Friedrich Heinrich Jacobi's Werke, Volume 5 (Google eBook)

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G. Fleischer, 1820
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Page 485 - Tiere auf Erden, ein jegliches »nach seiner Art! Und es geschah also. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art.
Page 14 - Heftig ergriff sein Herz alles, wovon es berührt wurde, und sog es in sich mit langen Zügen. Sobald sich Gedanken in ihm bilden konnten, wurde jede Empfindung in ihm Gedanke, und jeder Gedanke wieder Empfindung. Was ihn anzog, dem folgte seine ganze Seele ; darin verlor er jedesmal sich selbst...
Page 150 - Freunde, man muß sich dem Stande und dem Iahrhunderte, in dem man sich befindet, gemäß verhalten. Wenn ihr gegenwärtig die Lebensart der Patriarchen annehmen wolltet, so würdet ihr eine Comödie spielen, ein Schattenspiel an der Wand machen; und das war ja vor allen Dingen was wir nicht wollten; genießen wollten wir, was ist und was wir haben können; nie was nicht ist und uns nicht werden kann; unserer und der gegenwärtigen Zeit wollten wir uns mächtig machen, ohne nach Vergangenem und Zukünftigem...
Page 481 - schrack er in seinem Innern; entsetzte sich vor dem sonderbaren Geheimnisse, das in ihm waltete. Er durchforschte jede Falte seines Wesens, und entdeckte bald mit zerknirschender Beschämung, daß er auch an der Stelle, wo er sich ganz rein geachtet hatte, nicht mehr sich rein achten durfte. Ihm schauderte vor dem Abgrunde, an dem er noch stand: vor den Tiefen seines Herzens.
Page 194 - Und gleich einem Fürstenthum ist die Vernunft, wovon ich rede. Ihr gehört jenes herrschende Gefühl, jene herrschende Idee, wodurch allen übrigen Ideen und Gefühlen ihre Stelle angewiesen wird, und ein höchster unveränderlicher Wille in die Seele kommt; von ihr kommt jener auf unüberwindliche Liebe gegründeter unüberwindlicher Glaube, und, mit diesem Glauben, jener heilige Gehorsam, welcher besser ist, denn Opfer.
Page 447 - Ja, Freyheit ist der Tugend Wurz el; und Freyheit ist der Tugend Frucht. Sie ist die reine Liebe des Guten, und die Allmacht dieser Liebe. Ein hohes Wesen! Wie die Gottheit verborgen - und zudringlich, wie die Gottheit! Denn allein durch Freyheit fühlt sich der Mensch als Mensch; durch sie allein ist Selbstachtung und Zuversicht, Wort und Glaube, Friede, Freundschaft, feste Treue möglich, worauf unter Menschen alles beruht.
Page 87 - Handlungen, die nicht aus dem Gefühl der Pflicht unmittelbar und freywillig hervorgehen, die nicht auf dies Gefühl allein sich gründen, sind keine wahrhast pflichtmäßige, keine wahrhaft gute und tugendhafte Handlungen. Alle Menschen kennen dieses Gefühl unter dem Namen des Gewissens, welches die einzige Quelle der Moral, der Ursprung aller Rechte, und der so unendlich verschiedenen gesetzlichen und sittlichen Formen und Einrichtungen ist, die bey der Menge das Gewissen vertreten sollen und...
Page 109 - Große und weise Männer hätten zu allen Zeiten behauptet, daß es Fälle gäbe, wo die heiligen Bildnisse der Gerechtigkeit und Milde auf einen Augenblick verhüllt werden müßten. Die Moral selbst unterwürfe sich alsdann einer vorübergehenden Hemmung ihrer Gesetze, damit ihre Prinzipien erhalten würden.
Page 267 - Wo, gen schwamm mein Auge hinweg in die schöne Fluth, und ließ sich von ihr verschlingen. Leise rieselte unterdessen der liebe» Bach an meiner Seite; gaukelte kleine Wellen daher, Wirbel und Schlünde; — und die Fische hatten ihren Scherz, mit Springen , Schnalzen und Klatschen. Der mächtige Stamm, an den ich gestützt war, schwankte, fast unmerklich, hin und her — bald stärker bald schwächer; wiegte meinen Rücken und bewegte sanft schauerlich mein Haupt. — — — Nie war meine Seele...
Page 328 - Als ob! ... Das war Täuschung also — daß wir Ein Herz, Eine Seele, — Eins in allem uns fühlten? Ich muß aus mir herausgehen als aus einem Fremden, und mich in ihre Stelle versetzen! Versetzen! — Henriette ist mir ein anderer; Henriette ist wider mich.

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