Reden und Vorträge (Google eBook)

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Weidmann, 1901 - Greece - 278 pages
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Page 152 - Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang, Und ihre vorgeschriebne Reise Vollendet sie mit Donnergang. Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke, Wenn keiner sie ergründen mag; Die unbegreiflich hohen Werke Sind herrlich wie am ersten Tag.
Page 92 - Mitbürger! Freunde! Römer, hört mich an: Begraben will ich Cäsarn, nicht ihn preisen. Was Menschen Übles tun, das überlebt sie, Das Gute wird mit ihnen oft begraben. So sei es auch mit Cäsarn! Der edle Brutus Hat euch gesagt, daß er voll Herrschsucht war; Und war er das, so war's ein schwer Vergehen, Und schwer hat Cäsar auch dafür gebüßt. Hier, mit des Brutus Willen und der andern — Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann, Das sind sie alle, alle ehrenwert! — Komm...
Page 8 - Übersetzung lesbar? liest sie jemand? was hat den ehrlichen Menschen die attische Tragödie mehr verekelt als die Hobelbank Donners? es sei denn die Art, wie diese Übersetzungen auf der Bühne gespielt werden. Dichter von...
Page 92 - Mund sich scheut, auch nur von fern daran zu rühren, auf daß er es nicht entweihe. Es ist ein einsamer Mann gewesen, der nun eingehet in das Reich des ewigen Schweigens; vielen seiner Kollegen ist er ganz fremd geblieben, ganz wenigen nur nahe getreten und geblieben. An einen engen Kreis wendet sich die Wissenschaft oder die Wissenschaften, die er vertrat; hier steht wohl keiner, der alle die Sprachen buchstabieren kann, in denen er Texte gedruckt hat. Und doch ist sein Name in weiteren Kreisen...
Page 130 - Es ist nicht anders, und es konnte nicht anders sein : die Geschichtswissenschaft mußte den Glauben an ein solches abstraktes Ideal zerstören, sintemal eine goldene Zeit so wenig hinter uns wie vor uns liegt. Was an seine Stelle getreten ist, mag minder erhaben sein, obgleich auch das schwerlich; denn wir sehen nun in anderthalb Jahrtausenden eine Kultur den ganzen Kreislauf der Entwicklung durchmachen, wir sehen einen Ring an der Kette der Ewigkeit sich runden und schließen.
Page 108 - Menschenkind, was bist du? was kannst du?« Aber wenn tönend dann der junge Tag geboren wird, ruft der ihm zu: »Steh auf, du Menschenkind, steh auf und wirke, was dein Tag von dir verlangt, wozu Gott in deine Seele die lebendige Schaffenskraft gelegt hat: erwirb dir durch Arbeit einen Anteil am Ewigen und Unendlichen.
Page 5 - ... der Urschrift um so weiter entfernt, je sicherer er des Verständnisses ist, je mehr er wagen kann, des dichters gedanken, empfindungen, Stimmungen frei aus sich zu geben, weil er sie ganz in sich aufgenommen hat.
Page 2 - ... es ist vielleicht nur ein schwaches mittel, aber wir philologen verfügen allein darüber: wir müssen das unsere tun als Deutsche. die leute wollen von uns ja wenig wissen; das ist ihre sache und beruht für viele auf gegenseitigkeit. aber sie wollen auch von den idealen nichts wissen, denen wir doch deshalb unser leben gewidmet haben, weil wir an sie glauben. das kann uns nicht gleichgiltig sein.
Page 26 - Was zu wünschen ist, ihr unten fühlt es ; Was zu geben sei, die wissen's droben. Groß beginnet ihr Titanen ; aber leiten Zu dem ewig Guten, ewig Schönen, Ist der Götter Werk; die laßt gewähren!
Page 123 - Die Kultur kann sterben, denn sie ist mindestens einmal gestorben. Der Schakal heult in Ephesos, wo Heraklit und Paulus gepredigt hatten ; in den Marmorhallen von hundert kleinasiatischen Städten wuchern die Dornen und kauern nur vereinzelt verkümmerte Barbaren; Wüstensand wirbelt über dem Göttergarten Kyrenes. Doch wozu Bilder aus der Ferne? Wer einmal mit Nachdenken über das Forum Roms gewandert ist, mufs inne geworden sein, dafs der Glaube an den ewigen kontinuierlichen Fortschritt ein Wahn...

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