Moral und Delinquenz: moralische Entwicklung und Sozialisation straffälliger Jugendlicher

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Juventa, 2004 - Juvenile delinquency - 344 pages
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Gibt es eine Beziehung zwischen der individuellen Moral und dem Begehen von Straftaten oder der Verarbeitung der Taten? Im Alltagsverständnis wird ein solcher Zusammenhang unterstellt und auch im gesellschaftlichen Diskurs wird häufig eine Verbindung gezogen zwischen Jugendkriminalität und der vermeintlichen Auflösung traditioneller Bindungen an soziale Normen. Die individuelle Moral ist sicherlich keine Ursache von Delinquenz, weitgehend ungeklärt ist jedoch, inwieweit moralische Kompetenzen und Orientierungen delinquentes Handeln hemmen oder biographische Wandlungsprozesse fördern können. Im Zentrum des Buches stehen Studien zur moralischen Entwicklung und Sozialisation straffälliger Jugendlicher. Ausgangspunkt sind die kriminologischen Thesen von Lawrence Kohlberg. Im Rahmen seiner Stufentheorie des moralischen Urteils postulierte er, dass jugendliche Straftäter vorwiegend auf den niedrigen Stufen urteilen und starke Entwicklungsverzögerungen aufweisen. Interventionen zur Förderung des moralischen Urteils im Strafvollzug stützen sich auf diese Annahmen, auch in der Moralforschung gelten sie als weitgehend gesichert. Im empirischen Teil der Arbeit wird eine Untersuchung mit 30 männlichen Jugendstrafgefangenen vorgestellt. Neben dem moralischen Urteil werden auch die moralische Orientierung, die allgemeine Akzeptanz von Normen, die Straftaten der Probanden, retrospektive biographische Deutungen und soziale Bedingungen der Moralentwicklung analysiert.

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