Gedichte von Ludwig Uhland (Google eBook)

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J.G. Cotta, 1854 - 459 pages
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Page 35 - Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal: Nun, armes Herz, vergiß der Qual! Nun muß sich alles, alles wenden.
Page 389 - Da schlug der Greis die Saiten, er schlug sie wundervoll, Daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll ; Dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor, Des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor. Sie singen von Lenz und Liebe, von sel'ger goldner Zeit, Von Freiheit, Männerwürde, von Treu' und Heiligkeit; Sie singen von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt, Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt.
Page 21 - Sind Blitz und Donner unter mir, So steh ich hoch im Blauen hier; Ich kenne sie und rufe zu: Laßt meines Vaters Haus in Ruh! Ich bin der Knab vom Berge!
Page 246 - ICH hatt' einen Kameraden, Einen bessern findst du nit. Die Trommel schlug zum Streite, Er ging an meiner Seite In gleichem Schritt und Tritt. Eine Kugel kam geflogen; Gilt's mir oder gilt es dir? Ihn hat es weggerissen, Er liegt mir vor den Füßen, Als wär's ein Stück von mir. Will mir die Hand noch reichen, Derweil ich eben lad' : „Kann dir die Hand nicht geben, Bleib du im ew'gen Leben Mein guter Kamerad!
Page 388 - Schon stehn die beiden Sänger im hohen Säulensaal, und auf dem Throne sitzen der König und sein Gemahl, der König furchtbar prächtig wie blut'ger Nordlichtschein, die Königin süß und milde, als blickte Vollmond drein. Da schlug der Greis die Saiten, er schlug sie wundervoll, daß reicher, immer reicher der Klang zum Ohre schwoll; dann strömte himmlisch helle des Jünglings Stimme vor, des Alten Sang dazwischen wie dumpfer Geisterchor.
Page 353 - Erst klingt es milde, tief und voll, Gleich dem Gesang der Nachtigall, Dann wie des Waldstroms laut Geroll, Zuletzt erdröhnt wie Donnerhall Das herrliche Glück von Edenhall. „Zum Horte nimmt ein kühn Geschlecht Sich den zerbrechlichen Kristall; Er dauert länger schon als recht, Stoßt an! Mit diesem kräftgen Prall Versuch
Page 390 - Gärten gellt: .Weh euch, ihr stolzen Hallen! Nie töne süßer Klang durch eure Räume wieder, nie Saite noch Gesang, nein, Seufzer nur und Stöhnen und scheuer Sklavenschritt, bis euch zu Schutt und Moder der Rachegeist zertritt! Weh euch, ihr duft'gen Gärten im holden Maienlicht! Euch zeig...
Page 60 - Bei einem Wirte, wundermild, Da war ich jüngst zu Gaste; Ein goldner Apfel war sein Schild An einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum, Bei dem ich eingekehret; Mit süßer Kost und frischem Schaum Hat er mich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus Viel leichtbeschwingte Gäste; Sie sprangen frei und hielten Schmaus Und sangen auf das Beste. Ich fand ein Bett zu süßer Ruh Auf weichen, grünen Matten; Der Wirt, er deckte selbst mich zu Mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt ich nach...
Page 204 - Das Schloß am Meere. Hast du das Schloß gesehen , Das hohe Schloß am Meer? Golden und rosig wehen Die Wolken drüber her. Es möchte sich niederneigen In die spiegelklare Flut; Es möchte streben und steigen In der Abendwolken Glut. „Wohl hab' ich es gesehen, Das hohe Schloß am Meer, Und den Mond darüber stehen, Und Nebel weit umher.
Page 282 - Kamst du, der mit Schwert und Liedern Aufruhr trug von Ort zu Ort, Der die Kinder aufgewiegelt Gegen ihres Vaters Wort ? Steht vor mir, der sich gerühmet In...

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