Die Tagesansicht gegenüber der Nachtanlicht (Google eBook)

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Breitkopf und Härtel, 1879 - Immortality - 274 pages
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Page 11 - Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen, seelenlos ein Feuerball sich dreht, lenkte damals seinen goldnen Wagen Helios in stiller Majestät. Diese Höhen füllten Oreaden, eine Dryas lebt' in jenem Baum, aus den Urnen lieblicher Najaden sprang der Ströme Silberschaum.
Page 4 - Was wir der Welt um uns abzusehen, abzuhören meinen, es ist Alles nur unser innerer Schein , eine Illusion , die man sich loben kann , wie ich's noch jüngst gelesen; bleibt aber eine Illusion. Licht und Ton in der äußeren, von mechanischen Gesetzen und Kräften beherrschten , zum Bewußtsein noch nicht durchgedrungenen, Welt über die organischen Geschöpfe hinaus sind nur blinde stumme Wellenzüge...
Page 10 - Zur Wahrheit, die der Geist verlangt, verlangt das Herz nach Schönheit; kann es aber eine schönere Welt geben, als worin die Schönheit selber zur Wahrheit wird. Und wird sie es auch nach der Tagesansicht nur ganz in Gott für Gott , der Alles sieht und hört , so hat doch , wer in seinem Sinne sieht und hört, sein Theil daran.
Page 4 - Wie . s'ihr.'und um was sie zanken mag, darin reichen sich Philosophen und Physiker, Materialisten und Idealisten, Darwinianer und Antidarwinianer, Orthodoxe und Rationalisten die Hände. Es ist nicht ein Baustein, sondern ein Grundstein der heutigen Weltansicht , daß es so ist, wie ich sagte, daß es ist; glücklich, daß sie doch in etwas stimmt. Was wir der Welt um uns abzusehen, abzuhören meinen, es ist Alles nur unser innerer Schein , eine Illusion , die man sich loben kann , wie ich's noch...
Page 158 - Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst geben Rat und Tat.
Page 159 - Gott thut, das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten.
Page 4 - Erkenntnißtheorien, in denen die Philosophie sich eben jetzt erschöpfen und leeren will, als wollte sie noch eine Philosophie gebären , führt keine zu einem Zweifel an der Richtigkeit dieser Thatsache, es sei denn , um den Zweifel für unlösbar zu erklären , oder die Welt in Stäubchen zu zertrümmern , die nur sich selber , aber nicht die Welt erleuchten.
Page 5 - Aber wird sie mit solchen Zügen vor der Welt bestehen können, wenn diese ihrerseits anfängt, sich zu besinnen? Vielmehr, hätte sich die Welt die ganze Unerbaulichkeit dieser Ansicht, die ganze UnWahrscheinlichkeit derselben, die ganze Schwäche ihrer Gründe von jeher so klar dargestellt , als mir in jener Stunde, sie hätte nie zur Weltansicht werden können.
Page 77 - ... durch Verallgemeinerung, Erweiterung und Steigerung der Gesichtspunkte, die sich hier ergeben, zur Ansicht dessen zu gelangen, was darüber hinaus in den andern, weiteren und höheren Gebieten der Existenz gilt, an die wegen ihrer Ferne unsere Erfahrung nicht reicht, oder deren Weite und Höhe unsere Erfahrung...
Page 260 - Denn gleichwie Ein Leib ist, und hat doch viele Glieder; alle Glieder aber Eines Leibes, wiewohl * ihrer viele sind, sind sie doch Ein Leib; also auch Christus.

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