mehrten sich nachmals durch Freywillige, welche sich von ihren Be.5. Torgoti, Herrschern absonderten oder durch Viehsterben und andre Noch gezwun. scheFürsien. Jen wurden, sich zu Kasakendiensten anzugeben. Bey den Jaikischen Flucht der Kasaken sind dergleichen Reste auch noch vorhanden (*), doch hat^Si^" die flüchtige Horde einen guten Theil davon> soviel sie nämlich auf^^^ ihrem Zuge antraf, mit sort genommen,'

Der Abzug unsrer wolgischen Horde giebt ein Bild der vor^ maligen Völkerwanderungen; wozu wohl ohnstreitig die nomadischen^ Nationen Asiens, Mongolen, Tataren und Tschuden, von jeher die ge, schicktest«« gewesen sind und'verMuthlich auch den meisten ANtheil daran ge, habt haben.. Bey' ihrer unstaten, wandernden Verfassung hat man nicht nöthig , wie' so viele Geschichtschreiber thun, die barbarischen Völker, welche das orientalisch? Kaiiserthum und Europa nach und nach überschwemten, alle in einen" Winkel zwischen die Wolga, den Kaukasus , das schwarze Meer und^ die Donau zufammen zu drangen z Als wenn diese Rsinaden dies schönen Steppen Vermittlern Asiens, die sich' durch' die berühmten Wanderungen würklich entvölkert zu haben scheinen , vorhin hätten leer stehen lassen.. Nichts war diesen Völkern leichter, als mit ganzen Horben , selbst. mit Weib , Kind > Haus und Heerde aus" den' ostlichsten Steppen bis nach EurVpa zu kommen-und mitten' durch'die' Weideplätze'andrer', auch^ .sogar seindseeliger Völker einherzuziehn^. So sind^di^ Kalmücken / aller Feindseeligkeit der klei, nen und mittlem Kirgisenhorde" ungeachtet, durch deren ganzes Ge. biech mit' allem Troß' nach Osten' gewandert. Sie' zogen abet> so viel Man hat'vernehmen können, in 6rey Heeren , die einander im Gesicht blieben,, und' deren jedes an den Seiten von abgesonderten' Hausen bewafneteir Kriegsvolks, welches aus der ganzen Horde gezogen war und Nachtwachen hielt, bedeckt wurden.' Solche Hausen machten auch' als Vortruppen den Weg voraus rein, und" andre beschlossen den Zug, theils zur Bedeckung, theils um die Zögernden und Ermüdeten forf zu treiben.' Und diese Anordnung, so wie sie die' natürlichste ist, also ist sie vermuthlich auch nur Copie der uralten. Weise solch« Völkerzüge. anzustellen.'

Jedoch'

C) S. meiner Reise ist« Theil, S. 276. Z07.

96 Historisch, genealogische Nachrichten Don den Ralmöcken.

5 Toraoti. Jedoch ich will mich zur physikalisch.moralischen Beschrsi. ^«Fürsten. bung der Kalmücken und übrigen mongolischen .Völkerschaftenwen> Wucht du «nd dabey dasjenige , was hierüber schon im Ersten «volgischen meiner Reisenacwichren gesagt worden ist, in so fern «6 Lch Kalmücken. Verbesserung bedarf, mit hinsiechten.

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Von den Kalmücken insbesondre.

^ schwer es ist, unter den so vielfältig vermischten und ver. Beschreib

basierten Europäischen Nationen eimgermassen güllige Un.bu„g der ^.^^ terscheidungskennzeichen nach den Gesichtszügen sestzufetzen,Kalmücken. so leicht lassen sich hingegen die asiatischen Hauptnationen, welche sich durch Ehen selten vermischen, dem ersten An. sehn nach unterscheiden. Aber keines unter allen Völkern Asiens zeich, net sich so sehr aus, als das mongolische, ja es macht ( die Farb« bey Seit.e gesezt) von der gewöhnlichem, menschlichen Gesichtsbildung fast eine eben so starke Ausnahme, als die Negers in Afrika. Be. kanntermajsen ist diese sonderbare Bildung selbst an den Hirnschädeln der Kalmücken gar sehr merklich. Es haben aber die eigentlichen Mongolen und die Durären sowohl in diesen Merkmalen und der gan. zen teibesbeschaffenheit, als in Sitten und Oekonomie, mit jenen so. Lr,ter Theil. N viel

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Veschrei- viel gleichförmiges, daß wenig von der einen Nation zu sagen iff^ bung der was man nicht auck auf die andre anwenden könnte. Ich will also^ Kalinücken. um alle unnöthige Wiederholungen zu vermeiden, eine genaue Be.

schreibung der Kalmücken zum' Grunde legen und' mit demjenigen ^ was die Mongolen und Buräten. unterscheidendes haben,, beschlossen^

