Meine Wanderungen und Wandelungen mit ... Heinrich Karl Friedrich von Stein (Google eBook)

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1858
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Page 227 - Jungen, vor welchen Stein, ja nicht einmal unsereiner, nicht die Mütze abgezogen hätte - und Goethe stand vor ihnen in einer Stellung, als sei er der Untere. Eine solche Ungefügigkeit des Leibes, eine solche fast dienerliche Haltung einem...
Page 225 - Wolfgang Goethe, sich das Dombild betrachtend. Und Stein zu uns: «Lieben Kinder, still! still! nur nichts Politisches! Das mag er nicht; wir können ihn da freilich nicht loben, aber er ist doch zu groß.
Page 88 - Jahren 1791, 1792, 1793, 1794 am Rhein; nicht das Volk hatte schuld, man wußte es nicht zu gebrauchen. Hätten die deutschen Könige und Fürsten ihre Schuldigkeit getan, nimmer wäre ein Franzose über die Elbe, Oder und Weichsel, geschweige über den Dnjestr gekommen.
Page 226 - Leib eine gewisse Steifheit und gleichsam Unbeholfenheit hatte: seine Beine waren um sechs, sieben Zoll zu kurz. Ich habe mir das Wesen der Zukurzbeinigen im Leben genug betrachtet. Sie entbehren immer einer leichten natürlichen Beweglichkeit und Schwunghaftigkeit des Leibes, und ich glaube daher, daß der junge Goethe, von seinem achtzehnten bis fünfunddreißigsten Jahr gerechnet, als Reiter, Fechter, Tänzer, Schlittschuhläufer nimmer ein Leichtfliegender hat sein gekonnt.
Page 5 - Ja, mein Fichte, mein alter Fichte war es fast leibhaftig: dieselbe gedrungene Gestalt, dieselbe Stirn, die auch bei Fichte zuweilen recht hell und freundlich glänzen konnte, dieselbe mächtige Nase bei beiden, nur mit dem Unterschiede, daß dieser mächtige Schnabel bei Fichte in die Welt hineinstieß, als die da noch suchte, bei Stein aber wie bei einem, der sein Festes, worauf er stoßen sollte, schon gefunden hatte. Beide konnten freundlich sein, Stein noch viel freundlicher als Fichte; in beiden...
Page 212 - Jch bin — in jenen Tagen auch eine Kriegslast — bei der edlen altburgundischen Familie Gontard, dann bei dem wackern patriotischen Deutschen, dem Buchhändler Eichenberg, auf gut Soldatisch einquartiert gewesen und habe die Liebe und Freundschaft dieser trefflichen Menschen gewonnen, die mir bis in diese spätesten Jahre geblieben ist. Eichenberg war ein sehr gebildeter Mann, ein Zögling des...
Page 224 - Juli] einen Bedienten, ich möge nach dem Dom kommen, wo ich ihn finden werde. Da kam auch sein Adjutant Eichhorn eben frisch aus Berlin auf einen Morgengruß zu mir, im Begriff nach Paris weiter zu gehen, wo er als des preußischen Ministers Freiherrn Altenstein Adjutant wirken sollte . . . Ich sagte ihm : Stein ist da, wir finden ihn im Dom - und wir gingen flugs dahin.
Page 233 - Nein! wie der mit Fürsten umgeht! mir „ist noch ganz heiß davon; ich zitterte immer, es würde „Seenen geben." Und es hatte, mein' ich, eine ganz bunte muntre Seene gegeben.
Page 226 - Ich kann mir denken, wie die beiden Reisegefährten jeden Zusammenstoß vermieden; es war gewiß die äsopische Reise des steinernen und irdenen Topfes. So gingen sie auch in Köln nebeneinander hin mit einem zarten Noli me längere. Nimmer habe ich Steins Rede in Gesellschaft stiller tönen gehört.
Page 226 - Heros Goethe ein paar Tage recht ruhig betrachten, mich seines herrlichen Angesichts erfreuen : die stolze breite Stirn und die schönsten braunen Augen, die immer wie in einem Betrachten und Schauen begriffen offen und sicher feststanden...

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