schmelz konstanter; der Puls deutlich entzündlich, nicht so veränderlich, nie retardirt; die Zunge ist fast immer rein und sehr roth; das Gehör oft sehr scharf und fein: der Urin meist dunkelroth u. s. w. Trotz dem allen ist e« nicht zu laugnen, daß das erste Auf» treten der ence^ligliliz, wenn das Fieber noch sehr dunkel ist und wenn die Krankheit kurz nach der Cnt« bindung auftritt, leicht mit der beginnenden tnüm'2 PuerpeiÄruiu verwechselt werden kann. Diese macht nun in der Negel Remissionen und hat einen sehr verschiedenen Verlauf. Cs gibt Beispiele, wo die Manie schon innerhalb ein Paar Stunden villig vorüber ist, doch dauert sie in der Negel einige Wo« che» und selbst Monate. In diesem Falle geht sie dann in der Regel zur Melancholie über, die eben» falls von sehr unbestimmter Dauer ist und zuweilen bis zu einer neuen Conccption anhält. Die Krank« heit hat in der Regel einen intermittirenden Typus, und die Kranken sind nun, die freie Zeit ausgenom» men, finster, mürrisch, in sich verschlossen, lieben die Einsamkeit, nehmen an nichts Theil, bekümmern sich weder um ihre hauslichen Angelegenheiten, noch um ihr Kind, ja zuweilen wollen sie letzteres nicht als das ihrige anerkennen und bekommen einen Haß gegen ihren Gatten. Auch gegen ihren Arzt zeigen sie oft Mißtrauen und Haß. Man muß sie zum Essen und Trinken und zu andern körperlichen Funktionen nöthigen und sie sind oft dem Blödsinne sehr nahe. In der freien Zeit find sie dagegen freundlicher, erin» ' nein sich oft der begangenen Thorheiten, und bitten

deshalb um Verzeihung; verlangen ihr Kind zu sehen, liebkosen es und sind ganz vernünftig. Sie sehen in der Regel sehr bleich undangegriffen aus, haben kei» nen gehörigen Appetit, find zur Verstopfung geneigt, klagen über allerhand Sinnestäuschungen und werden magerer.

Ursachen.

§. 375.

Auch hier liegen, wie bei allen Gemüthskrank» hellen, psychische und somatische Ursachen zum Grunde/ die den Ausbruch der Krankheit um so «her begünstigen, je größer die Ablage dazu ist, und es ist nicht zu läugnen, daß da« Wochenbette selbst ein Zemiulum murdi begründet, das dem Entstehen der Krankheit sehr förderlich ist. Die durch vorausgegangene Schwan» gerschaft und Geburt herbeigeführten »lannigfachen Neitzungcn des Gemüths und Korperanstrengungen; die dadurch erzeugte Schwäche und Neitzbarkeit des ganzen Nervensystems machen die Wöchnerin für je, den äußern Einfluß um so empfänglicher, und tonnen unter gewissen Umständen dann leicht in Manie oder Melancholie ausarten. Bei allem dem bleibt uns dennoch die nächste Ursach« der Krankheit sehr dunkel; es ist nicht zu läugnen, daß manche Frauen eine erb» liche Anlage dazu haben, so daß sie in jedem Wo» chenbette davon befallen werden. Andere werden in jeder Schwangerschaft davon ergriffen: ja es gibt seltene Beispiele, wo Frauen nur dann frei davon find, wenn sie schwanger werde«. Diese beiläufigen B<» mtlkungen beweisen um so mehr die Richtigfeit der vorigen Behauptung, daß wir die Natur dieser An« läge und der Krankheit seilst noch nicht genau ken. nen. Einige haben hier eine niet35l2«i5 1ac:ti5 zum Grunde legen wollen, ab«» gewiß mii Unrecht. Die Laktation ist oft nicht nur nicht unterdrückt, sondern der Verfasser hat beobachtet, daß die Krankheit mit» ten im Säugen auebrechen kann. Zu den Gelegen» heitsursachen gehören nun alle diejenigen Momente, die auch aneece Krankheiten de« Wochenbetts herbeiführen können: Gemülhsaffect«, körperliche Reitzun» gen mechanischer oder dynamischer Art, Mißbrauch der narcntica, der ^iriluasa, Diälfehler aller Art, Anomalien der Wochenfunctionen, besonders zu reicher Lochialfluße. Endlich können auch Würmer Veran, lassung dazu werden.

