Griechische Geschichte: Bis zum Beginn der Perserkriege. Bd. 1 (Google eBook)

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Weidmann, 1857 - 537 pages
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Page 13 - Es erfolgen Umwälzungen, aber keine Entwickelungen, und mumienartig eingesargt stockt im Thale des Nils die Kultur der Aegypter ; sie zählen die einförmigen Pendelschläge der Zeit, aber die Zeit hat keinen Inhalt; sie haben Chronologie, aber keine Geschichte im vollen Sinne des Worts. , Solche Zustände der Erstarrung," fährt der Geschichtschreiber fort, „duldet der Wellenschlag des Aegäischen Meeres nicht, der, wenn einmal Verkehr und geistiges Leben erwacht ist, dasselbe ohne Stillstand...
Page 409 - Vorzüge galten bei den Griechen nicht geringer, als Geistesbildung, Schärfe des Urtheils, Uebung in den Künsten der Musen. Das Gleichgewicht des leiblichen und geistigen Lebens, die harmonische Ausbildung aller natürlichen Kräfte und Triebe war den Hellenen...
Page 15 - So besteht denn", heisst es am Schluss." der besondere Vorzug des griechischen Landes in dem Masse seiner Begabung. Alle Gegensätze, alle Formen des Naturlebens kommen zusammen, um auf die verschiedenste Art den Menschengeist zu wecken und anzuregen. Wie aber diese Gegensätze sich alle in eine höhere Harmonie auflösen, welche das ganze Küsten- und Inselland des Archipels umfasst, so wurde auch der Mensch darauf hingewiesen, zwischen den Gegensätzen, die das bewusste Leben bewegen, zwischen...
Page 13 - Cultur der Aegypter ; sie zählen die einförmigen Pendelschläge der Zeit, aber die Zeit hat keinen Inhalt ; sie haben Chronologie, aber keine Geschichte im vollen Sinne des Worts. Solche Zustände der Erstarrung duldet der Wellenschlag des ägäischen Meeres nicht, der, wenn einmal Verkehr und geistiges Leben erwacht ist, dasselbe ohne Stillstand immer weiter führt und entwickelt.
Page 409 - ... Schönheit der Gestalt, ein fester und leichter Schritt, Gewandtheit und Schwungkraft der Glieder, Ausdauer im Laufe und im Kampf, ein helles muthiges Auge und jene Besonnenheit und Geistesgegenwart, welche nur in täglicher Gewohnheit und Gefahr erworben wird, — diese Vorzüge galten bei den Hellenen nicht geringer als Geistesbildung, Schärfe des Urtheils, Uebung in den Künsten der Musen. Das Gleichgewicht des leiblichen und geistigen Lebens, die harmonische Ausbildung aller natürlichen...
Page 424 - Endlich tritt bei den Weisen und Dichtern, welche sich an Delphi angeschlossen haben, auch jene ernstere Ansicht, die den homerischen Vorstellungen am kräftigsten entgegentritt, am entschiedensten hervor. So zuerst bei Hesiodos, in dessen Gedichten das irdische Leben von dem fröhlichen Glänze, den Homer darüber ausbreitet, ganz entkleidet erscheint; es ist ihm ein gesunkener und verkümmerter Zustand, eine schwere Schule, welche der Mensch in Uebung der Tugend durchzumachen hat, indem er dabei...
Page 414 - Die ganze Colonisationsthätigkeit [stand] unter der besonderen Leitung des Apollon [. . .]. Es war eine ihrer [der Priesterschaft] wichtigsten Aufgaben, alle Welt- und Völkerkunde, welche irgend erreichbar war, bei sich zu vereinigen und sich so in Stand zu setzen, dem Colonisationstriebe der Hellenen die richtigen Bahnen anzuweisen und durch weise Leitung unnützer Kraftvergeudung und einer gefährlichen Zersplitterung vorzubeugen. Man braucht nur die Geschichte der Colonien zu verfolgen, um die...
Page 24 - Augen stehen, sind dcch nur verklärte Griechen, und die edle Harmonie ihrer Glieder, die milden und einfachen Linien des Gesichts, das große Auge, die kurze Stirn, die gerade Nase, der feine Mund gehörten dem Volke an und waren die natürlichen Kennzeichen desselben. Das Maßvolle war ein Hauptcharatter der körperlichen Natur der Griechen.
Page 408 - L [Wie bereits Hermann zu dieser Stelle bemerkt hat, kann man bei der Gymnastik nicht genug Accent auf das formal Bildende derselben legen. In Bezug hierauf sagt Curtius Gr. Gesch. I, S. 480 treffend: »Das Gleichgewicht des leiblichen und geistigen Wesens, die harmonische Ausbildung aller natürlichen Kräfte und Triebe war den Hellenen die Aufgabe der Erziehung, und darum galt eine rüstige Gewandtheit und Schwungkraft der Glieder, Ausdauer im Lauf und Kampf, ein fester, leichter Schritt, freie...
Page 452 - Chor, aas welchem sie sich die einzelnen gar nicht abgesondert vorzustellen vermochten, und Apollon als den Chorführer der Musen. Das war ihnen nicht ein poetisches Bild, sondern ein religiöser Glaube, welchen sie im vordem Giebelfelde des Tempels zu Delphi in einer groszarligen Studiengruppe zur Anschauung brachten.

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