Die Blumen des Bösen (Google eBook)

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G. Bondi, 1901 - 197 pages
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Popular passages

Page 17 - EINKLÄNGE Aus der natur belebten tempelbaun Oft unverständlich wirre worte weichen • Dort geht der mensch durch einen wald von zeichen Die mit vertrauten blicken ihn beschaun.
Page 14 - Die grossen weissen flügel traurig hängen Und an der seite schleifen wie geknickt. Er sonst so flink ist nun der matte steife. Der lüfte könig duldet spott und schmach : Der eine neckt ihn mit der tabakspfeife • Ein andrer ahmt den flug des armen nach.
Page 141 - So bleibt ein blutiges auge zitternd stecken. Die seele unter des störrischen körpers gewicht Die nämlichen kämpfe des tags und der lampe ficht. Wie in einem antlitz voll thränen die leise verwischen . In lüften entschwebender dinge schauer sich mischen.
Page 94 - Die rache mag mit händen rauhen roten Ins leere dunkel schütten ohne lass Aus grossen kübeln schweiss und blut der toten. Geheim durchlöchert böse hand die schlünde • Sie gösse tausendjähriger fleiss nicht voll Und wenn auch jedes opfer neu erstünde Und neu verblutete vor seinem groll. Der hass ist wie der trinker in der schänke: Er fühlt wie durst entsteht aus dem getränke Und gleich der Hydra sich verhundertfältigt Doch weiss der trinker wer ihn bald bewältigt Und für den hass...
Page 17 - ... unverständlich wirre worte weichen • Dort geht der mensch durch einen wald von zeichen Die mit vertrauten blicken ihn beschaun. Wie lange echo fern zusammenrauschen In tiefer finsterer geselligkeit • Weit wie die nacht und wie die helligkeit Parfüme farben töne rede tauschen. Parfüme gibt es frisch wie kinderwangen Süss wie hoboen grün wie eine alm Und andre die verderbt und siegreich prangen Mit einem hauch von unbegrenzten dingen • Wie ambra moschus und geweihter qualm Die die verzückung...
Page 98 - Wenn unter schneeiger jahre schweren flocken Der missmut der aus dumpfer müde rinnt Die grösse der unsterblichkeit gewinnt. Nun bist du weiter nichts - o staub mit leben . Als ein granit mit schreckenshauch umgeben In tiefer wüsten nebeldunst versenkt. Vergessner alter sfinx dess niemand denkt • Nirgends vermerkt und dessen wilde laune Beim sonnenuntergang sein lied nur raune.
Page 5 - ... es bedarf heute wol kaum noch eines hinweises dass nicht die abschreckenden und widrigen bilder die den Meister eine zeit lang Verlockten ihm die grosse Verehrung des ganzen jüngeren geschlechtes eingetragen haben sondern der eifer mit dem er der dichtung neue gebiete eroberte und die glühende geistigkeit mit der er auch die sprödesten Stoffe durchdrang. so ist dem sinne nach »SEGEN« das einleitungsgedicht der BLUMEN DES BÖSEN und nicht das fälschlich »VORREDE
Page 161 - Heller gelächter drin schmerzliche thräne schwimmt, Um das geheimnis der knospenden mädchen zu singen. Seitdem seh ich hinaus am leukadischen riffe Wie ein posten mit sichrer durchdringender schau Täglich und nächtig auf böte und kähne und schiffe, Ihre gestalten erzittern von weitem im blau, Seitdem seh ich hinaus am leukadischen riffe, Um zu erfahren des meeres nachsieht und milde.
Page 31 - Ein düstrer bettler dessen auge rollte Mit starkem rächer•arm die ruder nahm• Die frauen stöhnten unterm schwarzen himmel Die brüste schlaff die kleider aufgelöst • So wie von opfertieren ein gewimmel Das ein gedehntes brüllen von sich stösst• Mit lachen redet Sganarell vom lohne Indes don Luis den finger zitternd hielt • Er wies vor allen toten nach dem sohne Der frech mit einem greisen haupt gespielt• Es schien die keusche magere Elvire Den falschen gatten der ihr buhle war Zu...
Page 124 - Schliess ich die thüren und läden zugleich • Baue im dunkel mein feeenreich• Träumen werd ich von bläulichen dünsten Gärten und weinenden wasserkünsten Küssen und blumen bei nacht und bei licht Unschuldig wie ein schäfergedicht• Machtlos die scheiben bestürmendes toben Lenkt mein geneigtes haupt nicht nach oben• Tief versunken in schwärmerei Ruf ich nach willen den frühling herbei • Zieh aus der brust eine sonne und spinne Laue luft mit dem glühenden sinne•...

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