Geschichte der Handelskrisen (Google eBook)

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J.D. Sauerländer, 1858 - Financial crises - 480 pages
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Page 124 - ... Viele, die durch die Bürgschaften ruinirt wurden — junge Leute — von großen Herzenssorgen starben . . . Darum, meine Kinder und Erben, habe ich dies zu einem Spiegel und Exempel geschrieben, daß ihr Gott fürchtet und euch zur Demuth und fleißiger Arbeit haltet und nicht nach ausgebreiteteren Geschäften ausguckt, ehe Gott es euch geben will. Denn die mit Gewalt und hastig reich werden wollen, bekommen gewöhnlich Armuth und Bankerott.
Page 262 - ... einzuschlagen. Bei dem Handelsamte waren alle Vorkehrungen für den am Schlußtag zu gewärtigenden Andrang getroffen. Der Tag war ein Sonntag, ein Umstand, der bei dessen Festsetzung übersehen worden war. Eine ganze Armee von Schreibern war in Bereitschaft ; und die Arbeit ging bis 1 1 Uhr Abends mit ziemlicher Ruhe von Statten.
Page 325 - Staats-, Communal- und ständische Papiere, Actien oder Obligationen anonymer Gesellschaften, insbesondere Actien und Obligationen industrieller oder Credit-Unternehmungen, zu soumissioniren oder zu erwerben, so wie die erworbenen Effecten, Actien und Obligationen wieder zu verkaufen, gegen andere zu vertauschen oder dieselben zu verpfänden...
Page 118 - Markt waren, so wurden Herrschaft und Land, Pferde, Ochsen, Hab und Gut verkauft, um die Differenz zu zahlen. Kontrakte wurden abgeschlossen und Tausende von Gulden für Tulpen bezahlt, welche weder die Makler noch Käufer oder Verkäufer gesehen hatten. Für einige Zeit gewannen, wie gewöhnlich in solchen Perioden, alle und keiner verlor. Arme Personen wurden reich. Hoch und nieder handelte in Blumen. Die Notare bereicherten sich, und selbst der nüchterne Holländer träumte, ein dauerhaftes Glück...
Page 324 - Banquier-Qeschäfte, mithin zu solchen Geschäften, aus denen sie ihre Gelder, sobald sie deren bedarf, zu jeder Zeit leicht zurückziehen kann; dazu gehören insbesondere Escompte-, Deposito-, Leih-, Giro- und WechselGeschäfte.
Page 118 - Im Jahre 1634 waren die Hauptstädte der Niederlande in einen Schacher verwickelt, der den soliden Handel ruinierte, indem er das Spiel aufmunterte, der die Lüsternheit des Reichen wie die Begierde des Armen verlockte, der den Preis einer Blume höher als ihr Gewicht in Gold steigerte, und der endigte, wie alle solche Perioden geendigt haben, in Elend und wilder Verzweiflung.
Page 283 - Ursachen. Von Nordamerika anhebend, sprang die Bewegung nach England über, erschütterte den ersten Handelsplatz Deutschlands bis in sein innerstes Mark, entlud als ein furchtbares Gewitter sich über die Hauptstädte der scandinavischen Königreiche, setzte ihre Schwingungen fort, Haus um Haus stürzend, über die Haupt- und Handels-Städte Norddeutschlands, Belgiens, Hollands, Polens, Oesterreichs und Frankreichs und in ungeheuren Sätzen über zwei Weltmeere springend...
Page 118 - Tulpen bezahlt, welche weder die Makler noch Käufer oder Verkäufer gesehen hatten. Für einige Zeit gewannen, wie gewöhnlich in solchen Perioden, alle und keiner verlor. Arme Personen wurden reich. Hoch und nieder handelte in Blumen. Die Notare bereicherten sich, und selbst der nüchterne Holländer träumte, ein dauerhaftes Glück vor sich zu sehen. Leute der verschiedensten Professionen versilberten ihr Eigentum. Häuser und Gerätschaften wurden zu Schleuderpreisen ausgeboten. Das Land gab...
Page 119 - Zuydersee konzentrieren und daß die Armut hinfüro zur Sage in Holland werden würde. Daß man ernsthaft bei diesem Glauben war, beweisen die Preise, die gezahlt wurden, und die Manie muß in der Tat tief gewurzelt haben, wenn, wie von vielen glaubwürdigen Zeitgenossen versichert wird, Güter im Werte von 2500 fl.
Page 447 - Pulverthürme seien, diese vor Allem geschützt werden müßten, wollte man nicht die ganze Stadt in die Luft fliegen sehen; außerdem wurde daran erinnert, daß man bei dem Brande von 1842 zur Rettung der Eckhäuser viele Häuser gesprengt habe: daher müsse auch jetzt Alles geschehen, um die „Eckhäuser

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