Mikrokosmus. Ideen zur Naturgeschichte und geschider Menschheit. Versuch einer Anthropologie, Volume 2 (Google eBook)

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S. Hirzel, 1858
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Page 57 - Ausklärung über die Ahnungen und Hoffnungen, die ins Unendliche gehen, da müssen wir uns erinnern, daß hier leicht das Abenteuer zur Wahrheit werden kann, und daß die Wirklichkeit im Großen Poesie ist, Prosa nur die zusällige und beschränkte Ansicht der Dinge, die ein enger und niedriger Standpunkt gewährt.
Page 196 - Sinnestäuschung, beruht der Gebrauch aller Werkzeuge; keines von ihnen würde lenksam genug für uns sein, wenn wir blos sein Dasein in der führenden Hand , und nicht mit gleicher sinnlicher Deutlichkeit sein Eingreifen in das zu behandelnde Material gewahr würden. Nur unter dieser Bedingung ist der vortastende Stock dem Blinden, die Sonde dem Wundarzt nützlich; Feder und Pinsel würden ungefüge Mittel in der Hand des Schreibenden oder Malenden sein, wenn wir nicht...
Page 204 - Hohlgcfäß ähnlich, nur daß es nicht an einem einzelnen Punkte , sondern in seinem ganzen Umfang durch den Körper ausgefüllt wird; bei jeder Berührung dieser steifen Umhüllung wird die Spannung und Festigkeit ihres...
Page 166 - Unrecht gerade an die Frage, ob wir einer Gattung mit ihnen sind oder nicht. Denn am Ende: wir haben doch die höhere Entwicklung ; eben dieser Besitz ist der bleibende Unterschied zwischen uns und ihnen, und diese Kluft wird nicht größer oder kleiner, je nachdem sie für einen generischen Unterschied, oder für die Wirkung einer verschiedenen Begünstigung gleicher Anlagen erklärt wird. Die Dinge sind doch immer das, als was sie sich behaupten; es verlohnte sich nicht der Mühe, etwas zu werden,...
Page 419 - Man ist nicht zusriedengestellt durch das einsame Zusammenleben mit einem Zweiten; man will ihn in seinem Verhalten zu einem Dritten beobachten und sich selbst von ihm in dem eigenen Verhalten zu diesem Dritten beobachtet wissen ; man will endlich, daß das eigene Wechselwirken von einer beseelten Umgebung gesehen und anerkannt werde, und völlig unbekannt genießen gilt sast so viel als nicht sein.
Page 197 - Gegenstände zugleich fühlten; jede Bewegung der Stricknadel läßt uns zugleich die leise Spannung fühlen, mit welcher ihr freies Ende sich in dem Faden fängt;" beim Nähen scheint unsere Wahrnehmung unmittelbar in der Spitze der Nadel gegenwärtig zu sein, und wir empfinden, wie sie zuerst das Gewebe in einen erhabenen Gipfel vor sich hcrdchnt, um dann mit einem plötzlichen Stoß hindurchzudringen.
Page 203 - Täuschung zu bereiten, als sei es die eigene Existenz, die in allen diesen Anhängen mit schwebt und wogt und schwankt und in rhythmischen melodiösen Abwechselungen sich hebt und senkt. Und wo in der That eine wirkliche...
Page 261 - Entwicklung, sondern überhaupt jede Anlage zu der Gestaltung des nächsten Augenblickes wird erst in dem jetzigen Augenblick durch den vorhandenen Gesammtzustand und die Summe der neu einwirkenden Bedingungen hervorgebracht. Aber so...
Page 307 - Dem unbefangenen Gemüt sind solche Irrungen eigentlich fremd. Für sich selbst sorgen, scheint ihm natürlich, aber nicht sittliches Verdienst zu sein; andern wohlzutun und die Summe der Lust zu vermehren, deren die Welt sich erfreut, ist die einzige Aufgabe, in deren Erfüllung alle seine sittlichen Pflichten zusammenlaufen.
Page 323 - Selbstentfaltung, die von rückwärts durch den Keim getrieben wird, sondern in der Bewegung nach einem Ziele zu, das uns vorwärts gesetzt ist.

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