Joh. Caspar Schweizer: ein Charakterbild aus dem Zeitalter der französischen Revolution. Eingeleitet und herausgegeben von Jakob Baechtold (Google eBook)

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Hertz, 1884 - 286 pages
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Popular passages

Page lxxxi - Und doch ist Gott! Doch war auch Gottes Ratschluß das! Wohlan! Komm! übe, was du längst begriffen hast; Was sicherlich zu üben schwerer nicht Als zu begreifen ist, wenn du nur willst. Steh auf!
Page ci - Erwin und Elmirens" Wiedervereinigung Tränen aufrichtiger Teilnahme geweint, dem fremden lebhaften Herrn aus dem Fenster der Kinderstube, wie einem Götterboten nachstaunte, als ihm seine ältere Schwester gesagt hatte, das sei eben der Herr Goethe, den der Knabe schon aus seinem Stilling kannte, liebte und verehrte. Item — um sich zu guter Letzt noch...
Page 116 - Gesicht, ds. er gern uns tödete. Er und seine 3 brüder, die ich alle auf genohmen um zu bekehren, sind alle (bis der kleine, den ich noch hab) Brigand geworden. Bald hab niemand ehrlicher mehr um mich. Das merkwürdigste ist, wie seit den mordtagen die menschen sich verbösert haben! Jedes kind lacht, hüpft und freut sich, todtenköpfe zu sehen od. selbst im triumph in der Stadt herum zu tragen. Ha, Dieu, quelle generation que celle d'aujourdhui!
Page xliii - Endlich konnte ich doch den großen Mann ganz in der Nähe sehen und sprechen hören; eine kleine schwächliche Figur in einfacher Generalsuniform, ohne Ordenszeichen. Eine hohe Stirn, unter welcher die Habsburger Nase gewölbt hervorspringt. Der Mund sehr groß, das Kinn spitz. Die Backenknochen stark gezeichnet, die Stimme hell, der Blick ruhig und nur zuweilen...
Page ii - Goethen, als er in der Schweiz war, nur einmal durch eine Tür gesehen und sich gleich in ihn verliebt hätte, daß sie ihn nicht hätte noch einmal sehen mögen, da sie eben versprochen war.
Page c - ... sich mit einem Sprung aus dem Bereiche des nach ihm schnappenden Kettenhundes retten mußte; wo einer der Begleiter des Herzogs, ein schlanker, lebhafter Mann, mit auffallender Behendigkeit alle die vielen Schneckengänge eines Blumengartens hinter dem Hause durchlief, um alle vorhandenen Pflanzen zu mustern, und wo Schreiber dieses als neunjähriger Knabe, der wenige Tage zuvor über „Erwin und Elmirens...
Page 5 - Es wäre mir gesund", schreibt er im Dezember 1830 an seinen Freund, „wenn ich die jetzigen Welthändel mit der Ruhe, wie Du, betrachten könnte; denn Du stehst auf dem Rigi der Weisheit und blickst auf das Treiben der Wahnsinnigen im tiefen dämmernden Tale nur wie auf das Gekrabbel eines Ameisenhaufens. Ich muß mich durchaus daraus hinaufarbeiten, denn es bewegt und kränkt mich dermaßen, daß ich die fixe Idee davon nicht los werden kann"432. Daß Heß...
Page 56 - Die Menschen lieben, erziehen, bilden, zum Guten stimmen, nicht durch Deklamation, nicht durch jesuitische List, nicht durch despotischen Zwang, sondern durch Aufklärung, Belehrung, Begünstigung, Unterstützung, Belohnung; durch solches Streben könne nach und nach ein ganzes Land umgestimmt und seinem moralischen und politischen Untergang entzogen werden. Man muß Kraft gegen Kraft, die Tugend dem Laster entgegenstellen. Aber alle gewaltsame Reform ist verwerflich.
Page xcvii - Salomon Landolt, ein Charakterbild nach dem Leben ausgemalt von David Heß", Zürich 1820. Dieses Buch benutzte Gottfried Keller als Quelle für seine Erzählung „Der Landvogt von Greifensee".
Page 9 - Reden, vor deren Unsinn man die Ohren zuhalten möchte, sind eine Folge der Exaltation sogenannter Gläubiger und antichristlicher Wuth radikaler Ungläubiger. Es wird eben heut zu Tage alles zur Partei und Eigennutz ist die Triebseder, der man nur schöne Namen gibt.

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