Die Sonne, Vortrag, Volume 1 (Google eBook)

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1876
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Page 42 - Mit mir ist die alte lyrische Schule der Deutschen geschlossen, während zugleich die neue Schule, die moderne deutsche Lyrik, von mir eröffnet ward.
Page 44 - Über den gutherzigen Einfall, den Deutschen ein Nationaltheater zu verschaffen, da wir Deutsche noch keine Nation sind! Ich rede nicht von der politischen Verfassung, sondern bloß von dem sittlichen Charakter. Fast sollte man sagen, dieser sei, keinen eigenen haben zu wollen.
Page 42 - Schläge beigebracht, beschlich mich selbst wieder eine unendliche Sehnsucht nach der blauen Blume im Traumlande der Romantik, und ich ergriff die bezauberte Laute und sang ein Lied...
Page 43 - Aber du lügst, Brutus, du lügst, Cassius, und auch du lügst, Asinius, wenn Ihr behauptet, mein Spott träfe jene Ideen, die eine kostbare Errungenschaft der Menschheit sind und für die ich selber so viel gestritten und gelitten habe. Nein, eben weil dem Dichter jene Ideen in herrlichster Klarheit und Größe beständig vorschweben, ergreift ihn desto unwiderstehlicher die Lachlust, wenn er sieht, wie roh, plump und täppisch von der beschränkten Zeitgenossenschaft jene Ideen aufgefaßt werden...
Page 29 - Auf das blühende Antlitz, Auf die zarte, weiße Schulter, Die rührend hervorlauscht Aus dem groben, grauen Hemde, Und auf die kleine sorgsame Hand, Die das Unterröckchen fester bindet Um die feine Hüfte.
Page 31 - Getauftsein Dir in einem günstigen Lichte erscheinen könnte. Ich versichere Dich, wenn die Gesetze das Stehlen silberner Löffel erlaubt hätten, so würde ich mich nicht getauft haben.
Page 50 - Mitunter freilich mocht es sich ereignen, Daß solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gut Zu schießen wußte — ach, ich kann's nicht leugnen — Die Wunden klaffen — es verströmt mein Blut. Ein Posten ist vakant! — Die Wunden klaffen — Der eine fällt, die andern rücken nach — Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen Sind nicht gebrochen — nur mein Herze brach.
Page 16 - Ein Lächeln, das jedes Herz erwärmte und beruhigte, schwebte um die Lippen - und doch wußte man, diese Lippen brauchten nur zu pfeifen, - et la Prusse n'existait plus - diese Lippen brauchten nur zu pfeifen - und die ganze Klerisei hatte ausgeklingelt - diese Lippen brauchten nur zu pfeifen - und das ganze heilige römische Reich tanzte.
Page 32 - Hier sieht man beim Shakespeare ein aufgebrachtes Volk, bei dem alle Muskeln in Bewegung sind, dem die Lippen zittern, die Backen schwellen, die Augen funkeln und die Lungen schäumen; ein bittres, böses, wildes und wütendes Volk...
Page 48 - Parabolen, Laß die frommen Hypothesen Suche die verdammten Fragen Ohne Umschweif uns zu lösen. Warum schleppt sich blutend, elend, Unter Kreuzlast der Gerechte, Während glücklich als ein Sieger Trabt auf hohem Roß der Schlechte? Woran liegt die Schuld? Ist etwa Unser Herr nicht ganz allmächtig? Oder treibt er selbst den Unfug? Ach, das wäre niederträchtig. Also fragen wir beständig, Bis man uns mit einer Handvoll Erde endlich stopft die Mäuler Aber ist das eine Antwort?

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