Pro gnose.

§. 376. Si« ist im Ganzen günstig und es ist so viel ausgemacht, daß unter allen Gemüthskrankhei» ten die inunia und inelauciiulia pu erperarlini die beste Prognose zuläßt- Di« Krankheit kann sich oft, besonders unter der Form der Melancholie, meh» lere Monate hinschleppen, aber die Kranken werden doch fast immer geheilt. An und für sich und in H» rer ursprünglich reinen Form wird die Krankheit cM wiß niemals tidtlich. Je kürzere Zeit sie erst gedauert hat,.desto eher kann man Heilung «warten. Ein fehl günstig«» Zeichen ist ei, wenn die Menstruation legelmäßig wiederkehrt, die dann est schwarze» Blut abfühlt.

Invitatio«.

§. 377.

Man muß die Krankheit in steter Rücksicht auf die sie veranlassenden Ursachen und ihrem jedesmali» gen Charakter gemäß behandeln, und man wird auch hier, wie bei den meisten Gemüthikrankheiten finden, baß in der Regel somatische Ursachen zum Grunde liegen, aber man darf doch dabei die psychische Heil» Methode nicht ganz außer Acht lassen. Zuerst muß demnach der Arzt zu erforschen suchen, was die Krank, beit herbeigeführt habe, und hat man eine Gele» genheittursache entdeckt, so muß diese durch ein den Umstanden angemessene« Verfahren beseitigt werden, oder man muß doch ihre schädlichen Wirkungen zu entfernen suchen. Hat die Kranke freie Zeiten, so muß man diese dazu benutzen, sich ihr Vertrauen zu erwerben, worüber sich natürlich keine besondern Re« geln geben lassen; man muß auf ihr Gemüth zu wir» ken streben, muß sie liebevoll, theilnehmend behan» beln, ohne dabei die nitliige Würde und den an Strenge glänzenden Ernst fahren zu lassen. Man entferne überhaupt alle», was die Kranke nur im ge» ^Mgsten reizen kann, inNruire die Wärterin gehörig, Mde keine Besuche, habe stets Acht auf die Wichen« functionen, sorge für gehörige Leibesiffnung u. s.w. So viel im Allgemeinen l Die Krankheit muß nun ihrem Charakter gemäß behandelt weiden. Sie ge» Hirt offenbar zu dem nelvösen, tritt aber doch in der Regel unter zwei Formen auf, und ist entweder mit einem entzündlichen Anstrich verbunden oder rein nervös und erfordert demnach ein verschiedenes Heil» verfahren.

§. 37g. Bei der reinen, nicht complicirten Manie ist jedoch, wenn auch die Krankheit anfangs einen ent» zündungsartigen Charakter hat, dieser selten so rein ausgesprochen und von so hohem Grad«, daß man «in «ingreifendes antiphlogistisches Verfahren nithig hatte; man muß hier mit der Blutausleerung sehr behutsam feyn; sie kann zur Unzeit angestellt die Krankheit eist recht bösartig machen, und ist nur dann nithig, wenn das Fieber heflig und der Puls wahrhaft entzündlich ist, also bei wirklich vorhandenen entzündlichen Complicationen; denn ohne diese pflegt nur selten die Tobsucht so wüthend zu werden, daß man zur Ader lassen müßte. Dagegen muß man öfters Blutigel an die Schlafe legen, und damit kömmt man auch in der Negel aus. Auch Burns, Esquirol u. A. stimm dieser Behauptung bei. Statt der Blutige! kann man sich auch der blutigen Schiöpftöpfe bedienen. Innerlich gebe man dann kühlende, gelind abführende Mittel: Oemor IZrt., «xvmel» 5<zu!>1.^ vegetabil. Säuren, puIpa pruuns., <2ln»iiiiä., 52! 5eißiieite, Kali cilr., 1i<z. clißestiv., selbst uilium. Aeuherlich verdienen, nächst den Blut»

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