Geschichte des Weins und der Trinkgelage: Ein Beitrag zur allgemeinen Kultur- und Sittengeschichte, nach den besten Quellen bearbeitet und populär dargestellt für das deutsche Volk (Google eBook)

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Nicolai, 1867 - Drinking customs - 225 pages
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Page xvi - Denn es gleicht der Wein dem Regen, Der im Schmutze selbst zu Schmutz wird, Doch auf gutem Acker Segen Bringt und Jedermann zu Nutz wird!
Page 197 - Behüt" dich Gott vor St. Urbans Plag (Podagra), und beschirm' mich auch vor dem Sträuchen, wenn ich die Stiege hinab muß tauchen, daß ich auf meinen Füßen bleib und fröhlich heimgeh zu meinem Weib und alles das wisse, was sie mich frag. Nun behüt
Page 196 - Die liebste Buhle, die ich han, Die liegt beim Wirt im Keller, Sie hat ein hölzern Röcklein an Und heißt der Muskateller. Sie hat mich nachten trunken gemacht Und fröhlich mir den Tag vollbracht, Drum wünsch ich ihr ein gute Nacht.
Page xvi - Werth des Zechers, Nach des Trinkenden Begabung! In Gemeinheit tief versunken Liegt der Thor vom Rausch bemeistert; Wenn er trinkt — wird er betrunken, Trinken wir — sind wir begeistert!
Page xvi - Labung, Sprudelt Schönes und — Gemeines: Nach dem eignen Werth des Zechers, Nach des Trinkenden Begabung!
Page 118 - Exempel bringen Gewächs sieht aus wie Wein; Ist's aber nicht. Man kann dabei nicht singen, Dabei nicht fröhlich sein.
Page 209 - Halts Maul", antwortet' der Pfarrer, „du dürftest sonst greulich Pumpes* kriegen, hier ist kein Zeit zu predigen, ich wollts sonst besser als du verrichten." Als ich dieses hörte, sah ich ferner stillschweigend zu, wie man Speis und Trank mutwillig verderbte, unangesehen der arme Lazarus, den man damit hätte laben können, in Gestalt vieler hundert vertriebener Wetterauer*, denen der Hunger zu den Augen herausguckte, vor unsern Türen verschmachtete, weil naut im Schank* war.
Page 77 - Man kann nicht stets das Fremde meiden, Das Gute liegt uns oft so fern. Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, Doch ihre Weine trinkt er gern.
Page 218 - Augen, die uns billig sollten abschrecken. Aber der Sauf bleibt ein allmächtiger Abgott bei uns Deutschen und thut wie das Meer und die Wassersucht: das Meer wird nicht voll von so viel Wassern, die drein fließen; die Wassersucht wird von Trinken dürstiger und ärger.
Page 218 - Sauf heißen, daß er so dürstig und hellig ist, der mit so großem Saufen Weins und Biers nicht kann gekühlet werden. Und wird solcher ewiger Durst und Deutschlands Plage bleiben (hab ich Sorge) bis an den jüngsten Tag.

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