Deutsche Lyrik der Gegenwart seit 1850 (Google eBook)

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Ferdinand Avenarius
L. Ehlermann, 1884 - German poetry - 367 pages
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Popular passages

Page 328 - Wer nicht liebt Wein, Weib, und Gesang Der bleibt ein Narr sein Leben lang;" and when he advised a young scholar perplexed with fore-ordination and free-will, to get well drunk.
Page 2 - Feldeinsamkeit Ich ruhe still im hohen, grünen Gras und sende lange meinen Blick nach oben, von Grillen rings umschwirrt ohn' Unterlaß, von Himmelsbläue wundersam umwoben. Und schöne weiße Wolken ziehn dahin durchs tiefe Blau, wie schöne stille Träume, mir ist, als ob ich längst gestorben bin, und ziehe selig mit durch ewge Räume.
Page 131 - Täglich ging die wunderschöne Sultanstochter auf und nieder Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weißen Wasser plätschern. Täglich stand der junge Sklave Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weißen Wasser plätschern/ Täglich ward er bleich und bleicher. Eines Abends trat die Fürstin Auf ihn zu mit raschen Worten : Deinen Namen will ich wissen, Deine Heimat, deine Sippschaft!
Page 129 - Laß die heil'gen Parabolen, Laß die frommen Hypothesen Suche die verdammten Fragen Ohne Umschweif uns zu lösen. Warum schleppt sich blutend, elend, Unter Kreuzlast der Gerechte, Während glücklich als ein Sieger Trabt auf hohem Roß der Schlechte? Woran liegt die Schuld? Ist etwa Unser Herr nicht ganz allmächtig? Oder treibt er selbst den Unfug? Ach, das wäre niederträchtig. Also fragen wir beständig, Bis man uns mit einer Handvoll Erde endlich stopft die Mäuler Aber ist das eine Antwort?
Page 265 - Augen, sagt ich, ihr Augen, was wollt ihr? Du, mein Geist, heute noch sicher behaust da drinne, Lebendigen Sinnen traulich vermählt, Wie mit fremdendem Ernst, lächelnd halb, ein Dämon, Nickst du mich an, Tod weissagend! — Ha, da mit eins durchzuckt...
Page 136 - Lautloses Zwiegespräch! man glaubt es kaum, Wie bei dem stummen, zärtlichen Geplauder So schnell die Zeit verstreicht im schönen Traum Der Sommernacht, gewebt aus Lust und Schauder. Was wir gesprochen, frag es niemals, ach!
Page 322 - Ihr kennt es wohl; wir waren oft dabei. Von meinem Arm in dieser letzten Stunde Blickt einmal noch ins weite Land hinaus, Und merkt es wohl, es steht auf diesem Grunde, Wo wir auch weilen, unser Vaterhaus.
Page 139 - Roß ; Ich hör den Hufschlag, hör den Trab, Der dunkle Reiter holt mich ab Er reißt mich fort, Mathilden soll ich lassen, O, den Gedanken kann mein Herz nicht fassen! Sie war mir Weib und Kind zugleich, Und geh...
Page 319 - Juli" : Klingt im Wind ein Wiegenlied, Sonne warm herniedersieht, Seine Ähren senkt das Korn, Rote Beere schwillt am Dorn, Schwer von Segen ist die Flur — Junge Frau, was sinnst du nur?
Page 189 - Augen, meine lieben Fensterlein, Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein! Fallen einst die müden Lider zu, Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh'; Tastend streift sie ab die Wanderschuh', Legt sich auch in ihre finstre Truh'.

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