Kinderarmut in Deutschland: Wie wirkt sich Armut auf die Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern aus? (Google eBook)

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Diplomarbeiten Agentur, 2012 - Social Science - 40 pages
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Kinderarmut galt in Deutschland lange Zeit als unbedeutendes Randph„nomen. Im Zuge des Wandels von Arbeitsmarkt- und Familienstrukturen l„sst sich jedoch seit Beginn der 90er Jahre ein Auseinanderdriften der Gesellschaft beobachten, in dessen Verlauf breite Teile der heranwachsenden Bev”lkerung als Modernisierungsverlierer zur ckbleiben. Auch immer mehr Kinder aus der traditionellen Mittelschicht wachsen in Armutslagen auf. Diese Entwicklung hat den ”ffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs um Chancengerechtigkeit erneut entfacht. Innerhalb der letzten Jahre erschienene Studien liefern eine detaillierte Analyse der Auswirkungen von Armutslagen auf Lebensbedingungen und Verwirklichungschancen von Kindern. Wenig beachtet blieb jedoch bisher, in welchem Maáe sich Armutsstrukturen ber Generationen hinweg verfestigen. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, inwieweit Kinderarmut in Deutschland als spezifische Reproduktionsform sozialer Lagen verstanden werden kann. Unter R ckgriff auf Pierre Bourdieus Theorien von Habitus und Kapital werden individuelle und institutionelle Mechanismen aufgezeigt, die eine sogenannte Vererbung von Lebenschancen beg nstigen. In der Kindheit erfahrene Mangelzust„nde beeinflussen nicht nur die aktuelle Lebenslage von Kindern, sondern auch ihre Entwicklungs- und Lebenschancen. Als zentrale Einflussfaktoren auf die langfristige Verfestigung erlebter Benachteiligungen werden die famili„re Ausstattung mit Kapitalressourcen, die habituelle Disposition der Eltern sowie die Verf gbarkeit externer Unterst tzung identifiziert. Kinder, die in armen Familien aufwachsen, haben, so das Fazit, ein erh”htes Risiko, sp„ter selbst in Armut zu leben. Eine Beschr„nkung der Ursachensuche von Armutskarrieren auf die individuelle Ebene greift jedoch zu kurz. Vielmehr f hrt erst die Interaktion mit gesellschaftlichen Institutionen, wie dem Bildungs- oder Sozialsystem, zur Entstehung von Bedingungen, welche eine Verfestigung multipler Deprivationen hervorrufen k”nnen. An dieser Stelle finden sich entscheidende Ansatzpunkte f r eine armutsvermeidende Sozial- und Familienpolitik.
  

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Common terms and phrases

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About the author (2012)

Ricarda R”leke wurde 1896 in Helmstedt geboren. Nach Abschluss ihres Studiums der Europawissenschaften (BA) an der Universit„t Passau (2009) studierte sie Sozialpolitik an der London School of Economics (Abschluss MSc 2010). W„hrend ihres Studiums setzte sich sie sich intensiv mit Fragen sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander. Schwerpunkte bildeten dabei Familien-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Integrationspolitik. Die damalige Debatte um die 'Generation Hartz IV' lieferte die Motivationsgrundlage f r die vorliegende Arbeit. Ricarda R”leke ist zurzeit als Koordinatorin im regionalen šbergangsmanagement Schule-Beruf t„tig und forscht zu Chancen der Sozialraumorientierung in der šbergangsgestaltung.

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