Paul Joseph Schafariks Slawische Alterthümer, deutsch von Mosig von Aehrenfeld, herausg. von H. Wuttke (Google eBook)

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1848
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Popular passages

Page 543 - ... geschmeidige, wohlgefüge Sprache redeten, die sich schon in frühster Zeit zur Poesie hergegeben hatte; daß sie nicht in verworrener, ungebändigter Horde lebten, vielmehr eines althergebrachten sinnvollen Rechts in freiem Bunde, kräftig blühender Sitte pflagen. Mit denselben und keinen andern Mitteln wollte ich jetzt auch zeigen, daß ihre Herzen des Glaubens an Gott und Götter voll waren, daß heitere und großartige, wenn gleich unvollkommene Vorstellungen von höheren Wesen, Siegesfreude...
Page 543 - ... ihrer Natur und Anlage fern stand jenes dumpfbrütende Niederfallen vor Götzen oder Klötzen, das man, in ungereimtem Ausdruck, Fetischismus genannt hat. Diese Beweisführung fühlt durch meine vorhergegangenen Arbeiten sich erleichtert und gestärkt; das dritte folgt hier innerlich...
Page 543 - Altertum ankündigen, kann nicht ohne Religion gewesen sein, und wir werden zum voraus ihr dieselben Tugenden und Mängel beilegen dürfen, welche jene auszeichnen. Unserer Mythologie gebricht es indessen auch nicht an...
Page 119 - Völkerschaften, wie der Sciren, Hirren usw, gehen von da über den Niemen, über Samogitien und Livland bis an die östliche Spitze der Ostsee, wenden sich von dort nördlich vom heutigen Nowgorod in der Nähe der Quellen der Wolga und des Dniepr und östlich bis beinahe an den Don, von da über den untern Dniepr bis an den...
Page 543 - Aus Vergleichung der alten und verschmähten jüngeren Quellen habe ich in ändern Büchern darzutun gestrebt, daß unsere Voreltern, bis in das Heidentum hinauf, keine wilde, rauhe, regellose, sondern eine feine, geschmeidige, wohlgefüge Sprache redeten, die sich schon in frühester Zeit zur Poesie hergegeben hatte; daß sie nicht in verworrener, ungebändigter Horde lebten, vielmehr, eines althergebrachten sinnvollen Rechts in freiem Bunde, kräftig blühender Sitte pflegen.
Page 401 - Zeit in den Landern des östlichen Deutschland und an der untern Donau; aber die kriegerischen deutschen Völkerstamme des östlichen Deutschland siegten in langwierigen blutigen Kämpfen in nicht mehr bestimmbarer Zeit über die Slawen und setzten sich unter ihnen als Lehnsherren, etwa so wie die Franken unter den Galliern oder die Longobarden unter den Italienern fest, so dass die mittelalterliche Geschichte des östlichen Deutschland fast blosse Wiederholung der ältesten ist.
Page 40 - Sprache trägt in Stoff und Form ein so sichtbares Gepräge von Originalität an sich, daß sie zugleich den unwiderleglichsten Beweis für die Ursprünglichkeit des Volkes selbst bildet.
Page 42 - Jahrhunderte (500-800) urplötzlich sich so vermehrt hätten, während die mächtigen, kühnen, ihre Herrschaft weit und breit glücklich erweiternden Deutschen unterdessen an Bevölkerung in nichts oder unbedeutend zugenommen hätten? Eine solche Annahme widerspräche nicht nur der inneren Wahrheit der auf dem natürlichen Laufe der Dinge fußenden Wahrscheinlichkeit, sondern auch den ausdrücklichen Zeugnissen gleichzeitiger Berichterstatter. Die Schriftsteller des VI. Jahrhunderts...
Page 533 - Der Mangel an Nachrichten über die slawische Geschichte hat seinen Grund in dem eigentlichen Charakter und in der Lage der Slawen. Sie waren, wenn wir ihre Geschichte recht begreifen, sanft und still, liebten Ackerbau, Handel und Gewerbe, zogen ein ungestörtes und friedfertiges Leben Eroberungszügen vor...
Page 40 - Alterthume haben. Klar ist es ferner, daß alle jetzigen unvermischten und selbständigen Urvölker wie z. B. das slawische und das deutsche, ebenfalls wenigstens zu Anfange der historischen Zeit, dh vor dreitausend Jahren einen eigenen Stamm bilden mußten, denn wären sie erst später in der historisch bekannten Zeit aus einer Vermischung anderer Stämme entstanden, so hätten sie dadurch aufgehört, ein reines, selbständiges Urvolk zu sein. Wer aber dürfte mit gesundem...

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