Aktuelle Probleme der Bilanzierung von Emissionsrechten

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Diplomica Verlag, 2007 - Business & Economics - 98 pages
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Das Problem der Umweltverschmutzung ist heutzutage aktueller denn je. Einer der Ziele der Bekämpfung der Umweltprobleme ist die Minderung der CO2-Ausstöße. Ursprünglich basierend auf dem Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997, wurde dafür in der EU die Einführung eines verpflichtenden Emissionshandelssystems beschlossen. Dies stellt die betroffenen Unternehmen vor neuen Herausforderungen nicht nur bei der Gestaltung deren Umweltpolitik, sondern auch auf dem Gebiet des Rechnungswesens. Im Jahr 2005 startete der Emissionshandel in Deutschland. Dementsprechend hat im Geschäftsjahr 2005 zum ersten Mal das Problem der Bilanzierung von Emissionsrechten unmittelbare Auswirkungen auf die Bilanzierungspraktiken der Unternehmen gehabt. Genau das stellte sich bei näherer Betrachtung als ein großes Problem dar, insbesondere bei der Bilanzierung nach der internationalen Rechnungslegung (IAS/IFRS). Der Versuch, die Bilanzierung von Emissionsrechten in der Interpretation des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) zu regeln, ist letztendlich gescheitert. Seitdem wurden keine weiteren Regelungen zur Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS verabschiedet, so dass die betroffenen Unternehmen unfreiwillig vor einer kreativen Aufgabe standen, eigene Bilanzierungsregeln für diesen Fall zu entwickeln. Aufgrund der entstandenen Situation wird die Bilanzierung von Emissionsrechten im Schrifttum heftig diskutiert. Trotzdem findet man im Anbetracht der Wichtigkeit dieses Themas relativ wenig Informationen zur Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS. Außerdem werden einige Aspekte gar nicht erwähnt, so dass manche Regelungslücken nicht mal mit Hilfe der Zusatzliteratur zu füllen sind. Das Ziel des vorliegenden Buches ist das Aufzeigen der in diesem Zusammenhang entstandenen Probleme und die Suche nach deren möglichen Lösungen. Dafür werden zuerst kurz die rechtlichen und ökonomischen Grundlagen des Emissionshandels und deren Umsetzung im Unternehmen, sowie die allgemeinen Grundsätze der Bilanzierung nach IAS/IFRS geschildert. Auf diesem Hintergrund basierend werden dann die Möglichkeiten der Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS aufgezeigt und diskutiert. Trotz Zurücknahme wird auf die Bilanzierungsprinzipien des IFRIC 3 eingegangen, da dies der einzige Versuch war, die Bilanzierung von Emissionszertifikaten nach IAS/IFRS zu regeln. Es werden nicht nur ausführliche Erklärungen dieser Interpretation vorgetragen, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung damit vorgenommen und deren Stellenwert in der heutigen Bilanzierungspraxis ermittelt. Weiterhin werden die IAS/IFRS-Standards untersucht, die nach der gültigen Rechtslage auf die Bilanzierung von Emissionsrechten anwendbar sind. Das Ziel ist dabei, ein Bild der möglichen bilanziellen Lösungen zu erschaffen, die mit den aktuellen Standards konform sind. Schließlich werden einige alternative, nach jetzigem Stand der IAS/IFRS-Rechnungslegung nicht erlaubte, aber im Schrifttum diskutierte Bilanzierungsvarianten dargestellt, um dem Leser einen Blick über den Tellerrand zu verschaffen und der Tatsache Rechnung zu tragen, dass sich auch außerhalb der gültigen IAS/IFRS-Regelungen sinnvolle Lösungen zur Bilanzierung von Emissionsrechten finden lassen. Um die theoretischen Ausführungen anschaulich zu gestalten, werden einige komplizierte Vorgehensweisen anhand einfacher Bilanzierungsbeispiele verständlich gemacht. Stellenweise werden auch praktische Beispiele aus den ausgewählten Geschäftsberichten 2005 herangezogen. Schon aufgrund der geschilderten Tatsachen kann man behaupten, dass die Bilanzierung von Emissionsrechten nach IAS/IFRS eine problemvolle Angelegenheit ist. Im Verlauf dieses Buches wird aber klar, vor welch komplizierten Herausforderungen die Unternehmen diesbezüglich stehen, wie viel Verwirrung auf dem Gebiet zur Zeit herrscht und mit welchen Problemen die Unternehmen sich bezüglich der Bilanzierung von Emissionsrechten auseinandersetzen müssen.

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About the author (2007)

Natalija Berner, geboren in Riga (Lettland), hat in ihrem Heimatland Germanistik studiert und nach dem erfolgreichen Abschluss (Bachelor der deutschen Philologie) ein weiteres Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin aufgenommen. Durch mehrere Praktika in größeren und kleineren Unternehmen kam sie zur Entscheidung, als einen Schwerpunkt ihres Studiums Rechnungswesen und Controlling zu wählen. Insbesondere die Aktualität und die unmittelbare Praxisnähe der zu erforschenden Probleme waren ausschlaggebend für diese Wahl. Aus denselben Gründen wurde auch das Thema der Diplomarbeit ausgesucht: top-aktuell, spannend, praxisrelevant und bis jetzt gesetzlich nicht lückenlos geregelt. Die Arbeit wurde mit "sehr gut" bewertet und rundete das insgesamt sehr erfolgreiche Wirtschaftsstudium von Natalija Berner ab.

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