Völkerkunde, Volume 3 (Google eBook)

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Verlag des Bibliographischen Institut, 1888 - Anthropology
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Page 345 - ... türkischen Kulturwörtern vorhandenen einzelnen Lichtfaden in eine Fackel zusammenfassen und beim Lichte derselben in die Dunkelheit des vorgeschichtlichen Zeitalters zurückblicken, so werden wir sehen, ,daß wir es hier mit einem seinem innersten Wesen nach durch und durch nomadischen Volke zu tun haben, dessen überwiegende Mehrzahl seit undenklichen Zeiten auf den weiten, mit Gras und Schilf bedeckten Niederungen Asiens vom Altai bis zur Wolga mit seinen Pferde-, Schaf- und Kamelherden umherirrte,...
Page 549 - An den Chinesen haben wir eine ungezählte Menge von Erfindungen bewundert, und von ihnen uns angeeignet, aber wir verdanken ihnen nicht eine einzige Theorie, nicht einen einzigen tieferen Blick in den Zusammenhang und die nächsten Ursachen der Erscheinungen.
Page 5 - Es erfolgen Umwälzungen, aber keine Entwickelungen und mumienartig eingesargt stockt im Thale des Nils die Cultur der Aegypter; sie zählen die einförmigen Pendelschläge der Zeit, aber die Zeit hat keinen Inhalt; sie haben Chronologie, aber keine Geschichte im vollen Sinne des Worts. Solche Zustände der Erstarrung duldet der Wellenschlag des ägäischen Meeres nicht, der, wenn einmal Verkehr und geistiges Leben erwacht ist, dasselbe ohne Stillstand immer weiter führt und entwickelt.
Page 268 - Boden ist übrigens jeder Kultur fähig, wenn es nur hier Leute gäbe, die arbeitsam genug wären, ihn zu bebauen. Indigo, Baumwolle und Melonen wachsen wild, Reis und Weizen könnten in jeder beliebigen Menge gewonnen werden; ersterer ist vorzüglich gut, aber so selten, dass ihn der Sultan nur als Geschenk giebt.
Page 5 - Uebergewicht bringen. Sehr gut hat Ernst Curtius hervorgehoben, wie Euphrat und Nil Jahr um Jahr ihren Anwohnern dieselben Vorteile bieten und ihre Beschäftigungen regeln, deren stetiges Einerlei es möglich macht, dass Jahrhunderte über das Land hingehen, ohne dass sich in den hergebrachten Lebensverhältnissen etwas Wesentliches ändert. Es erfolgen Umwälzungen, aber keine Entwickelungen, und mumienartig eingesargt stockt im Thale des Nils die Kultur der Aegypter ; sie zählen die einförmigen...
Page 370 - Besser, wenn eine Tochter nicht geboren oder nicht am Leben bleibt, Wird sie geboren, so ist es besser, wenn unter der Erde, Wenn das Totenmahl mit der Geburt vereint.
Page 392 - Tibeter, den Indern so nahe, aber durch den Himalaja getrennt, über den nur beschwerliche Päfse den Verkehr zwischen beiden Völkern möglich machen, haben auf Indien keinen...
Page 96 - Nrbildung oder überhaupt von einer alten äthiopischen Nationalbildung, von der die neuere Gelehrsamkeit so viel zu rühmen weiß, nichts zu entdecken war, ja daß wir allen Grund haben, eine solche völlig zu leugnen. Was von den Nachrichten der Alten nicht auf gänzlichem...
Page 97 - Meroe (dessen Namen sich in einer der südlichsten Pyramiden Meru oder Merua geschrieben findet) war zugleich erster Priester des Ammon; wenn ihn seine Gemahlin überlebte, so folgte sie ihm in der Regierung, und neben ihr nahm der männliche Thronerbe nur die zweite Stelle ein; andernfalls folgte, wie es scheint, der Sohn, welcher schon bei Lebzeiten seines Vaters die königliche» Schilder und Titel führte, und zweiter Priester des Ammon war.
Page 125 - llrbün) nenne ich hier nach der Sitte des Landes diejenigen Bewohner, welche sich nachweislich erst später im Nilthale niedergelassen und mit gewissen Gerechtsamen Dörfer gegründet haben. Sie unterscheiden sich durch ihre freie Abkunft und ihren männlicheren Charakter sehr bestimmt von dm Fellahs (rellnn', pl.

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