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»orsiy. Ganz wohl, wir wollen ihn in Vorschlag bringen. Wir müßen doch hören, was die andern dazu sagen.

Arist. Ich möchte ihn gern mit bey der Mahlzeit haben.

Rorfty. Führen sie ihn nur her; die Sa? che soll gleich entschieden seyn.

Zlrist. Ich will ihn also holen. Ich hoffe gewiß, daß sie mit ihm zufrieden seyn werden.

Rorfty. Amicitia! mir ist an nichts mehr gelegen, als in unserer Gesellschaft ehrbare, gurherzige und liebreiche Leute zu sehen, die bey Gelegenheit einem Frmnde beystehen können. Es braucht auf dieser Welt einer den andern, es giebt ihrer aber sehr wenige, die einander aus gutem Herzen dienen ; ja man erhält sie so selten, als einen Terno in der Lotterie. (gehr ab.)

Fünfzehnter Auftritt. Frau Brunsberg mit einem Schleyer.

H>un ist es Zeit. Ich will doch sehen, ob mir der Streich gelingt. Das ist die Thüre und hier habe ich die Schlüssel. Wenn ich hinein kommen, mich verstecken und zusehen kann, ohne bemerkt zu werden, so will ich hinter alles kommen. Und wenn ich auch entdeckt würde, was können sie mir thun? Wo mein Mann hingeht, da kann ich wohl such hingehen; die Leute werden mich drum ioben. Ich komme auch aus keiner ander» Absicht her, als aus dieser. Ich bin meinem Manne gut, und deßwegen will ich wissen , wo er hingeht, und was er macht. Sa, das will ich wissen; ich habe ihm schon so vielmal gesagt: ich müße es wissen. Nun wollte ich auch gern, daß ich einmal sagen könnte: ich weis es! Ich höre Niemand; itzt will ichs versuchen. (sie steckt den Schlüs. sel ins Schlüsselloch.)

Sechzehnter Auftritt.

Martin aus dem Hause, und die
Vorige.

Mart. RZer ist da? (er macht vie VS>Krs «nf und Grunvbergin geht erschrocken

zurück.)

Sr.Grünsb. Ach ich arme Frau, ich habe die Schlüssel verloren! (sie geht «b, und laßt

die Schlüssel zurück.)

m«t. Eine Weibsperson? Mit den Schlüsseln? Das muß ich meinem Herrn sagen. (er macht die Thüre zu, nimmt d« Schlüssel und geht ab.)

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Siebzehnter Auftritt.

, Lisett^ m Mcmnskleidem, Frau ^. E! lhausen mit einem Schleyer.

Sr. Gllh. c^mmer zu sagen: es darf keln : Frauenzimmer hinein! Sahest du es wohl? Die itzt heraus kam, das war

ein Frauenzimmern (nachdem sie vie Grüns, dergin gesehen h«r.)

Es. werden ganz, gewiß liederliche Streiche darinne vorgehen!

Lr. «llh. Geschwind, laß uns auch Hinein5 gehen, itnd zusehen, ob noch mehr Frauen« zimmer dabey ist.

Lis. Lassen sie uns gehen; da ist der Schlüßel. Aber stille — — Ich höre Leute. , Lr. Ellh. Ich wollte nicht, daß wir ertappet würden, ehe wir hinein kämen. Wenn wir einmal öarinne sind, so liegt nichts weiter mehr daran. Wenn wir alles mit angesehen haben, darnach mögen sie uns immer Fennen. Wenn sie uns aber hier antreffen ->

F-is. Gehen sie fort! ; .Lr.Lllh. Und du kömmst nicht mit?

Lis. Ich bin ja in Mannskleidern. E5 ist Abend, sie werden mich nicht kennen.

Sr.Mh. Hintergehe mich ja nicht!

Lis. Verlassen sie sich auf mich.

Sr.«llh. In dem Gaßgen will ich auf dich warte», (gebt ab.)

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^ss. ( Herz habe'jch genug; ich zittte aber Korfitz/ und die Hörigen.

Borf.^m Frauenjinmier mit dem Schlüßel, ^ das herein kommen wollte? Was ist das! Wer muß denn det Nichtswürdige seyn, deö unsere gute Gesellschaft durchs Frauenzimmer zerstohven ?vill? Aoch da sehe ich Jemand; fojlte es vielleicht einer von unserer Gesellschaft seyn? (er bemerkt ^isett^n.)

F>is. (Ich glaube, das ist der , den sie Kor, ßtz nennen.) , /

Rorf. Amicitia: ( stark zu Lisette.)

/i-is. ( Was sagt er?) (für sich, yhne ihm

zu antworten. ) !^'

Rorf. (Er hört entweder nicht, oder er ist nicht von der Gesellschaft ) Amjcitia! (er

nähert sich ^isttren, uns ««verholt denselben Ausdruck ) .. . .< ,

^is. Ja, mein Herr: (indem sie vieStimme verändert.)

Äorf, (Er ist nicht von unserer Gesellschaft. Was macht er aber hier?) , '5,?^?

K>is (Ich möchte nicht geru entdeckt werden.) ^ :' ,, , k s

Aorf. Was machen sie hier , mein Herr? Warten sie vielleicht aufZemand? . ^: ^'s. Ich wartlsuk «nen guZen Sreund.

Äsrf.

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