Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzeln,: nach alphabetischer ordnung der kunstwörter auf einander folgenden, artikeln abgehandelt, (Google eBook)

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In der Weidmannschen Buchhandlung, 1792 - Aesthetics
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Popular passages

Page 325 - Entweder hängt der Dichter dem Gegenstand allein nach, betrachtet ihn von allen Seiten, und drückt durch die Rede das aus, was er sieht; oder er hängt nicht so wol dem Gegenstand nach, der ihn rühret, als der Wirkung, die er davon empfindet.
Page 298 - Berlin 1792. Th. 2. S. 297f. (»Gartenkunst«): »Da die Natur den allgemeinen Wohnplatz der Menschen so schön ausschmükt, und mit Gegenständen so mancherley Art, die in so angenehmer Abwechslung auf uns wirken, bereichert hat: so ist es sehr vernünftig, daß der Mensch in Anordnung seines besondern Wohnplatzes ihr darin nachahmet, und sich die Gegend, wo er die meiste Zeit seines Lebens zubringen muß, so schön macht, als er kann. Dazu hilft ihm die Gartenkunst, der es auch nicht an sittlicher...
Page 408 - Es giebt zwar bisweilen Gespräche, da die redenden Personen sich verstellen; in diesem Fall aber ist alles so veranstaltet, daß uns die Verstellung, die Ursachen derselben, und die ganze Lage der Sachen zum voraus bekannt ist , so daß diese Verstellung uns nicht hindert, die wahren Gedanken der Redenden auf das helleste zu sehen. Die Wichtigkeit dieser Dichrungs» art ist aus dem, was bereits hier davon angesührt worden, hinlänglich abzunehmen.
Page 10 - Würkung der Einbildungskraft, daß wir uns eine Gegend, die wir ehedem gesehen haben, mit einiger Klarheit wieder vorstellen, ob sie gleich nicht vor unseren Augen ist.
Page 500 - Die epische Behandlung des Stoffs, insofern sie von der historischen verschieden ist, verdient besonders in Betrachtung gezogen zu werden. Die Absicht des Geschichtsschreibers ist zu unterrichten: darum verfährt er so, als wenn die, für welche er schreibt, noch nichts von der Sache wüßten. Der Dichter aber kann schon voraussetzen, daß seinem Leser die Geschichte der Handlung bekannt sei. Sein Endzweck ist nur, das, wovon wir bereits historisch unterrichtet sind, uns so vorzuzeichnen, wie es...
Page 57 - Wenn du mich willst zum Weinen bewegen, sagt Horaz, so weine du selbst, dieses ist der eine Weg. Der andere ist die lebhafte Darstellung oder Vorbildung der Gegenstände, worauf die Empfindung unmittelbar gehet. (2: 57). Dementsprechend werden die das Gedicht konstituierenden Gemütslagen dargestellt: Hier zeigen sich zweyerlei Fälle, die den Inhalt der Rede bestimmen.
Page 11 - Denn die Einbildungskraft ist an sich leichtsinnig, ausschweifend und abentheuerlich, wie die Traume, die ihr Werk sind, wenn sie allein in der Seele wirkt: allein kann sie den Künstler nicht groß machen. Ein feines Gefühl der Ordnung und Uebereinstimmung muß sie beständig begleiten,! um dem Werk, das sie erschafft, Wahrheit und Ordnung zu geben...
Page 11 - Verstand« unterstützt werden, um nicht ins »Abentheuerliche« auszuschweifen [246]. Im Gegensatz zu Kant versteht Sulzer Einbildungskraft und Dichtungskraft doch als schöpferisch : Demnach ist die Einbildungskraft, wie gesagt worden, die Mutter der schönen Künste. Durch sie liegt die Welt, so weit wir sie gesehen und empfunden haben, in uns, und mit der Dichtungskraft verbunden wird sie die Schöpferin einer neuen Welt [247]. Das Kriterium für »Einbildungskraft« und »Phantasie« liegt für...
Page 692 - Vorstellungen, bey denen wir uns größtenteils leidend verhalten, wo wir bloß genießen, die Sachen seyen gut oder böse, sind noch nicht von der interessanten Art. Man kann uns freudig, traurig, zärtlich, wollüstig machen, und uns durch dergleichen Empfindungen angenehm unterhalten, ohne uns lebhaft zu intereßieren.
Page 316 - Gebehrden, und also ein daher entstehender eigener Theil der Kunst, eine ganz mögliche Sache sey. Warum sollte eine Sammlung redender Gebehrden weniger möglich und weniger nützlich seyn, als eine Sammlung von abgezeichneten Muscheln, Pflanzen und Insekten? Und warum sollte man, wenn dieses Studium einmal mit Ernst getrieben würde, die dazu gehörige Kunstsprache und Terminologie nicht eben so gut finden können, als sie für die Naturgeschichte gefunden worden?"!?

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