Wilhelm Meisters Wanderjahre: Wilhelm Meisters Wanderjahre (Google eBook)

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Basse, 1823
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Page 108 - Schnell die Hand zum Herzen drückte, Als die Dame von Fayel Er zum ersten Mal erblickte! - '« Seit demselben Augenblicke , Drang durch alle seine Lieder, 126 Unter allen Weisen stets Jener erste Herzschlag wieder. > Aber wenig mocht' ihm frommen All die süße Liedertlage, , ... Nimmer darf er dieses hoffen, Daß sein Herz an ihrem schlage.
Page 109 - Seines Herzens Schlag zu stillen. Als er schon im heil'gen Lande Manchen heißen Tag gestritten, Fährt ein Pfeil durch Kreuz und Panzer, Trifft ihm noch das Herze mitten. »Hörst du mich, getreuer Knappe? Wann dies Herz nun ausgeschlagen, Zu der Dame von Faiel Sollt du es hinübertragen!
Page 110 - Ängstlich klopfen alle Herzen, Eines nur ist ohne Zittern. Golden strahlt die Sonne wieder, Frankreichs Küste glänzet drüben, Freudig schlagen alle Herzen, Eines nur ist still geblieben. Schon im Walde von Fayel Schreitet rasch der Urne Träger, Plötzlich schallt ein lustig Horn Samt dem Rufe wilder Jäger; Aus den Büschen rauscht ein Hirsch, Dem ein Pfeil im Herzen stecket, Bäumt sich auf und stürzt und liegt Vor dem Knappen hingestrecket.
Page 109 - In geweihter, kühler Erde Wird der edle Leib begraben; > Nur das Herz, das müde Herz, Soll uoch keine Ruhe haben. Schon in einer goldnen Urne, Liegt es, wohl einbalsamiret , Und zu Schiffe steigt der Diener, Der es sorgsam mit sich führet. Stürme brausen, Wogen schlagen, Blitze zucken, Maste splittern, Aengstlich klopfen alle Herzen, Eines nur ist ohne Zittern.
Page 85 - Rolle, daß er aufschauderte. Die Knochen am Boden waren wirklich menschliche Schädel und Gerippe. Der Alte winkte und ging in eine dunkle Ecke. Er schloß eine schwere, mit Eisen beschlagene Thür auf und klomm eine steinerne, aus vielen Stufen bestehende Treppe vorauf. Darnach kamen sie in einen neuen Gang, dessen oberes Ende wieder durch eine Thüre verschlossen war. Hier athmete Wilhelm freier; denn durch ein Paar eiserne Gitter fiel das Tageslicht herein, das er ungern so lange vermißt hatte.
Page 84 - Der Baron stand still. Der Knappe ging an den Mauern umher und beleuchtete ein Dutzend dicker eiserner Ringe, die in das Gestein gefügt waren und zum Theil lange Ketten hielten.' Er machte durch Rasseln mit einer jeden darauf aufmerksam und stieß absichtlich an einzelne Gebeine, die auf dem Grunde umher lagen. „Das Verließ...
Page 103 - Jeder würde ohne Nachrede seine Vorgänger benutzen, und der Wetteifer erst dann aufhören, wenn die Erscheinung einer wahrhaft vollendeten Darstellung ihn in einem Punkte zur Stille wiese. So lange wir aber diese Volksthümlichkeit unsrer Kunst nicht wieder gewonnen haben, sollten alle Schriftsteller wenigstens den Grundsatz anerkennen, daß alle unvollkommenen, mittelmäßigen Werke als ohnehin vergänglich, den künftigen Dichtem zu freier Benutzung Preis gegeben seyn.
Page 256 - Coucy, den Abschied zu verkürzen und in der Einsamkeit freier zu athmen. Schon saßen sie im Sattel — noch ein Händedruck und ein Lebewohl — und nun trugen die Rosse unsere Freunde von so vielem, was liebend hinter ihnen zurück blieb, immer weiter in eine Ferne, die ihnen dunkel schien, wie die umgebende Nacht.
Page 73 - Die ganze gegenwärtige Welt-Verfassung scheint mir auf eine allgemeine prosaische Langeweile berechnet, und darum halte ich es für wahrhaft vernünftig, mit seinem Geiste in eine frühere Zeit und Sitte zurückzukehren, wo alles anders war, wo man nicht bloß in der Ferne, sondern in seinen eignen Lebensverhältnissen etwas Romantisches fand.
Page 172 - Kräften, die Perspektive in lauter wohl geordnete Lebensverhältnisse, das Formen- und Mienenspiel eines in der Ruhe immer regen Geistes — die sind das wahre Urbild aller Kunst, welche den äußern Stoff handhabt, die schöne Frucht von der andern Künste vereinter Bemühung.

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