Die Tagesansicht gegenüber der Nachtanlicht (Google eBook)

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Breitkopf und Härtel, 1879 - Immortality - 274 pages
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Page 159 - Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit. Den wird er wunderlich erhalten In aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut ! 2 Was helfen uns die schweren Sorgen?
Page 11 - Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen, seelenlos ein Feuerball sich dreht, lenkte damals seinen goldnen Wagen Helios in stiller Majestät. Diese Höhen füllten Oreaden, eine Dryas lebt' in jenem Baum, aus den Urnen lieblicher Najaden sprang der Ströme Silberschaum.
Page 4 - Was wir der Welt um uns abzusehen, abzuhören meinen, es ist Alles nur unser innerer Schein, eine Illusion, die man sich loben kann, wie ich's noch jüngst gelesen; bleibt aber eine Illusion. Licht und Ton in der äußeren, von mechanischen Gesetzen und Kräften beherrschten , zum Bewußtsein noch nicht durchgedrungenen, Welt über die organischen Geschöpfe hinaus sind nur blinde stumme Wellenzüge...
Page 10 - Zur Wahrheit, die der Geist verlangt, verlangt das Herz nach Schönheit; kann es aber eine schönere Welt geben , als worin die Schönheit selber zur Wahrheit wird. Und wird sie es auch nach der Tagesansicht nur ganz in Gott für Gott , der Alles sieht und hört , so hat doch , wer in seinem Sinne sieht und hört, sein Theil daran.
Page 158 - Befiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann.
Page 259 - In der Tat, schon während seiner Lebzeiten wächst jeder Mensch mit seinen Wirkungen in andere hinein durch Wort, Beispiel, Schrift und Tat. Schon als Goethe lebte, trugen Millionen Mitlebende Funken seines Geistes in sich, an denen neue Lichter entbrannten; schon als Napoleon lebte, drang seines Geistes Kraft in fast die ganze Mitwelt ein; als beide starben, starben diese Lebenszweige, die sie in die Mitwelt getrieben, nicht mit...
Page 18 - Ia, streng genommen ist Alles Glaubenssache, was nicht unmittelbar erfahren ist und was nicht logisch feststeht. Ein jedes Wissen um das, was ist, setzt sich fort in Glauben und muß sich darein fortsetzen und endlich damit abschließen, damit es einen Zusammenhang, einen Fortschritt und Abschluß des Wissens selbst gebe.
Page 77 - Ansicht dessen zu gelangen, was darüber hinaus in den andern, weiteren und höheren Gebieten der Existenz gilt, an die wegen ihrer Ferne unsere Erfahrung nicht reicht, oder deren Weite und Höhe unsere Erfahrung überreicht und übersteigt, mit der Vorsicht, die Verallgemeinerung, Erweiterung und Steigerung über das Gebiet des Erfahrbaren hinaus nur in dem Sinne und der Richtung vorzunehmen, die schon innerhalb des Erfahrbaren selbst...
Page 159 - Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten.
Page 4 - Erkenntnißtheorien, in denen die Philosophie sich eben jetzt erschöpfen und leeren will, als wollte sie noch eine Philosophie gebären , führt keine zu einem Zweifel an der Richtigkeit dieser Thatsache, es sei denn , um den Zweifel für unlösbar zu erklären , oder die Welt in Stäubchen zu zertrümmern , die nur sich selber , aber nicht die Welt erleuchten.

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