Briefwechsel zwischen Ludwig Feuerbach und Christian Kapp: 1832 bis 1848 (Google eBook)

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Otto Wigand, 1876 - 280 pages
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Page 182 - Handeln heißt enthaupten, mit dem Entschluß, sich dafür selbst enthaupten zu lassen. Aber die Intriganten, die Verketzerer? Was hilft's, wenn Du sie in Heidelberg todtschlägst? Bist Du zugleich in Berlin, in Leipzig, in München? „Deine Individualität ist mir ein Heiligthum"? Wenn Du sie abtrennst von der Bestimmung, so sei sie Dir nichts weniger als heilig. Was ich Liebe nenne, steht nicht dem Verstand gegenüber. Es ist Verstand. O, so nenne es auch nicht Liebe, — denn ob sie gleich Verstand...
Page 63 - Das muß freilich anders geschehen, als es bisher mit der sogenannten Anwendung der Philosophie auf positive Wissenschaften der Fall war, und so rufe ich Ihnen zu Ihrer Fahrt in den Schacht der Geologie ein Glückauf! aus vollem Halse zu. Die Schrist über die „neuesten Entdeckungen
Page 163 - ... schrieb er in einem Brief, „war das notwendige Antidotum zur Heidelberger. Auf dem Ochsenkopf habe ich meinen Kopf wieder zurechtgesetzt... Ja, dorthin gehöre ich, in dieses düstere, arme, aber doch großartige Gebirge, nicht in das reiche, schöne, vornehme Rheintal. Mir gebührt die Preiselbeere, nicht die üppige Aprikose, die saure Schlehe, nicht die süße Traube am Rhein, die traurige Fichte des Fichtelgebirges, nicht die fröhliche Buche, noch weniger die schmackhafte Kastanie des...
Page 252 - Es ist Euer sich von der Liebe unterscheidendes und sich auf sich selbst nur beziehendes liebes Ich. Also ist die Liebe nur Euere Moral, aber Euere Religion, Euer Wesen, Euer Gott ist die Selbstliebe. Wollt Ihr nun aber das ableugnen, nun so findet in der Liebe die Bestimmung und den Endzweck Eueres Lebens erreicht und gebt Euer unsterbliches Selbst auf. Unter Liebe verstehe ich aber die Tätigkeit mit Leib und Seele, das...
Page 63 - Ueberzeugung ist es allerdings, daß nur dann für die Philosophie eine bessere Zeit kommt, wenn sie die Empirie nicht mehr außer sich liegen läßt, sondern diese durchdringt und sich vindicirt. Das muß freilich anders geschehen, als es bisher mit der sogenannten Anwendung der Philosophie auf positive Wissenschaften der Fall war, und so rufe ich Ihnen zu Ihrer Fahrt in den Schacht der Geologie ein Glückauf!
Page 80 - Ueber Philosophie und Christenthum, in Beziehung auf den der hegel'schen Philosophie gemachten Vorwurf der Unchristlichkeit.
Page 251 - Resultat ... ist mit dürren Worten dieses: Ich habe Euch bewiesen, daß das Höchste, was Ihr in Euerem Gotte denkt und glaubt, die Liebe des Menschen zum Menschen ist. Damit bin ich fertig mit Euch und Euerem Gott. Aber das ist Euch zu wenig. Ihr wollt noch etwas Apartes und Sekretes.
Page 252 - Also ist die Liebe nur Euere Moral, aber Euere Religion, Euer Wesen, Euer Gott ist die Selbstliebe. Wollt Ihr nun aber das ableugnen , nun so findet in der Liebe die Bestimmung und den Endzweck Eueres Lebens erreicht und gebt Euer unsterbliches Selbst auf. Unter Liebe verstehe ich aber die Thätigkeit mit Leib und Seele, das Leben für Andere, für die Menschheit , für allgemeine Zwecke. Da aber diese allgemeinen Zwecke nur in der Menschwerdung ihre Wirklichkeit und Wahrheit finden — will ich...
Page 170 - ... ihm sind wirklich beide zugleich, oder er ist die absolute Identität beider. Aber über dem Geist ist der anfängliche Ungrund, der nicht mehr Indifferenz (Gleichgültigkeit) ist, und doch nicht Identität beider...
Page 154 - Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor Deinem Drohen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. 6. Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Thorheit. 7. Ich gehe krumm und sehr gebückt, den ganzen Tag gehe ich traurig.

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