Transnationale Migration und die Rhetorik der Entgrenzung: Eine kritische Betrachtung der Entgrenzungsrhetorik in der nordamerikanischen Transnationalismusforschung (Google eBook)

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GRIN Verlag, Aug 26, 2007 - Social Science - 32 pages
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Eine neue Perspektive schien in den 1990er Jahren die nordamerikanische Migrationsforschung zu revolutionieren. Die zunehmende Sichtbarkeit vielfältiger Bewegungen von Menschen, Informationen und ökonomischem Kapital über nationalstaatliche Grenzen hinweg, stellte eine zentrale assimilationstheoretische Prämisse in Frage, welche implizit immer noch die Migrationsforschung anleitete: Man stellte nun fest, dass Migration oft nicht als linearer Prozess abläuft, in dessen Verlauf der Herkunftskontext allmählich abgelegt und durch Konfigurationen des Einwanderungslandes ersetzt wird. Die neuen Möglichkeiten in Transport und Kommunikation – in makrotheoretisch ausgerichteten Studien bereits systematisch dokumentiert – schienen die Welt schrumpfen zu lassen. Darüber hinaus wurden seitens verschiedener Herkunftsstaaten Zugeständnisse an die Migranten gemacht, welche diesen mehr Rechte und damit oft einen grösseren Handlungsspielraum einräumten. Eben diese Tatsachen nutzten die Transmigranten auf kreative Weise und entwickelten Strategien, die sich nicht länger ausschliesslich an den Strukturen des Einwanderungslandes orientierten. Noch war kaum abzuschätzen, inwiefern nationalstaatliche Grenzen für die Migranten an Bedeutung verloren. Doch die Vielfalt grenzüberschreitender Beziehungen und Aktivitäten sowie ihre teils spektakulären Auswirkungen wurden gerne als Anzeichen dafür interpretiert, dass die transnationalen Subjekte geschickt auf staatliche und marktwirtschaftliche Zwänge reagierten und diese in vielen Fällen zu untergraben vermochten. Transnationalismus entwickelte sich so rasch zu einem „sexy topic“, wie Mitchell (1997) treffend und nicht ohne Ironie feststellte. Der neue Fokus liess das Forschungsobjekt in einem anderen Licht erscheinen: Der Migrant, der den Push- und Pull-Kräften der Arbeitsmärkte unterworfen war und nach der Ankunft am Grad seiner Assimilation gemessen wurde, transformierte sich nun in einen kreativ handelnden Akteur, dessen Autonomie sich besonders deutlich im Akt der (permanenten) Grenzüberschreitung zeigte. Das Motiv der Entgrenzung zieht sich denn auch wie ein roter Faden durch die Transnationalismusforschung hindurch und bildet eines der Kernmerkmale zur Distinktion gegenüber anderen Ansätzen.
  

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7.2 TRANSNATIONAL ENTREPRENEURSHIP Akteure des Wandels Alejandro andererseits ANGRENZENDE DISKURSE Ansatz Aspekte Assimilation assimilationstheoretische aufgrund Auswirkungen Autoren Bedeutungsverlust contemporary migrants countries democracy Development Dominikanische Republik dual economic einerseits Einwanderungsland El Salvador ENTGRENZTE IDENTITÄTEN Entgrenzungsrhetorik Entrepreneurs ersten essentialistische Ethnic Gesellschaft Glick Schiller globalen Grenzüberschreitende Beziehungen Grenzüberschreitende Netzwerke Guarnizo hergebrachter Herkunftsstaat home Hybridität Identitätstheorien Integration Interpretation Kandiyoti 2003 Kapitel Komprimierung Kontext Konzepte kritisch Levitt/Nyberg 2004 makrotheoretisch Marginalität marktwirtschaftlichen methodologischen Nationalismus Mobilität mobility nation-states national nationalstaatliche Grenzen neue ökonomische und politische ökonomischem Kapital people Perspektive Phänomene Potenzial Praktiken Prozesse Rahmenbedingungen Regierung remittance Repräsentation Rhetorik der Entgrenzung Rücküberweisungen Schiller und Portes seeing seitens der Migranten social science soziale Netzwerke States steht Stuart Hall Teil Teresa theoretischen Prämissen Transmigranten transnational political transnationale Konzerne transnationale Migration TRANSNATIONALE ÖKONOMIE TRANSNATIONALE POLITIK transnationale soziale Felder transnationalen Migrationsforschung transnationalen Unternehmer Transnationalismus Transnationalismusforschung Überbetonung Überwindung des methodologischen Umdeutung Unternehmen Unterprivilegierte verstehen wichtige zeigt zentrale zugleich zunehmend ZUSAMMENFASSUNG

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