"Verwilderte Selbsterhaltung": zivilisationstheoretische Kulturkritik bei Nietzsche, Freud, Weber und Adorno

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Akademie Verlag, 1999 - Civilization - 175 pages
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In seiner theoriegeschichtlichen Untersuchung rekonstruiert Karsten Fischer Entwicklungslinien zivilisationstheoretischer Kulturkritik von Nietzsche, Freud und Max Weber zu Adorno. Dies dient ihm zur Klarung der systematischen Frage nach einem moglichen Zusammenhang zwischen menschlicher Naturbeherrschung und sozialer Mutmassung, dass ein ursprunglicher, zivilisationspsychologischer Zusammenhang zwischen der ideologischen Selbstermachtigung des Menschen zu gewaltsamer Unterwerfung der Natur und seiner Gewaltbereitschaft gegenuber seinen Artgenossen besteht, lasst sich weniger auf hegelianisch-marxistische Motive zuruckfuhren als vielmehr auf Nietzsche, bei dem Horkheimers und Adornos These von der dialektisch in Barbarei zuruckschlagenden Aufklarung bereits angelegt ist. Von Nietzsche fuhrt eine direkte Verbindung zu Sigmund Freud, dessen These, dass die zivilisatorische Tabuisierung zwischenmenschlicher Gewalt aus deren ursprunglicher Ausubung resultiert, von Adorno variiert wird. Statt der Tabuisierung zwischenmenschlicher Gewalt problematisiert er die Legitimierung" gewaltsamer menschlicher Naturbeherrschung, was ein Interesse an Webers Rationalisierungstheorem begrundet, das untergrundige Verbindungen mit Freuds Zivilisationspsychologie aufweist. Auf der Basis dieser theoriegeschichtlichen Verortung, mit der eine grundlegend neue Lesart Adornos vorgeschlagen wir, lasst sich sein Theorem schliesslich als Erklarungsangebot fur die auch ins Abendland zuruckgekehrten barbarischen Gewaltexzesse wie auch fur das Problem fortschreitender Naturzerstorung diskutieren."

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