Die Kalmücken sind, überhaupt genommen, von mittelmMg«^ Grösse und es giebt wenig ansehnlich hohe teute unter ihnen. Be, stnders ist das Weibsvolk fast durchgangig klein und ziemlich zarr von Bildung. Alle sind Wohlgestalt und ich erinnere mich nicht ei, nen einigen von Kindheit auf gebrechlichen unter ihn«i gesehn zu ha,. den. Die. Erziehung, ihrer Kind«,- welche ganz, allein der Natur überlassen ist,, kann auch keine andre, al5 gesunde und vollkdmne Kör« per bilden. Der. einige, ziemlich gemeine Fehler der Gestalt unter ihnen ist, daß sie gekrümce Schenkel und Beine haben^ weil die Kin^ der schon in der Wiege auf einer Art von, töffel stets wie reitend si,^ tzen, auch» sobald sie nur gehn gelernt haven, beym verhaufen schon' zu Pserde zu reisen sich gewöhnen müssen^ — Oft sind die Kalmü? cken ziemlich stark von Hals^ aber durchgängig/. schlanft und. ßagev von' Gliedern. Unter denn gemeinen Volk sindet man fast kttne sette jeu, te, und auch'vomehme und reiche, die doch ein träges leben in allem? Neberfluß führen>, sind nie über die Massen corpulept; da es hingen gen unter den Kirgisen und andtm tatarischen Nomaden,, die sich) doch in der jebensart gar nicht unterscheiden, viele recht unbehülflich dicke Cörper giel«.. — Die teibes - und Gesichtsfarbe der KalMückew M von Naeur noch.ziemlich weiß; mmigstens sind alle jungr Mnd«r von dieser Farbe: Allein der Gebrauch des gemeinen Volks die Kin.der männlichen Geschlechts ganz nackend) sowohl in der heissen Son. ne, als im Rauch ihrer Kilzhütten herum lausen zu lassen, und daP auch erwachfnes Mannsvolk im. Sommer, die Unterkleider ausgenomi. men, ganz bloß zu schlasen pflegt, verursacht, daß ihn gewöhnlich? ieibeSfarbe gelbbraun isti Das. Wnbsvolk hingegen iss am jeibe osr sehr weiß, ja unter den: Vornehmen giebt es auch> zarte, weisse Gs sichter, welche, von der Schwärze des Haars noch. mehr erhöht wer.den, und sowohl. hi<rinn>, als « den Zügen,, chinesischen Gemähkde»i ganz ähnlich sind.

Die allgemeine GeMrsdildtmg. der KolKtöckön ist, auchk dey AuswätkiAen , ziemlich Kkam«. A«. dm Besch?eibongen>.

«ichie welche einige Reisende davon gegeben haben, sollte man glauben, Beschreib .daß alle Kalmückische Gesichter höchst ungestalt und fürchterlich wä. bung der ren. Einige wenige sind es ^uch in der Thal. Allein überhaupt ge. Kalmus««.' nomnun hat die Gesichtsbildung aller Mongolischen Völker etwas ofnes, Mglofts, freymüehiges und geselliges; za es Hiebt ftwohl unter dem Manns. als Weibsvolk viele runde, angenehme Physionomien «nd «nt« leztern Schönheiten, von so reizenden Zügen, daß sie selbst in einer Europäischen Stadt Anbeter finden würden. DnsCharacreristische der Kalmückischen «ttd oiller mongolischen Gt^lchter sind die gegen die Nase zu etwas schief abwärs lausend« und Aach ausgefüllte Augenwinkel, schmale, schwarze, wenig gebogne Augenbraunen, ein« besondre Bildung und Breite der (überhaupt kleinen und statten) Nase (*) gegen die Stirn zu, nebst dm erhaben stehenden Baken. Lnschen^ bey einem runden Gesicht und Kopf. Allgemein jmd fsrner sthwarzbraune Augensterne, breitt und fleischigte iippen, «in kurzes Kinn und sehr weisse, biß ins Alter ftste und gesunde Zahne; auch überhaupt die grossen, weit vom Kopf abstehenden Ohren. Dieft Kennzeichen find bey allen mehr «der weniger werklich und oft jn einer vollkomnen Harmonie. Es ist aber merkwürdig, daß durch die Vermischung der Russen oder Tataren mit kalmückischem unH mongolischem Geblüt, welche, hauptsächlich in ^enen südlich vom Baikal gelegne» Gegenden v«l Sibirien, selbst durch die Ehe ge., schieht, gemeiniglich Kinder mit angenehmen und oft sehr schönen Gesichtern gebohren werden, diese Vermischung mag von vaterlich« oder mütterlicher Seite geschehen ftyn. Dahingegen sind Kind« vs» «rsprknglich Kalmückischer od« mongolischer Geburt im zarten Alter, «u> Gft bis ins zehnte Jahr von Gesicht höchst unförmlich und «ufgednnsen^ von einem gleichsam «aoochymischen Ansehn, bis He Durch das Auswachsen wohlgebildeter werden. Jch «de hier nach «uropaischen Begriffen von der Schönheit; denn es ist merkwürdig, daß die Kalmücken fast durchgangig dasjenige Geficht für dnS schönste Halten, welches die ihrer Nation eigne Ausbildung, die wir Unge. sstsllcheie zu «nnen geneigt Lind, im höchsten Grade besitze.

Ns . I»

Chammnr Heist bey dm Kalmücke« Nase, Chamarmi eine kleine,'
«led-rgequLtschte Nase, welches dem französischen gleichgÄnge» Aus«
druck. ttu»«.tk fthr ähnlich latttet.

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