Olla Potrida (Google eBook)

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Wilh. Willmann, 1834 - 342 pages
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Popular passages

Page 42 - Gegenteil; ich werde recht behalten. Dem deutschen Bürgerstande wird Angst gemacht vor dem Pöbel, und er bewaffnet sich, stellt sich in seiner viehischen Dummheit unter das Kommando der Militärmacht und vermehrt dadurch nur die Gewalt der Regierungen.
Page 41 - Frühlinge ganz Europa in Flammen stehen wird und daß nicht bloß die Staaten über den Haufen fallen werden, sondern auch der Wohlstand unzähliger Familien zugrunde gehen wird. Zu ihren Lustbarkeiten laden die Fürsten nur Edelleute ein; aber wenn das Unglück über sie kommt, bitten sie auch ihre Bürger zu Gaste.
Page 47 - ... sind die einzigen, die der alten Freiheit treu geblieben. Das Ministerium und die Kammer haben Furcht und handeln darnach und haben freilich die Masse der Nation auf ihrer Seite, nämlich den Teig, aber ohne die Hefen, nämlich die Industriellen, das heißt auf deutsch: die miserablen Kaufleute und Krämer, die nichts haben als Furcht und Geld. Da nun die letzte Revolution ihren Zweck nicht erreicht hat (denn die jetzigen Machthaber wollen darin nur eine Veränderung der Dynastie sehen) und man...
Page 41 - Eine Flinte möchte ich haben und schießen. Mit guten Worten, das sehe ich täglich mehr ein, richtet man nichts aus. Ich wünsche, daß es Krieg gäbe und der kränkelnde Zustand der Welt in eine kräftige Krankheit übergehe, die Tod oder Leben entscheidet.
Page 60 - Österreich ist Deutschland fremd geworden," heißt es da, „hat seinen deutschen Namen gegen einen europäischen vertauscht und steht nun allem, was wir von deutschem Eigentum noch gerettet haben, allem, worauf Deutschland noch einen Stolz setzen darf, seinem geistigen Leben, seiner Literatur, seinen Hochschulen, schroff, man könnte sagen feindselig gegenüber. In Deutschland ist für Österreich und für Deutschland ist von Österreich forthin nichts mehr zu erwarten.
Page 196 - Grab, gegrüßet seist du mir! Fried und Ruh den Trümmern deines Lebens! Fried und Ruhe suchtest du vergebens, Fried und Ruhe fandst du hier.
Page 56 - Konstitution, wie man den Hessen gegeben, hätten sich die Pferde nicht gefallen lassen. Mit den guten Deutschen wird noch schlimmer verfahren als mit dem Heiland. Dieser mußte zwar auch das Kreuz selbst tragen, woran man ihn gepeinigt, aber es selbst auch zimmern, wenigstens das mußte er nicht. Ich kann in Paris Französisch lernen; aber, guter Gott! wie lerne ich Deutsch vergessen? Der Mensch hat überhaupt viel Deutsches an sich.
Page 33 - ... Volkes aufladen ! Denn warum haben die Menschen Könige, als weil sie Sünder sind? Ist das Fürstentum etwas anderes als ein künstliches Geschwür, welches die heilbedächtige Vorsehung den Völkern zuzieht, daß sie nicht verderben an ihren bösen Säften, daß ihre giftigen Leidenschaften alle nach außen fliehen und sich im Geschwür sammeln? Und wenn es aufspringt endlich - wer hat es strotzend gemacht? Nicht schonen soll man verbrecherische Könige, aber weinen soll man, daß man sie nicht...
Page 75 - Bessern einzuleiten, scheint nur dadurch möglich, daß Deutschlands Fürsten sich um eine Stufe tiefer und ihren Untertanen wieder näher stellen, indem sie unter einer gemeinschaftlichen Bundesfahne zum Wiederaufbau des gemeinsamen Vaterlands sich brüderlich die Hand 30 reichen. Und ich sehe nicht ein, warum der Widerwille hiegegen so un< überwindlich sein sollte; warum deutsche Fürsten eS niemals begreifen soll...
Page 34 - ... dem Volke unrecht getan? Hätten sie unter Schlafmützen und Schlafrock heimlich Helm und Harnisch getragen? O, wie gern, wie gern! Scheltet mich wie einen Schulbuben, gebt mir die Rute, stellt mich hinter den Ofen - gern will ich die schlimmste Züchtigung ertragen, wenn ich nur unrecht gehabt. Wenn sie sich nur erst die Augen gerieben, wenn sie nur erst recht zur Besinnung gekommen, werden sie sich erstaunt betasten, werden im Zimmer umherblicken, das Fenster öffnen und nach dem Himmel sehen...

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