Die religion des Veda (Google eBook)

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W. Hertz, 1894 - Hinduism - 620 pages
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Page 330 - Der zur Keuschheit verpflichtete Brahmanenschüler, der sein Gelübde verletzt hat, opfert zur Sühne einen Esel. Der Gedanke ist, daß was von seiner männlichen Kraft verloren gegangen ist, ihm von dem geilen Esel her ersetzt werden möge.
Page 137 - Vrtra geboren. Indra schleuderte die Waffe auf sie herab. Oben lag die Gebärerin, unten der Sohn. Dänu lag wie eine Kuh mit dem Kalbe.
Page 296 - Was war die große Sünde, Varuna," so betet der von göttlicher Strafe Heimgesuchte, „daß du deinen Sänger töten willst, deinen Freund? Das sage mir, Untrüglicher, Freier! Durch meine Andacht will ich dich eilends versöhnen." Daß freilich auf das Wohlwollen eines Gottes wie etwa des Indra kein unbedingter Verlaß ist, versteht sich von selbst. Dieser himmlische Herr hat seine Launen wie ein irdischer — „der einen Freundschaft wirft er weg, mit den ändern geht er in wechselndem Drang".
Page 536 - Himmelslohn versinnbildlicht wurde. „Mit Teichen von Butter, mit Ufern von Honig, mit Branntwein statt Wasser, voll von Milch, von Wasser, von saurer Milch: solche Ströme sollen dir alle fliessen, honigsüss schwellend in der Himmelswelt, Lotusteiche von allen Seiten dich umgeben...
Page 188 - Welt zu sehen. Dort ein übermächtiger Held, der etwas von einem göttlichen Raufbold an sich hat, der unergründlichste Trinker, nicht ohne humoristischen Anflug. Hier die ruhig leuchtende Erhabenheit eines heiligen, die Ordnungen des Kosmos bewahrenden, sündenstrafenden Königtums".
Page 310 - Gib mir, ich gebe dir. Lege hin für mich, ich lege hin für dich. Darbietung biete du mir, Darbietung biete ich dir." Man rechnet darauf, daß sich der Gott in diesem frommen Tauschverkehr seinen Pflichten nicht entziehen wird. Aber der Sicherheit wegen versäumt man doch nicht, ihm das in möglichst deutlicher Sprache einzuschärfen. Man erklärt, daß man den Gott zum Opfer ruft „wie die Kuh zum Melken". Man warnt...
Page 5 - ... Vollendung bergehoch überragen, so gewiss auch scheint es mir, dass kein homerischer Gott an specifisch religiöser Bedeutung sich mit dem vedischen Varuna messen kann. Indessen, OLDENBERG ist wohl kaum dieser Meinung. Er bemerkt nach einer grau in grau gehaltenen Schilderung der Rigveda-Poesie : , Priesterlichem Meistergesang, der so von den Göttern und göttlichen Dingen redet, kann auch in dem, was er von der Menschenseele und menschlichen Geschicken zu sagen hat, nicht voller Klang, nicht...
Page 210 - ... bestätigt es nicht die Richtigkeit unsrer Deutung, dass die Annahme nur einer leicht begreiflichen Verschiebung nötig ist, um den schlagend zutreffenden Sinn auch dieses Zuges herauszustellen? Die Vorstellung des Morgensterns ist nicht von der des Abeudsterns loszulösen: das ist der zweite Ac.vin.
Page 140 - Ein Gott kämpft mit einem schlangengestalteten Dämon und öffnet das Innere der Berge: die Wasser der Flüsse strömen daraus hervor dem Meere zu: das ist es was die vedischen Dichter sagen. Man darf diese einfache Vorstellung nicht durch die Erklärung verwirren, mit den Bergen hatten die Dichter Wolken und mit den Flüssen Regenströme gemeint. Das haben sie nicht; für sie waren die Berge Berge und die Flüsse Flüsse.
Page 285 - Ideen von Recht und Unrecht, dem sozialen Leben entsprossen, ursprünglich von dem Götterglauben oder dessen Vorstufen durchaus unabhängig sind Das Bild der Götter im Allgemeinen trägt ethische Züge doch nur oberflächlich an sich. Für das religiöse Bewusstsein ist es das wesentliche, dass der Gott ein starker Freund ist; in den Lobsprüchen, die man ihm widmet, erscheint seine Macht ins Uugemessne gesteigert. Nicht ebenso seine sittliche Erhabenheit. Wohl werden Eigenschaften wie „wahr",...

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