Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation, Volumes 5-6 (Google eBook)

Front Cover
Hoffmann und Campe, 1851 - Austria
0 Reviews
  

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Common terms and phrases

Popular passages

Page 60 - Ich glaube fest an Gott und also auch an eine sittliche Weltordnung. Diese sehe ich in der Herrschaft der Gewalt nicht; deshalb bin ich der Hoffnung, daß auf die jetzige böse Zeit eine bessere folgen wird.
Page 77 - Sie vielmehr als ein widerspenstiger, trotziger, hartnäckiger und ungehorsamer Staatsdiener anzusehen sind, der, auf sein Genie und seine Talente pochend, weit entfernt, das Beste des Staates vor Augen zu haben, nur durch Kapricen geleitet, aus Leidenschaft und aus persönlichem Haß und Erbitterung handelt.
Page 165 - ... bei Ihro Majestät dem Könige gespeist und besuchten nach Tafel das Lager. Ich heftelte mich in mein Zelt ein und durfte so die hohen Herrschaften, welche unmittelbar davor ganz vertraulich auf und nieder gingen, auf das genaueste beobachten. Und wirklich konnte man in diesem Kriegsgetümmel die beiden jungen Damen für himmlische Erscheinungen halten, deren Eindruck auch mir niemals verlöschen wird.
Page 85 - Stein glich ganz auffallend dem Philosophen Fichte. Dieselbe Gestalt ungefähr, kurz gedrungen, breit. Dieselbe Stirn, nur noch breiter und zurückgebogen. Dieselben kleinen, scharfen, funkelnden Augen; fast dieselbe, nur noch mächtigere Nase; die Worte derb, klar, fest, mit kurzer Geschwindigkeit, gleich Pfeilen vom Bogen gerade ins Ziel schlagend. Dieselbe Fichtische unerbittliche, sittliche Strenge.
Page 98 - Wer darf ihn nennen? Und wer bekennen: Ich glaub' ihn. Wer empfinden Und sich unterwinden Zu sagen: ich glaub
Page 122 - Gange ging, mußte jeder treue Diener den Zeitumständen folgen; das war seine Pflicht. Die Zeitumstände aber haben ein ganz anderes Verhältnis herbeigeführt, und es ist ebenfalls Pflicht, diese nie wieder zurückkehrenden Verhältnisse zu benutzen. Ich spreche hier die Sprache eines alten treuen Dieners; und diese Sprache ist die fast allgemeine der Nation. Der Ausspruch Ew. Majestät wird alles neu beleben und enthusiasmieren; wir werden uns wie alte echte Preußen schlagen, und der Thron Ew....
Page 123 - Majestät, daß ich auf dem Sandhaufen ebenso ruhig wie auf dem Schlachtfelde, auf dem ich grau geworden bin, die Kugel erwarten werde.
Page 165 - Sie schwebte", die schöne Königin Luise, hebt er an, „wie ein ganz überirdisches Wesen vor einem in einer englischen Gestalt und von honigsüßer Beredtsamkeit, mit der sie allen die Strahlen ihrer Holdseligkeit zuwarf, so daß jeder wie in einem zauberischen Traume glauben mußte, dieses lebendige, regsame -Frauenbild sei in ihn verliebt und er dürfe nun auch in sie verliebt sein. Eine Zauberin, wenn ich jemals eine gesehen.
Page 87 - Luisens) wird von Besuchern nicht leer, hier erscheinen Soldaten, Geschäftsleute, Menschen aller Art und allen Sinnes — wie ist bei einer solchen Einrichtung ein Geheimhalten möglich und die wichtigsten Dinge werden zu Stadtgesprächen so weiß man z. B., daß ich dem König das Memoire von Don Cevallos zugestellt habe und der Inhalt dieses, Napoleon so sehr herabwürdigenden Aktenstückes, wird bekannt; so wissen ganz unbedeutende Weiber die Personen, so ich zu Finanz-Ministern und Ministern...
Page 59 - Es wird mir immer klarer, daß alles so kommen mußte, wie es gekommen ist. Die göttliche Vorsehung leitet unverkennbar neue Weltzustände ein, und es soll eine andere Ordnung der Dinge werden, da die alte sich überlebt hat und in sich selbst als abgestorben zusammenstürzt. Wir sind eingeschlafen auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen, welcher, der Herr seines Jahrhunderts, eine neue Zeit schuf. Wir sind mit derselben nicht fortgeschritten, deshalb überflügelt sie uns.

Bibliographic information