rast. Dieser Schlamm enthielt sehr viele kleine grüne Eyer, und in denselben befanden sich kleine breite Fliegen von eben der Farbe. Wo das Wasser von« Ufer zurückgetreten war, konnte man diese Materie in der Breite einer stachen Hand, und Höhe von zwey bis drey Fingern sammlen. Auf der Oberfläche glich sie geronnenem Blute, und war unten dunkler; sie roch nach faulen Fischen. Im Wasser waren seh« viele kleine Würmer und Ig?l, auch kleine Fische (Diebelchen). Die rothe, vest anklebende Materie konnte nicht einmal mit Seife abgewaschen wetden, und verschwand erst nach drey bis vier Tagen: Pa« pier und Leinewand nahmen eben dieselbe Farbe da, von an. Aus dem aufbewahrten Wasser setzte sich in drey Tagen eine klebrigte, körnigte Materie auf dem Boden: das Wasser blieb vierzehn Tage röthlich, wurde alsdenn klar, der Bodensatz aber dunkelroth. Nach einem Monate erschien ein grünlicher Schaum

auf der Oberflache. Eben so sah man auch

zu Stargard an einem Thore, um Pfingsten in einem Garten einen Fischteich, der mit Ganserichkraut ganz bedeckt war, roch werden. Die Diebelchen starben alle plötzlich davon,- das Binsen und anderes Grcis waren, im Umfange von zehn bis zwölf Schritten, häufig mit rochen Flecken versehen. Die mit diesem Wasser befeuchteten Pflanzen bekamen eme schwarze Farbe und vertrockneten.

Anmerkungen über die Nachricht vom Pommes, schen Blutwasser. (S.62.)

Diese Erscheinung ist 1) eben so natürlich, als ein Blutreuen, rochfürbiger Sumpf u. s. w. 2) Sie '» erfolgt allemal in den heißesten Monaten des Som,

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mers. 3) Obgleich diese Farbe, aus den, durch die Faulniß zerstörten. Pflanzen und Thieren, und deren Excrementen, aus dem Thau und heruntergefale lenen Unrcinigkeiten hat entstehen können; so muß man doch in diesem Falle die Zweyfalter, oder Papilloms, diejenigen besonders, die eine Menge rothen Safts enthalten, als die Ursach ansehen. Lassen sie diesen Saft tropfenweise von sich (den man gemeiniglich Mehlthau nennt); so findet man in ihm Eyerchen, aus denen Raupen entsteh«. Man hat Versuche damit gemacht, und durch viele solcher Tropfen ein stehendes Wasser blutroth gemacht. Indes« sen muß man deshalb nicht alles rothgewordene Was» sei den Zweyfaltern zuschreiben. Oft finden auch die vorher schon angegebenen Ursachen und niederfallende unreine Dünste statt. '. .

Von Herrn Iohrenius neuem Hygroscope. (S. 67.)

Es besteht aus den Kapseln des Viesamkrauts (tIeranium cicutge lalic» mnl'ctmtum l^. L. ?.), welche sich bey trockner Luft oft neun- bis zehnmal zusammenwickeln; und sich bey etwas feuchter Luft, und wenn auch nur eine einzige Wolke den Himmel verdunkelt, immer mehr und mehr wieder aufwickeln: sie können zu diesem Gebrauche ein bis zwey Iahre dienen: die nähere Beschreibung der Einrichtung gehört hier nicht her.

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C. Neumann Untersuchung des Camphers. (S. 7° )

Dieser Aufsatz ist auch in den z z B. der philosophischen Transactionen eingerückt; und im Auszug« in dem chem. Archive (B. 2. S. 18«.) befindlich.

C Neumanns Beweis, baß die gewöhnliche Probe des Franzbrandteweins ganz falsch und trüglich sey. (S. 79.)'

