Jugenderinnerungen ...neu hrsg. ... (Google eBook)

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E. Frensdorff, 1907
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Page 369 - Dieses Baums Blatt, der von Osten Meinem Garten anvertraut, Gibt geheimen Sinn zu kosten, Wie's den Wissenden erbaut. Ist es Ein lebendig Wesen, Das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, Daß man sie als Eines kennt? Solche Frage zu erwidern, Fand ich wohl den rechten Sinn: Fühlst du nicht an meinen Liedern, Daß ich Eins und doppelt bin?
Page 50 - Eines Tages sagte Stock : Goethe, meine Töchter wachsen nun heran, was meinst du, worin soll ich die Mädchen unterrichten lassen? In nichts anderem, erwiderte Goethe, als in der Wirtschaft. Laß sie gute Köchinnen werden, das wird für ihre künftigen Männer das beste sein.
Page 53 - Wohnstube und hörten über sich in der Dachkammer die Stimmen der dichtenden Freunde. In kürzeren oder längeren Pausen ertönte ein schallendes Gelächter, zuweilen von sehr vernehmlichem Fußstampfen begleitet. Wenn die Herren um 12 Uhr zum Mittagessen herunterkamen, waren sie äußerst aufgeräumt und sagten mehr als einmal: heute sind die Philister wieder tüchtig geärgert worden!
Page 7 - ... würde ich viel zu wenig sagen. Denn auf meinem Lebenswege ist mir niemand begegnet, dem jene Gabe mehr wäre verliehen worden als Ihnen, oder der einen so anhaltenden, so schönen Gebrauch von derselben gemacht hätte. Auch ich und die Meinigen haben davon vergangenen Sommer Jie wünschenswerthesten Wirkungen erfahren.
Page 7 - Übel zu begegnen, haben die vorsehenden Gottheiten solche Wesen geschaffen, welche durch eine glückliche Vermittlung dasjenige, was sich ihnen nähert, zu vereinigen, Mißverständnisse aufzuheben und einen friedlichen Zustand in der Gesellschaft herzustellen wissen. Sagte ich nun : Sie, verehrte Freundin, gehören zu diesen, so würde ich viel zu wenig sagen. Denn auf meinem Lebenswege ist mir niemand begegnet, dem jene Gabe mehr wäre verliehen worden als Ihnen, oder der einen so anhaltenden,...
Page 524 - Ein Werk von solchem Umfange über unser gemeinschaftliches deutsches Vaterland und von solchem Einfluß auf alle Provinzen desselben, wie keine Nation ein ähnliches aufzuweisen hat. Nun erst erfuhr Deutschland, was überall literarisch in ihm vorging, es lernte sich selbst kennen, und kam eben dadurch in nähere Verbindung mit sich selbst. Die...
Page 368 - Goethen auseinanderzusetzen, wie jede hellenische Gestalt doppelt anzusehen sei, weil hinter der bloßen Realität ein höheres Symbol verborgen liege. Die einfachen Fälle seien bekannt genug : Ares als Kriegsgott bedeute auch den Krieg, Hebe als die Jugendgöttin auch die Jugend . . . Dieser Doppelsinn sei allen antiken Mythen immanent, wenngleich nicht immer leicht herauszufinden. Den Glaubenden genüge das strikte Wortverständnis, den Wissenden ward der höhere Sinn in geheimen Weihen aufgeschlossen.
Page 5 - ... Humor sagte, wenn der Anfang ihr zu schwer werde, so möge sie ihn nur weglassen, und ihm einen Brief ohne Anfang schicken. Bei so vielen freundlichen Beziehungen konnte es nicht fehlen, daß der Aufenthalt der Frau von der Recke in unserm Hause uns alle mit Behagen erfüllte. Sie empfing alle Abend ihre Freunde bei einer Tasse Thee. Obgleich die Unterredung mit ihr sich in einem engen Kreise bewegte, so überströmte doch der Glanz ihrer Persönlichkeit alle ihr näher tretenden mit einer wohlthätigen...
Page 523 - Sobald ich in Berlin bin, kann ich in der ersten Woche auf festes Einkommen rechnen, weil ich vollgültig Empfehlungen an Nicolai habe...
Page 400 - ... Zuhörern befanden sich, auch als Gäste des Hauses, der Konsistorialrath Marheineke aus Berlin und der berühmte Kriminalist, Präsident von Feuerbach aus Ansbach, beide weder von Jean Pauls Schriften eingenommen, noch von seinen allzu deutlichen Erklärungen. Sie gingen eines Abends mit lautknarrenden Stiefeln im Saale auf und ab. Da unterbrach Jean Paul seinen Vortrag, indem er sagte: er habe wohl schon von vierhändigen Sonaten gehört, aber noch nie von vierfüßigen.

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