und das ist es, was die Philosophie erschwert, zumal wenn man sie andern verständlich machen will, die nicht viel selbst denken. Die Philosophie ist, wenn sie spricht, immer genötigt, die Sprache der Unphilosophie zu reden.
Page vii - Wie der Scheidekünstler, so findet auch der Philosoph nur durch Auflösung die Verbindung und nur durch die Marter der Kunst das Werk der freiwilligen Natur. Um die flüchtige Erscheinung zu haschen, muß er sie in die Fesseln der Regel schlagen, ihren schönen Körper in Begriffe zerfleischen und in einem dürftigen Wortgerippe ihren lebendigen Geist aufbewahren.
Page 330 - Es verfährt nicht nach erkannten Prinzipien, sondern nach Einfällen und Gefühlen; aber seine Einfälle sind Eingebungen eines Gottes (alles was die gesunde Natur tut ist göttlich), seine Gefühle sind Gesetze für alle Zeiten und für alle Geschlechter der Menschen.
Page 324 - Und so behaupte ich und werde behaupten: Wir erschaffen und wir unterrichten uns nicht selbst; sind auf keine Weise a priori und können nichts . . a priori wissen oder tun; nichts erfahren — ohne Erfahrung.
Page 140 - So stehet ein Berg Gottes, Den Fuß in Ungewittern, Das Haupt in Sonnenstrahlen: So steht der Held aus Kanaan.
Page 331 - Sollte nicht manches von dem was Herr Kant lehrt, zumal in Rücksicht auf das Sittengesetz Folge des Alters sein, wo Leidenschaft und Neigungen ihre Kraft verloren haben, und Vernunft allein übrig bleibt?
Page 329 - Der Geschmack am Guten wird wie der Geschmack am Schönen durch vortreffliche Muster ausgebildet; und die hohen Originale sind immer Werke des Genies. Durch das Genie giebt die Natur der Kunst die Regel, sowohl der Kunst des Guten, als des Schönen.
Page 303 - ... bebend durchaus bis in die kleinste Faser schwach, elend, zehrend - voll allgemeinen Wohlwollens . . . Weg von diesen Allumfassern, hinab zu Amaliens Schemel, zu der Kurzsichtigen, zu der Armseligen, die nur ihren Mann liebt und ihre Kinder, allen übrigen Wesen nur gut ist, und in Wohltun gegen sie, aus voller Genüge, nur - überfließt, wie die Sonne von sich scheinet Licht und Wärme, nur - weil sie Licht ist und warm, und die Fülle hat. Tritt in den Umfang von Amaliens Sphäre: du stehst...
Page 328 - Des Menschen Thun hängt viel weniger von seinem Denken, als sein Denken von seinem Thun ab.* Der Apostel Paulus bestimmt diesen Gesichtspunkt, indem er sagt: „Seyd in Gesinnungen und Grundsätzen Eins, 1.
Page 292 - Erwachsenen, oder die hinunterwärts liegende thierische Welt nachahmen. Nachdem er dann von seinem Helden erzählt, derselbe sei beim Spiele nie etwas Anderes, als ein Hase, eine Turteltaube, oder das Iunge derselben, ein Bär, ein Pferd, oder gar der Wagen daran, gewesen; fügt er sehr erhaben humoristisch hinzu: „Glaubt nur, ein Seraph findet auch in unseren Eollegien und Hörsälen keine Geschäfte, sondern nur Spiele; und wenn er's hoch treibt — jene zweierlei Spiele.

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