Ueber das höchste Gut (Google eBook)

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Breitkopf und Hartel, 1846 - Philosophy - 67 pages
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Page 10 - Einzelstc und Unterste des Lebens von ihm durchgebildet werden soll. Der Mensch soll, so viel an ihm ist, die größte Lust, das größte Glück in die Welt zu bringen suchen, ins Ganze der Zeit und des Raumes zu bringen suchen.
Page 67 - Eine Moral und Religion muß einst kommen, nicht als Zerstörerin der bisherigen, sondern als Blüte über der bisherigen, welche das Wort Lust wieder zu rechten Ehren bringt. Eine solche wird die Klöster schließen und das Leben öffnen und die Kunst heiligen...
Page 21 - Begriff herumarbcitct, mit seiner Laterne umsonst daran herumleuchtet, merkt er, daß dies Harte, Unantastbare selbst in seinen Meißel einschneidet, und das Licht seiner Laterne zu überleuchten anfängt, und erkennt endlich den selbstleuchtenden Diamanten, das zugleich Edelste und Unzerstörbarste darin, und wirft seinen Meißel und seine Laterne weg, um sich fortan des Diamanten statt beider zu bedieueu.
Page 4 - Es gilt mir, auch den Blick bis zur Höhe ihres Antlitzes zu erheben, statt ihn auf die dunklen Falten ihres Kleides zu heften; weniger nach ihren Füßen zu blicken, womit sie jede Blume, die in ihrem Wege wächst, schonungslos niedertritt, als nach ihren Händen, aus denen zu allen Lustsaaten, die auf der Erde sprießen, erst der Samen, dann der Segen kommt („Über das höchste Gut
Page 34 - Zur rechten Einschätzung des Fechnerschen „Eudämonismus" wird nun aber weiter zu berücksichtigen sein, daß er es „zu den ersten und wichtigsten Folgerungen" seines Prinzips rechnet, „daß der Mensch sich in den Hauptbeziehungen des Lebens, statt nach eigner Einzelberechnung der Folgen seiner Handlungen, nach allgemeinen Gesetzen und Regeln zu richten habe, welche im Durchschnitt, im Ganzen das beste Resultat gewähren, und wovon die moralischen Grundregeln selbst die höchsten und wichtigsten...
Page 9 - Arbeit zu heben, im Schweiße seines Angesichts den Garten zu graben, mit Bedacht den Strauch zu wählen, zu pflanzen, zu veredeln, mit Geduld zu Pflegen, mit Hoffnung die Knospen zu grüßen, mit Freudigkeit die Rosen zu pflücken, wenn sie am schönsten erblüht sind, mit Jauchzen den Becher und die Liebste damit zu kränzen, sie zum Reigen zu führen mit den...
Page 49 - Gegeniheil, und man kann das Princip natürlich nicht durch falsche Folgerungen widerlegen. Unser Princip lässt ja seiner Natur nach nichts zu, was das Glück der Welt im Ganzen mehr benachtheiligt, als fördert. Brächte aber jener Grundsatz nicht wirklich mehr Unheil als Heil in die Welt, und alles Unheil wird sich zuletzt in Unlust auflösen, so würde ihn auch Niemand je getadelt haben. Folgendes ist zu erwägen: die Anwendung schlechter Mittel zu guten Zwecken kommt näher angesehen im Allgemeinen...
Page 67 - ... nicht als Zerstörerin der bisherigen, sondern als Blüte über der bisherigen, welche das Wort Lust wieder zu rechten Ehren bringt. Eine solche wird die Klöster schließen und das Leben öffnen und die Kunst heiligen, und doch heiliger als alles Schöne das Gute halten, was nicht bloß lustzeugend ist in der nahen Gegenwart, sondern für alle Zukunft und rings im Kreise; und als das heiligste von allem Guten Gott halten, der alles Gute in seiner Hand und alle Guten unter seiner Hut trägt und...
Page 41 - Kant nennt es einen Fehler aller Prinzipe der Lust, daß sie die Moral zu etwas Empirischem machen, denn was Lust und Unlust gebe, könne nur aus Erfahrungen erkannt werden. Ich finde meinerseits einen Vorzug aller...
Page 21 - An dem Begriffe der Lust aber findet der Verstand von vornherein gar keinen Angriffspunkt und Eingang." „Nachdem der Verstand den Begriff der Lust von aller fremden Zutat gereinigt, liegt derselbe vor ihm, ein einfaches, kahles, nacktes Ding, denn was jemand noch davon aussagen möchte, es ist nur etwas um und an der Lust, nicht Lust, die im Gefühle ihrer selbst und nur in diesem und unmittelbar klar wird.

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