Fichte's Idee des deutschen Staates: Rede zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers am 27. Januar 1890 in der Aula der Kaiser-Wilhelms-Universität, Strassburg (Google eBook)

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J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1890 - Germany - 31 pages
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Page 8 - Merke: Was zu wünschen ist, ihr unten fühlt es ; Was zu geben sei, die wissen's droben. Groß beginnet ihr Titanen; aber leiten Zu dem ewig Guten, ewig Schönen, «sj Ist der Götter Werk; die laßt gewähren.
Page 25 - Jugend, indeß in dem gemeinsamen Vaterlande selbst Keiner es wagt, das Schwert zu entblößen, da er allenthalben sich gegenüber eben so gute Schwerter erblickt.
Page 28 - Was Fichte suchte und zu finden verzweifelte, was er nicht sah, vielleicht nicht sehen konnte, — wir Heutigen wissen's! Denn wir haben's! Es ist die starke Monarchie, die Monarchie der Hohenzollern, — die Monarchie stark im eigenen pflichterfüllten Wollen, waffenstark an der Spitze des selbstgeschaffenen Volksheeres, stark durch die begeisterte Treue einer Nation, die ihr Liebe mit Liebe und Hingabe mit Hingabe zu lohnen geschworen hat.
Page 32 - An dem Tage, wo alle Glocken läutend die Fleischwerdung dieses Geistes, das Geburtsfest des deutschen Staates verkünden werden — an diesem Tage werden wir auch das wahre Fest Fichtes. die Vermählung seines Geistes mit der Wirklichkeit feiern.
Page 25 - Und da gleichwohl die Kriegsübung nicht ausgehen darf, wenn die Menschheit nicht erschlaffen, und für den späterhin doch wieder möglichen Krieg verderben soll, so haben wir ja noch selbst in Europa, noch mehr aber in den anderen Weltteilen, Barbaren genug, welche doch über kurz oder lang mit Zwang dem Reiche der Kultur einverleibt werden müssen. In Kämpfen mit diesen stähle sich die europäische Jugend...
Page 25 - ... unterblieben, wenn jene Staatsfehler unterblieben wären. Und da gleichwohl die Kriegsübung nicht ausgehen darf, wenn die Menschheit nicht erschlaffen, und für den späterhin doch wieder möglichen Krieg verderben soll, so haben wir ja noch selbst in Europa, noch mehr aber in den anderen Welttheilen, Barbaren genug, welche doch über kurz oder lang, mit Zwang dem Reiche der Kultur werden einverleibt werden müssen.
Page 27 - Der Geist seiner bisherigen Geschichte zwingt es aber fortzuschreiten in der Freiheit, in den Schritten zum Reiche; nur so kann es fortexistiren. Sonst geht es zu Grunde.
Page 13 - Vaterlandsgesühl, das ihn durchglüht und zur That treibt, kann sich der Philosoph, der von den Idealen des 18. Jahrhunderts herkommt, nicht anders zurechtlegen, nicht anders begründen, als indem er sich sein Volk zur Gattung steigert und das Geschick seiner Nation als das der ganzen Menschheit betrachtet: er erwirbt sich das Recht, sein Volk zu lieben, indem er in ihm die Menschheit umarmt.
Page 26 - Wohl bei uns Deutschen, die wir stärker als andere die Tugenden und die Fehler desselben bethätigt haben: und das war denn auch das berechtigte Moment, das Fichte vorschwebte, als er den Irrthum beging, daraus allein unseren Nationalcharakter construiren zu wollen. Er übersah, daß wir dies Weltbürgerthum mit allen europäischen Culturvölkern theilen : eine...
Page 29 - Weil er dies geschichtliche Moment nicht zu werthen wußte, suchte er von seinem Kosmopolitismus aus vergebens nach dem Inhalt für seinen Begriff der deutschen Nationalität: - die Geschichte hat gerade umgekehrt aus dem >Schollenpatriotismus< heraus die nationale Einheit und den nationalen Patriotismus erzogen.

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