Ästhetik: Psychologie des Schönen und der Kunst, Volume 2 (Google eBook)

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Voss, 1906 - Aesthetics
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Popular passages

Page 101 - Gewifs pflegen ja Kunstwerke einem Künstler ihr Dasein zu verdanken. Wenn es aber auch nicht so wäre, sondern ein Kunstwerk wäre fertig vom Himmel gefallen , dann wäre es eben dasjenige, was es ist, und hätte darum den Wert, den es hat.
Page 89 - Wirklichkeitszusammenhange herausnimmt. Diese Funktion ist eine Ideelle, das Sinnliche ist zum materiellen Träger oder sinnlichen Substrat einer ideellen Welt geworden. Diese Funktion können wir auch bezeichnen als Funktion des Symbolisierens. Dann dürfen wir sagen, das Wesen der Kunst besteht darin, dafs sie einem Sinnlichen eine Daseinsweise gibt, durch die es zum ästhetischen Symbol wird. So entkleidet der Bildner im Marmor den Marmorblock der materiellen Funktionen, die er als Teil des Wirklichkeitszusam...
Page 190 - Weise, wie die Gegenstände im Raume zusammen sind und sozusagen innerlich Zwiesprache halten; Zwiesprache unter sich oder mit Luft und Licht, in jedem Falle im Raume oder durch ihn hindurch. Und das „Raumgefühl" nun, das ich hier im Auge habe, ist das Erleben und die Anteilnahme an dieser Zwiesprache.
Page 1 - liegt" für mich etwas in einem Gegenstande; es liegt darin, allgemein gesagt, eine innere oder seelische Erregung. Statt dieses Ausdruckes kann ich aber auch noch einen weiteren Ausdruck...
Page 29 - Ist mir etwa ein Bild von lieber Hand geschenkt, so kann zwischen dem Bilde und der »lieben Hand« die innigste Assoziation bestehen. Aber mit dem ästhetischen Wesen des Bildes hat dies nichts zu tun.
Page 651 - Die ethischen Grundfragen von Lipps gehören zu den Schriften, die jeder gelesen haben muß, der auf der Höhe der Bildung unserer Zeit stehen will. Fordern sie da und dort zum Widerspruch heraus, so werden sie doch sicherlich nach mehr als einer Richtung ihre Wirkung nicht verfehlen, denn sie spenden nicht nur Aufklärung über das Wesen der Sittlichkeit, sie tragen...
Page 96 - Gefafste, und nur sofern es so geformt oder gestaltet ist . Und künstlerische Form ist nichts anderes als die Daseinsweise des Inhaltes, durch welche dieser eben zum Inhalte wird. Beide sind derart im Kunstwerke Eines, dafs es nicht möglich wäre, in irgend einem Kunstwerke die Form, dh die Daseinsweise des Inhaltes auch nur im geringsten zu ändern, ohne dafs eben damit das Kunstwerk an der bestimmten Stelle einen anderen Inhalt gewänne und umgekehrt. So kann man nicht etwa die dramatische Form...
Page 409 - Kräfte nun nennen wir auch mechanische Kräfte, Gesetze der Bewegung mechanische Gesetze. Wir dürfen demnach auch sagen: ästhetisch wertvoll sind solche Formen, die für unsere ästhetische Betrachtung — die das Dasein in ein Werden, also in Bewegung auflöst — nach mechanischer Gesetzmäfsigkeit ihr Dasein gewinnen und haben. Oder kurz, ästhetisch wertvoll sind die aus sich selbst mechanisch verständlichen Formen; ästhetisch unwert sind die aus sich selbst mechanisch unverständlichen,...
Page 410 - ... ästhetisch wirksamen Formen fallen nun zusammen mit denjenigen, welche die abstrakte mathematische Rechnung und Konstruktion als aus den im bestimmten Falle wirkenden Kräften mit Notwendigkeit sich ergebende erweist. Dabei unterscheidet Lipps zwar die ästhetische Mechanik von der physikalischen : „die letztere zeigt, wie Formen unter Voraussetzung bestimmter bewegender Kräfte tatsächlich entstehen. Die ästhetische Mechanik dagegen hat nichts zu tun mit solchem tatsächlichen Entstehen...
Page 21 - Vorgänge als Einfühlung bezeichnen. Zugleich müssen wir doch beide Arten der Einfühlung voneinander unterscheiden. Und dies tun wir, indem wir sie als positive und negative Einfühlung einander gegenüberstellen.

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