Reden und Vorträge (Google eBook)

Front Cover
Weidmann, 1901 - Greece - 278 pages
0 Reviews
  

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Common terms and phrases

Popular passages

Page 152 - Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang, Und ihre vorgeschriebne Reise Vollendet sie mit Donnergang. Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke, Wenn keiner sie ergründen mag; Die unbegreiflich hohen Werke Sind herrlich wie am ersten Tag.
Page 92 - Der edle Brutus Hat euch gesagt, daß er voll Herrschsucht war; Und war er das, so war's ein schwer Vergehen, Und schwer hat Cäsar auch dafür gebüßt. Hier, mit des Brutus Willen und der andern — Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann, Das sind sie alle, alle ehrenwert! — Komm...
Page 8 - THESE lame hexameters the strong-wing'd music of Homer! No — but a most burlesque barbarous experiment. When was a harsher sound ever heard, ye Muses, in England ? When did a frog coarser croak upon our Helicon ? Hexameters no worse than daring Germany gave us, Barbarous experiment, barbarous hexameters.
Page 8 - Übersetzung lesbar? liest sie jemand? was hat den ehrlichen Menschen die attische Tragödie mehr verekelt als die Hobelbank Donners? es sei denn die Art, wie diese Übersetzungen auf der Bühne gespielt werden. Dichter von...
Page 158 - Jahrhunderts bilden wird, das ist freilich die Erhebung Deutschlands zu einer Weltmacht, aber nicht nur politisch, sondern durch all das Unübersehbare, was die deutsche Arbeit, die der Hand und die des Hirnes, geleistet hat, für uns und für die ganze Menschheit. Wir sagen das nicht in dem nationalistischen Dünkel, den jeder Deutsche, der die wirkliche Geschichte seines Volkes leidlich kennt, verabscheut. Wir haben nur die Freude, daß wir den Völkern älterer Kultur die Schuld der Dankbarkeit...
Page 108 - Menschenkind, was bist du? was kannst du?« Aber wenn tönend dann der junge Tag geboren wird, ruft der ihm zu: »Steh auf, du Menschenkind, steh auf und wirke, was dein Tag von dir verlangt, wozu Gott in deine Seele die lebendige Schaffenskraft gelegt hat: erwirb dir durch Arbeit einen Anteil am Ewigen und Unendlichen.
Page 92 - Mund sich scheut, auch nur von fern daran zu rühren, auf daß er es nicht entweihe. Es ist ein einsamer Mann gewesen, der nun eingehet in das Reich des ewigen Schweigens ; vielen seiner Kollegen ist er ganz fremd geblieben, ganz wenigen nur nahe getreten und geblieben. An einen engen Kreis wendet sich die Wissenschaft oder die Wissenschaften, die er vertrat; hier steht wohl keiner, der alle die Sprachen buchstabieren kann, in denen er Texte gedruckt hat. Und doch ist sein Name in weiteren Kreisen...
Page 130 - Es ist nicht anders, und es konnte nicht anders sein : die Geschichtswissenschaft mußte den Glauben an ein solches abstraktes Ideal zerstören, sintemal eine goldene Zeit so wenig hinter uns wie vor uns liegt. Was an seine Stelle getreten ist, mag minder erhaben sein, obgleich auch das schwerlich; denn wir sehen nun in anderthalb Jahrtausenden eine Kultur den ganzen Kreislauf der Entwicklung durchmachen, wir sehen einen Ring an der Kette der Ewigkeit sich runden und schließen.
Page 2 - ... es ist vielleicht nur ein schwaches mittel, aber wir philologen verfügen allein darüber: wir müssen das unsere tun als Deutsche. die leute wollen von uns ja wenig wissen; das ist ihre sache und beruht für viele auf gegenseitigkeit. aber sie wollen auch von den idealen nichts wissen, denen wir doch deshalb unser leben gewidmet haben, weil wir an sie glauben. das kann uns nicht gleichgiltig sein.
Page 123 - Die Kultur kann sterben, denn sie ist mindestens einmal gestorben. Der Schakal heult in Ephesos, wo Heraklit und Paulus gepredigt hatten; in den Marmorhallen von hundert kleinasiatischen Städten wuchern die Dornen und kauern nur vereinzelt verkümmerte Barbaren; Wüstensand wirbelt über dem Göttergarten Kyrenes. Doch wozu Bilder aus der Ferne? Wer einmal mit Nachdenken über das Forum Roms gewandert ist, mufs inne geworden sein, dafs der Glaube an den ewigen kontinuierlichen Fortschritt ein Wahn...

Bibliographic information