Psychologie: Die Lehre vom bewussten Geiste des Menschen: Th. Die Lehre vom Denken und vom Willen (Google eBook)

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Brockhaus, 1873
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Page 180 - Himmel zu; sie allein hält der Egoisterei das Gegengewicht, sie würde, wenn sie durch ein Wunder augenblicklich in allen Menschen hervorträte, die Erde von allen den Übeln heilen, an denen sie gegenwärtig und vielleicht unheilbar krank liegt.
Page 202 - Wüssten wir auch alles, was im Gehirn bei seiner Tätigkeit vorgeht, könnten wir alle chemischen, elektrischen etc. Prozesse bis in ihr letztes Detail durchschauen — was nützte es? Alle Schwingungen und Vibrationen, alles elektrische und mechanische ist doch immer noch kein Seelenzustand, kein Vorstellen.
Page 202 - Thatsachen des menschlichen Bewusstseins über Bord werfen möchte, weil sie sich nicht im Gehirne mit Händen greifen lassen? Indem die empirische Auffassung die Phänomene des Empfindens, Vorstellens und Wollens dem Gehirne als seine Thätigkeiten zuschreibt, lässt sie nicht nur den thatsächlichen Inhalt des menschlichen Seelenlebens in seinem ganzen Reichthum unberührt und hält namentlich die Thatsache der freien Selbstbestimmung nachdrücklich fest...
Page 203 - Viele thun — als elektrische denkt, nothwendig höchst einfache, in plus und minus bestehende, bei allen Menschen immer identische sein. Wie könnte aus ihnen allein und unmittelbar die unendliche Mannichfaltigkeit der Vorstellungen, Gefühle, Willensrichtungen nicht nur der einzelnen Menschen, sondern ganzer Jahrhunderte hervorgehen?
Page 246 - Raumes" (genauer vielleicht wäre zu sagen: wir haben gar keine „Anschauung" des leeren Raumes, sondern dieser ist nur ein durch Abstraction gefundener Begriff) — „sondern eine räumliche Anschauung einer inhaltvollen Welt, und es war nachzuweisen, wie in jener leeren Form, die wir, wie man sagte, dem Wirklichen der Erfahrung entgegenbringen, dieses Wirkliche seine bestimmten Plätze ein- und seine bestimmten Gestalten annimmt. Die Lösung dieser Aufgabe war unmöglich ohne die Voraussetzung...
Page 208 - Seeleuzustand von unvergleichbar anderm Charakter, etwa die Schallempfindung, bedingt. Zwischen dem durch innere Erfahrung gegebenen Charakter einer Empfindung und dem mechanischen Charakter einer Bewegung materieller Theilchen, seien sie ponderabel oder imponderabel und stelle man sie sich vor wie man wolle, ist offenbar an sich gar keine Beziehung denkbar.
Page 202 - Substanz in diese Relationen des Empfindens, Vorstellens und Wollens eingehe, die Form der psychischen Existenz annehme etc. Sie muss ruhig die Zeit erwarten, wo die Fragen über den Zusammenhang des Inhalts des menschlichen Seelenlebens mit seiner Form statt zu metaphysischen — zu physiologischen Problemen werden.
Page 202 - ... lässt sie nicht nur den thatsächlichen Inhalt des menschlichen Seelenlebens in seinem ganzen Reichthum unberührt und hält namentlich die Thatsache der freien Selbstbestimmung nachdrücklich fest, sie lässt natürlich auch die metaphysischen Fragen offen, was es etwa sei, was als Seelensubstanz in diese Relationen des Empfindens, Vorstellens und Wollens eingehe, die Form der psychischen Existenz annehme ete.
Page 203 - Fanatiker und Pietisten des Materialismus einen Punkt bedenken, der mir bei den bisherigen Discussionen über diese Fragen noch nicht gehörig hervorgehoben scheint. Die elementaren Vorgänge in den Nervenmassen werden wohl, besonders wenn man sie sich — wie heutzutage Viele — als wesentlich elektrische denkt, nothwendig höchst einfache, in Plus und Minus bestehende, bei allen Menschen immer identische sein.

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