Auch diese Abhandlung befindet sich in eben dem Bande der Philosoph. Transactionen, und im Auszuge im chem. Archiv ^B,2. S. iyz.)^

C. Neumantt vom caustischen flüchtig alkalischen Geiste. (S. 8?.)

Hrn.Geofroy machte ich gegen sein<5 Verwand/ /chaftstafel den Einwurf, daß einige metallische Materien zuweilen eine nähere Affinität mit den Säuren, als die flüchtig alkalischen Salze hätten. Er Hingelgen schrieb dieses entweder dem Roste, oder einem durchs Feuer erzeugten Salze, oder einer andern fremdartigen Substanz zu. Ich erzählte ihm hier, auf, man könne mit drey Theilen Mennige; und einem Theile Salmiack eine beträchtliche Portion eines alkalischen Geistes übertreiben, der höchst flüch, tig und durchdringend sey, wovon sogar schon ein Tropfen als ein caustisches Mittel würke.. und doch sey in der Mennige nichts von, Roste, u. s, w., sondern die größere Verwandschaft entstehe blos von der

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wahren metallischen Vleysubstanz. Indessen behau« ptet Hr. Gcofroy doch, in den Pariser akademischen Schriften vom Jahr 1720, durch d.is Reverberiren der Mennige sey ein alk.lisches Silz entstanden: ober ich kann mich hiervon nicht überzeugen Denn man koche die Mennige in destillirtem Wasser, dampfe die Lauge ab, und das wenige hulverigte (durch den Bio« lensyrup etwßf« atkalisch scheinende) Extract verur, sacht mit Saimiack nicht den geringsten Geruch, und giebt auch nicht einen Tropfen flüchtigen kaugensal^es. Die getrocknete ausgekochte Mennige gab mit Salmiack eben so wie vorher, einen sehr flüchtigen Geist. Ja man kann schon durch bloßes reines gefeiltes Bleu und Salmiack einen alkalischen Geist erhalten. Aus allem diesen scheint mir deutlich zu folgen, daß das Bley mit der Kochsalzsäu«e eine größere Verwandftbaft habe, als diese mit dem flüchtigen Laugensalze *).

') Wenn man irgend in der so wichtigen, aber auch zu> gteich immer noch verwicketten, Lehre von den Verwand« schaften, einige Gewißheit haben wiit; so muh man nicht btoe die einfachen und doppelten VerwaniMosten unter« scheiden; sondeen auch die Erschein.ngen, wie Hr. Kiack von einander trennen, wo die Körper durch bloße Aus» lisung, oder durch Anwendung von bihe oder durch Schmelzen, in einander würkcn. So z E bat bcy btossen Ausiösungen das flüchlige milde Atkali nähere Ber« wandschaft mit der Katziaure, als das Btey; es zertegt auch das aufgetöste Hornbley: daß aber durch die Hitze das Gegentheil erfoigt, beruhet auf der einen Etite zwar auf der Perwandschaft der Eäure mir dem Metatle: auf ter andern Seite aber befördert die völlige Trennung die natürtiche Ftüchtigkeit des Harnsatzes, die jetzt durch die hünutommenden Feuertbeile in Thätigkeit versetzt wird. Sieht man doch dergleichen Trennung der eigcnthüm, liehen Ftüchtigkeit wegen, setbst ohne Zwischenmftttl, durch bioße Hitze / beo dem nntürlichen HarMlze. A.

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N. Spieß von der Ausziehung der wesentlichen
Pftanzensalze durch hochstgeremigten Weingeist»

Man sammle im Frühjahre einjährige Kräuter. Z. V Cardebenedieten, Wermuth, lasse sie trocken werden, und verwahre sie in einem zugemachten Glase. Hierauf gieße man sodann ft> dielen Weingeist, daß das Kraut schwimme, und lasse es in gelinder Wärme so lange stehen, bis die Essenz grünlich aussieht. Alsdenn ziehe man die abgegossene Essenz im Wasser- oder Aschenbade so lange ab, bis die Materie eine Honigdicke erhält: lasse darauf die Gefäße bis zu völliger Erkaltung ruhig daselbst sie» hen; so wird man alsdann die schönsten strahlenförmigen Pyram,dalkrystalle sehen. Diese lassen sich von der Retorte schwer ablösen, weil die Extracte harzig sind: man bemerkt davon einen feinern Geschmack, als den des Salpeters; doch ausser einer angenehmen schnell vorübergehenden Kälte, sonst weiter nichts.

Vor ohngefehr einem Iahre machte ich durch den reinsten Weingeist drey Pfund von der Aland« effenz, deren Hälfte ich in einem, mit Papier verstopftem, Glase, ein Iahr lang unangerührt stehen ließ. Alsdenn fand ich auf dem Boden des Gefäßes eine große Menge in die Höhe steigender Krystalle, einen Zoll lang, eine Federkiel dick. Sie entsprangen aus einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte, und stellten einen, in zwey Theile zerschnittenen, Stern vor: den Geschmack kann ich nicht angeben, weil ich das Glas noch unverändert an derselben Stelle habe stehen lassen.

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