Die christliche Glaubenslehre in ihrer geschichtlichen Entwicklung: und im Kampfe mit der modernen Wissenschaft, Volume 2 (Google eBook)

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C. F. Osiander, 1841 - Christianity
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Page 214 - Einen vollständig, in allen übrigen hingegen immer nur unvollständig sich abzudrücken: sondern in einer Mannigfaltigkeit von Exemplaren, die sich gegenseitig ergänzen, im Wechsel sich setzender und wieder aufhebender Individuen liebe sie ihren Reichthum auszubreiten.
Page 389 - Warum das aber? daß ein Mensch mit sich selbst laut redend betroffen wird, bringt ihn vor der Hand in den Verdacht, daß er eine kleine Anwandlung von Wahnsinn habe, und ebenso beurteilt man ihn, (nicht ganz mit Unrecht), wenn man ihn, da er allein ist, auf einer Beschäftigung oder Gebärdung betrifft, die der nur haben kann, welcher jemand außer sich vor Augen hat, was doch in dem angenommenen Beispiele der Fall nicht ist.
Page 206 - Nur das Metaphysische, keineswegs aber das Historische, macht selig; das letztere macht nur verständig. Ist nur jemand wirklich mit Gott vereinigt, und in ihn eingekehrt, so ist es ganz gleichgültig, auf welchem Wege er dazu gekommen; und es wäre eine sehr unnütze und verkehrte Beschäftigung, anstatt in der Sache zu leben, nur immer das Andenken des Weges sich zu wiederholen.
Page 216 - Diese Bestimmung, daß Gott Mensch wird, damit der endliche Geist das Bewußtsein Gottes im Endlichen selbst habe, ist das schwerste Moment in der Religion. Nach einer gewöhnlichen Vorstellung, die wir besonders bei den Alten finden, ist der Geist, die Seele in diese Welt als in ein ihm Fremdartiges herabgestoßen : dieses Inwohnen im Körper und die Vereinzelung zur Individualität sei eine Erniedrigung des Geistes.
Page 202 - Allein in der Erscheinung des Gottmenschen ist nicht das, was von ihm in die Sinne fällt oder durch Erfahrung erkannt werden kann...
Page 203 - Was Christus außer dir für sich gewesen, ob deinem Begriffe in der Wirklichkeit entsprechend oder nicht, ja ob nur in dieser je vorhanden, ist in Absicht der wesentlichen Wahrheit deiner Vorstellung und der Eigenschaft der daraus entspringenden Gesinnungen gleichgültig. Was er in dir ist, darauf allein kommt es an; und in dir ist er ein wahrhaft göttliches Wesen; du ersiehst durch ihn die Gottheit, soweit du sie ersehen kannst, indem du dich zu den höchsten Ideen mit ihm emporschwingst, und...
Page 201 - Vollkommenheit, wovon, als oberster Bedingung, die Glückseligkeit die unmittelbare Folge in dem Willen des höchsten Wesens ist. — Dieser allein Gott wohlgefällige Mensch „ist in ihm von Ewigkeit her...
Page 60 - Hanc concupiscentiam, quam aliquando Apostolus peccatum appellat, sancta Synodus declarat Ecclesiam Catholicam nunquam intellexisse peccatum appellari, quod vere, et proprie in renatis peccatum sit, sed quia 'ex peccato est, et ad peccatum inclinat. Si quis autem contrarium senserit ; anathema sit.
Page 698 - Das einzelne Selbst ist die negative Kraft, durch und in welcher die Götter, sowie deren Momente, die daseiende Natur und die Gedanken ihrer Bestimmungen, verschwinden; zugleich ist es nicht die Leerheit des Verschwindens, sondern erhält sich in dieser Nichtigkeit selbst, ist bei sich und die einzige Wirklichkeit.
Page 379 - Körper mit ihm selbst uneins ist, wie nicht allem zu sehen in lebendigen Kreaturen, sondern auch in Sternen, Elementen, Erden, Steinen, Metallen, Laub, Gras und Holz. In allen ist Gift und Bosheit; befindet sich auch, daß es also sein muß: sonst wäre kein Leben noch Beweglichkeit, auch wäre weder Farbe, Tugend, Dickes oder Dünnes, oder einigerlei Empfindnis; sondern es wäre Alles ein Nichts.

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