du empfangen hast; und mit dir ist der himmlische Vater, von welchem der Sohn und der heilige Geist von Ewigkeit her ausg»hen! Ganz besonders aber ist der Sohn Gottes mit dir, welcher dich zu seiner Mutter dem Fleische nach auserkor, und zwar zur Mutter ver schönen Liebe, der Erkenntniß und der heiligen Hoffnung!

Du bist gebenedeit unter den Weibern!

Denn du hast durch die wunderbare Wirksamkeit oer Gnade Gottes, welche über dir gewaltet und in dir lebt, alle Frauen des alten Bundes übertroffen: die Re» bekka und Rachel an geistiger Schönheit, die Judith an Heiligkeit und Stärke, und die Abigail an Verstand und Weisheit, Auch hast du Denjenigen, der die aller» vollkommenste Weisheit ist, und ein Mensch in dir geworden war, frei von allen Schmerzen, mit Freuden geboren und ausgenommen von jenem allgemeinen Fluche: „Jn Schmerzen wirst du deine Kinder gebären!"

Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesus!

Die Frucht deines keuschen Leibes ist ja der Ursprung des Lebens und die Quelle alles Heiles, in welcher alle Völker der Erde sind gesegnet worden! Diesen erheben, loben und preisen wir über Alles in dir und mit dir, o gebenedeite Jungfrau! welchen selbst deine Seele über Alles einzig und allein erhebt, preist und hochrühmt; denn Alles, was in dir groß und wunderbar ist, worüber wir uns verwundern, und was wir in Fr. v. 2»lcs Gebetbuch. l2

Vir verehren, das hat der Herr an dir gethan, der da machtig und über Alles herrlich ist in Ewigkeit! Ja, gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, welcher selig ist, weil er getragen hat den Sohn des ewigen Vaters; denn durch sein Gebären hat er uns das Vrod gegeben, welches vom Himmel herabkam, und alles Heil und alle Süßigkeit und das Leben für uns in sich enthält! Und wiederholt sey gebenedeit die Frucht deines Leibes; leim diese Frucht ist Jesus, unser Heiland, weil er sein Volk erlöset hat von allen seinen Sünden, indem er sich selbst erniedrigte und gehorsamte bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze; deßhalb ihn Gott auch erHöhle und ihm einen Namen gab, der über alle Namen ist.

Heilige Maria, Mutter Gottes! bitt' für

uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde

unsers Absterbens.

Du bist ja die segensvolle Erde, welche den Heiland hervorbrachte, und welchen Segen dir Gott verlieh! Und weil du die Mutter Gottes bist, so bist du auch würdig, nach dem lieben Gott selbst, mehr als Rachel von Jakob, von uns mit inniger Liebe geliebt und verehrt zu werden! Bitt' doch für uns arme Sünder; denn wir bekennen es, daß unsere Ungerechtigkeit über unser Haupt hinaus gewachsen und schwer wie eine Bürde geworden ist. Wir haben gesündiget vor deinem Sohne und vor dir, und deßwegen rufen wir dich an um deine Fürsprache, auf daß wir Barmherzigkeit und Gnade bei ihm sinden!

O du Königin all« Heiligen! verlaß uns nicht und sorge für unser Heil, jetzt, in diesem gegenwärtigen Leben, welches dem Rauche ähnlich ist, der bald in der Luft verschwindet. Bitt' für uns jetzt schon, da wir noch wandeln in diesem Thal der Zähren, als verbannte Kinder Eva's, und täglich mit vielem Elend erfüllt wer» den, damit eben dieses Elend uns nicht überwinde, und wir unser Jerusalem, das himmlische Vaterland, nicht verlieren.

Heilige Maria, Mutter Gottes! bitt' aber auch für uns in der Stunde des Absterbens, in jenem letzten und gefahrvollen Streite, in welchem wir mit unserni Widersacher, dem bösen Feinde, werden kämpfen müssen, der umhergeht wie ein brüllender Löwe, suchend, wen er verschlinge. O Mutter Gottes! steh uns bei in die» fem Augenblicke mit deiner demüthigen Fürsprache bei Gott, dem ja das Gebet der Demüthigen noch allezeit Wohlgefallen hat, damit wir den bösen Feind überwinden und in Jesus Christus den Frieden haben.

Amen!

Das heißt: .Es geschehe!" O heilige Maria! sprich denn zu uns, wie zu dem Erzengel Gabriel, als n dir das Geheimniß der Menschwerdung Gottes verkündigte: „Es geschehe euch nach euerem Worte!"

Fünfter Theil.

Andachtsübungen für die Festtage des Herrn und der Heiligen.

Die Festtage des Herrn und die heilige Fastenzeit. Feierliche Unmuthung zu Jesus.

3) Gott, dreieinig in den, Personen, und einig in der Wesenheit! O Herr, Jesus Christus, wahrer Gott und Mensch! ich bete dich an aus meinem ganzen Herzen und bekenne, daß Du mein wahrhaftiger und all«» niger Schöpfer, Erlöser und Seligmacher seyest. Weil aber meine Anbetung gar dürftig und schwach ist, so opfere ich Dir jene feierlichen Anbetungen, welche Dir, ohne Aufhören, Deine allerheiligste Menschheit und Deine verherrlichte Mutter, die allerseligste Jungfrau Maria, und der ganze himmlische Hof, und Deine heilige katho» tische Kirche, Deine geliebte Braut, Dir darbringen.

O Herr! ich liebe Dich aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus allen meinen Kräften, und wünsche Dich über Alles zu lieben, und, wenn es möglich wäre, Dich zu umfassen mit jener vollkommensten Liebe, mit welcher Du Dich selbst liebst, und wie Deine allerhei» ligste Menschheit und Deine verherrlichte Mutter, die allerseligste Jungfrau Maria, und der ganze himmlisch« Hof, und die heilige katholische Kirche Dich liebt.

Da Du, o Herr! unendlich gut, weise, mächtig, gerecht und barmherzig bist, so verwünsche und verfluche ich über Alles meine Sünden und Missethaten, welche ich jemals mit Gedanken, Worten uud Werken, von dem ersten Gebrauche der Vernunft an, bis auf den gegenwärtigen Augenblick, begangen habe; anstatt meines unvollkommenen Schmerzes aber opfere ich Dir jene bittere Reue, welche der heilige König David, der heilige Apostel Petrus, die heilige Maria Magdalena, und alle wahren Büßer jemals empfunden haben, vom Beginne der Welt bis zu der gegenwärtigen Stunde, mit dem unerschütterlichen Entschlusse, Dich, mit dem Beistande Dei» ner Gnade, nie mehr zu beleidigen.

Weil ich, o Herr! zu schwach bin, für so viele Vergehungen Deiner unendlichen Gerechtigkeit, welche ich durch meine Sünden und Missethaten beleidiget habe, Genugthnung zu leisten; so bekenne ich mich einer viel größeren Strafe dafür schuldig, und opfere Dir entge» gen, zu meiner Versöhnung, mein ganzes Leben, alle meine Werke, Arbeiten, Mühseligkeiten, Qualen und Schmerzen, welche ich je erduldet habe und noch erdulden werde, vereint mit den Verdiensten des allerheiligsten Lebens, Leidens und Sterbens Deines emgebomen Soh» nes, und bitte Dich demüthigst um Vergebung aller meiner Sünden, und um die wirksame Gnade, daß ich

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