Heinrich Heine's sämmtliche Werke: Bd. Buch der Lieder ; Neue Lieder ; Tragödien (Google eBook)

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J. Weik, 1855
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Page 167 - Ist der holde Lenz erschienen? Hat die Erde sich verjüngt? Die besonnten Hügel grünen, Und des Eises Rinde springt. Aus der Ströme blauem Spiegel Lacht der unbewölkte Zeus, Milder wehen Zephyrs Flügel, Augen treibt das junge Reis. In dem Hain erwachen Lieder, Und die Oreade spricht: Deine Blumen kehren wieder, Deine Tochter kehret nicht. Ach, wie lang' ist's, daß ich walle Suchend durch der Erde Flur! Titan, deine Strahlen alle Sandt
Page 58 - Die Lotosblume ängstigt Sich vor der Sonne Pracht, Und mit gesenktem Haupte Erwartet sie träumend die Nacht. Der Mond, der ist ihr Buhle, Er weckt sie mit seinem Licht, Und ihm entschleiert sie freundlich Ihr frommes Blumengesicht. Sie blüht und glüht und leuchtet, Und starret stumm in die Höh; Sie duftet und weinet und zittert Vor Liebe und Liebesweh.
Page 73 - Ach, könnt ich dorthin kommen, Und dort mein Herz erfreun, Und aller Qual entnommen, Und frei und selig sein! Ach! jenes Land der Wonne, Das seh ich oft im Traum, Doch kommt die Morgensonne, Zerfließt's wie eitel Schaum.
Page 27 - Anfangs wollt ich fast verzagen, Und ich glaubt, ich trüg es nie ; Und ich hab es doch getragen Aber fragt mich nur nicht, wie?
Page v - Dort vor dem Tor lag eine Sphinx, Ein Zwitter von Schrecken und Lüsten, Der Leib und die Tatzen wie ein Löw, Ein Weib an Haupt und Brüsten. Ein schönes Weib ! Der weiße Blick, Er sprach von wildem Begehren; Die stummen Lippen wölbten sich Und lächelten stilles Gewähren.
Page 40 - Jehovah! dir künd ich auf ewig Hohn, Ich bin der König von Babylon! Doch kaum das grause Wort verklang, Dem König ward's heimlich im Busen bang. Das gellende Lachen verstummte zumal; Es wurde leichenstill im Saal. Und sieh! und sieh! an weißer Wand Da kam's hervor wie Menschenhand; Und schrieb, und schrieb an weißer Wand Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
Page 39 - Knechtenschar ihm Beifall brüllt. Der König rief mit stolzem Blick; Der Diener eilt und kehrt zurück. Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt; Das war aus dem Tempel Jehovahs geraubt. Und der König ergriff mit frevler Hand Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand. Und er leert ihn hastig bis auf den Grund Und rufet laut mit schäumendem Mund: »Jehovah! dir künd' ich auf ewig Hohn, Ich bin der König von Babylon!
Page 111 - Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein ! sein Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück.
Page 99 - Am Fenster stand die Mutter, Im Bette lag der Sohn. »Willst du nicht aufstehn, Wilhelm, Zu schaun die Prozession?« »Ich bin so krank, o Mutter, Daß ich nicht hör und seh; Ich denk an das tote Gretchen, Da tut das Herz mir weh.
Page 56 - Wenn ich in deine Augen seh, So schwindet all mein Leid und Weh; Doch wenn ich küsse deinen Mund, So werd ich ganz und gar gesund. Wenn ich mich lehn an deine Brust, Kommt's über mich wie Himmelslust; Doch wenn du sprichst: „Ich liebe dich!

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