Die Sprache (Google eBook)

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Rütten & Loening, 1906 - Language and languages - 119 pages
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Popular passages

Page 72 - Vorstellungen liegt. In dieser Rücksicht, die wie ich glaube richtig ist, ist doch wahrlich die Frage ob die Dinge wirklich außer uns vorhanden und so vorhanden sind wie wir sie sehen, völlig ohne Sinn. Ist es nicht sonderbar, daß der Mensch absolut etwas zweimal haben will, wo er an einem genug hätte, und notwendig genug haben muß, weil es von unsern Vorstellungen zu den Ursachen keine Brücke gibt.
Page 72 - Grund des Mißverständnisses. Man muß erst eins werden über das, was man unter Vorstellungen versteht. Sie sind sicherlich von verschiedener Art, aber keine enthält irgend ein deutliches Zeichen, daß sie von außen komme. Ja, was ist außen ? was sind Gegenstände praeter nos; Was will die Präposition praeter sagen!
Page 121 - Bd. ii: Die Religion von Georg Simmel Die Religion ist nach Simmel keine starre, für sich bestehende, dem übrigen Leben ferne Macht, sondern sie ist ein Grundgefühl, das in dem Verhältnis des Kindes zu den Eltern, des Patrioten zum Vaterland, des Kosmopoliten zur Menschheit, des Arbeiters zu seiner Klasse, des Soldaten zur Armee, des Freundes zum Freunde, des Liebhabers zur Geliebten sich kundgeben kann. Diese These wird in tiefgreifender Analyse an den einzelnen Problemen durchgeführt.
Page 121 - Das Proletariat von Werner Sombart Sombart schildert das Seelenleben des modernen Proletariers. Er zeigt, was dieser an Kraft des Heimatsgefühls, an Innigkeit der Familiengemeinschaft, an Sicherheit und Bodenständigkeit des Daseins eingebüßt hat, und vergleicht damit, was er an Verstandesausbildung, an Solidaritätsbewußtsein; an kritischer Fähigkeit gewonnen hat. Er schreibt die Tragödie der Arbeiterseele. Band II Die Religion...
Page 84 - Monomanen zu besitzen, weil ich mich mit der Schwäche eines Skeptikers begnüge, darum empöre ich mich nicht gegen die „sittliche" Macht der Sprache. Ich lehre die Befreiung der Menschen von der Sprache als einem untauglichen Erkenntniswerkzeuge; aber ich wüßte nicht, wie man sich befreien könnte von der Macht der Sprache über die Sitte, die Gewohnheit, das Handeln, das Leben. Denn auch Sittenlosigkeit ist nur neue Sitte, neues Handeln, Tyrannei einer neuen Sprache.
Page 120 - ... nicht ohne dabei über sich selbst zu lächeln — den letzten Versuch wagen, sich das Verhältnis des Menschen zur Welt bescheidentlich klarzumachen durch Verzichten auf den Selbstbetrug, durch das Eingeständnis, daß das Wort nicht hilft, durch eine Kritik der Sprache und ihrer Geschichte. Das wäre freilich die erlösende Tat, wenn Kritik geübt werden könnte mit dem ruhig verzweifelnden Freitode des Denkens oder Sprechens, wenn Kritik nicht geübt werden müßte mit scheinlebendigen Worten.
Page 122 - Die Zeitung von JJ David Die Zeitung wird hier gleichsam von innen angeschaut: wie sie ist und wie sie wird, welche neuen Seelenwerte sie schafft und welche Opfer an seelischer Entwicklung sie fordert. Die Wechselwirkung zwischen Zeitung und Publikum, die Stellung, Bedeutung und Bestimmung des Journalisten werden in scharfer und auf den Grund der Dinge eindringender Weise dargelegt. Band VI Der Weltverkehr von Albrecht Wirth Wirth gibt einen...
Page 84 - ... welchem er geboren wird. Jedes höhere Wesen über Mir, sei es Gott, sei es der Mensch, schwächt das Gefühl meiner Einzigkeit und erbleicht erst vor der Sonne dieses Bewußtseins. Stell' Ich auf Mich, den Einzigen, meine Sache, dann steht sie auf dem Vergänglichen, dem sterblichen Schöpfer seiner, der sich selbst verzehrt, und Ich darf sagen: Ich hab' mein' Sach
Page 83 - das Wort« tyrannisiert Uns am ärgsten, weil sie ein ganzes Heer von fixen Ideen gegen Uns aufführt. Beobachte Dich einmal jetzt eben bei deinem Nachdenken, und Du wirst finden, wie Du nur dadurch weiter kommst, daß Du jeden Augenblick gedanken und sprachlos wirst.
Page 46 - Unter dem Wort Volk (populus) versteht man die in einem Landstrich vereinigte Menge Menschen, insofern sie ein Ganzes ausmacht.

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