3. Dr. B. Fischer, Professor, Direktor des städtischen chemischen Untersuchungsamtes, zu Breslau;

4. Dr. A. Forster, Inhaber der chemischen Untersuchungsstelle, zu Plauen i. V.;

5. Dr. E. Hintz, Professor, zu Wiesbaden, als Vertreter des Vereins deutscher Chemiker;

6. Dr. J. Mayrhofer, Professor, zu Mainz;

7. Dr. G. Popp, zu Frankfurt a. M., als Vertreter des Verbandes selbständiger öffentlicher Chemiker Deutschlands.

An Stelle des Hofraths Dr. Caro trat später Medicinalrath Dr. E. A. Merck, zu Darmstadt, dem Ausschusse bei.

Nachdem die erforderlichen Grundlagen insonderheit durch die Herren Dr. Forster, Dr. Hintz und Dr. Popp gewonnen waren, wurde ein Entwurf von Gebührensätzen ausgearbeitet, welcher dem Ausschuss wiederholt zur Durchberathung unterbreitet wurde und an dessen Prüfung auch eine grössere Anzahl von Untersuchungsanstalten in dankenswerther Weise theilnahm1).

Auf diese Weise wurden die nöthigen Vorprüfungen für die Beantwortung der folgenden beiden Grundfragen gewonnen, nämlich:

1. welche Kosten zur Unterhaltung einer allein auf die Einnahmen aus den Untersuchungen angewiesenen chemischen Untersuchungsanstalt aufgebracht werden müssen, und

2. wieviel Zeit zur doppelten Ausführung der einzelnen Bestimmungen bei der Untersuchung von Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen erforderlich ist.

Der auf diesen Grundlagen ausgearbeitete Entwurf wurde sodann von den Mitgliedern der seit einer Reihe von Jahren zu freiwilliger Arbeit vereinigten Kommission von Nahrungsmittelchemikern, welche am 4. und 5. Januar 1901 zur Berathung über einheitliche Untersuchung und Beurtheilung von Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen im Kaiserlichen Gesundheitsamte zu Berlin zusammengetreten waren, nach Erledigung ihrer wissenschaftlichen Aufgaben berathen und schliesslich in der nachstehenden Form mit den folgenden Sätzen einstimmig angenommen:

1. Die Gebührensätze sind nach Maassgabe der Untersuchungsverfahren festgestellt, welche in den amtlichen Anweisungen zur Untersuchung von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Gebrauchsgegenständen oder in den „Vereinbarungen zur einheitlichen Untersuchung und Beurtheilung von Nahrungsmitteln" pp. Aufnahme gefunden haben. Die Gebühren sind als Mindestsätze zu betrachten und ist dabei voraus

1) Auch ein Ausschuss deutscher Agrikulturchemiker ist zu ähnlichen Sätzen für gleiche Bestimmungen gelangt, obgleich das zu Grunde gelegte Berechnungsverfahren ein anderes war.

gesetzt, dass, wie bereits erwähnt, die Bestimmungen in der Regel doppelt ausgeführt werden.

Die Unterschiede in den für eine gleichartige Bestimmung bei verschiedenen Gegenständen angesetzten Preisen erklären sich durch die ungleiche Schwierigkeit der Ausführung in jenen Fällen.

2. In den nachstehenden Gebührensätzen sind nicht enthalten die Entschädigungen, welche den Sachverständigen für eine örtliche Besichtigung oder Arbeiten an Ort und Stelle zustehen. Als Betrag hierfür wird im Allgemeinen eine Entschädigung von 5 M. für die Stunde für angemessen erachtet. Die durch die Reise erwachsenen baaren Auslagen sind darin nicht eingeschlossen.

3. Eine Ermässigung der Gebühren von 10% kann eintreten:

a) Wenn 10 oder mehr Proben ähnlicher Art gleichzeitig zur Untersuchung eingesandt werden, oder die Jahressumme aus Analysen ähnlicher Art für denselben Auftraggeber 200 M. erreicht;

b) Bei Verträgen mit Behörden, landwirthschaftlichen und anderen Vereinen, Fabriken u. s. w., in denen eine jährliche Vergütung von mindestens 200 M. vereinbart worden ist. Jedoch soll hierbei ausserdem diejenige Summe festgestellt werden, die sich auf Grund der nachstehenden Gebühren für die analytische Thätigkeit des betreffenden Jahres ergiebt. Uebersteigt der errechnete Betrag die Pauschsumme, so soll dieser übersteigende Betrag in allen Fällen neben der Pauschsumme gezahlt werden, wobei obengenannter Rabatt von 10% in Anrechnung gebracht werden kann;

c) Die öffentlichen oder staatlichen Untersuchungsämter sind für die amtliche Thätigkeit in dem ihnen überwiesenen Kontrollbezirke an die nachstehenden Tarifsätze nicht gebunden.

Sobald sie aber mit Zustimmung ihrer vorgesetzten Behörden Untersuchungen ausführen, die nicht zu ihrer amtlichen Kontrollthätigkeit gehören, sollen die nachstehenden Gebührensätze in Anwendung kommen.

4. Für manche Gegenstände sind abgekürzte, sogenannte Handelsoder Gebrauchsanalysen aufgenommen, die für gewöhnlich zur Beurtheilung ausreichen. Für derartige Untersuchungen wird ein Preisnachlass nicht bewilligt.

Inhalt.

Seite

A. Allgemeine Untersuchungsmethoden 145

B. Nachweis und Bestimmung der Konservirungsmittel 147

C. a) Fleisch und Fleischwaaren 147

b) Wurstwaaren 148

c) Fleischextrakt und Fleischpepton 149

D. Eier 149

E. Kaviar 149

F. a) Milch und Molkereierzeugnisse 150

b) Käse 151

G. Speisefette und Oele 152

a) Butter 152

b) Margarine 153

c) Schweineschmalz 153

d) Die übrigen Speisefette und Oele 154

H. Mehl und Brot 154

I. Gewürze 155

K. Essig 156

L. a) Zucker 15(5

b) Zuckerwaaren 157

M. Fruchtsäfte und Gelées, einschliesslich des Obstkrautes, der Marme-
laden, Pasten und Limonaden 158

N. Gemüse und Fruchtdauerwaaren 158

O. Honig 159

P. Branntwein und Liköre 159

Q. Künstliche Süssstoffe 160

R. Wasser 160

S. Wein 162

T. Bier 164

U. Kaffee 165

V. a) Thee 167

b) Mate 167

W. Kakao und Chokolade 167

X. Tabak 168

Y. Luft 168

Z. Gebrauchsgegenstände 169

Art der Bestimmung

Gebührensätze

Dach den
Vorschlägen der
Kommission

M.

Bemerkungen

A. Allgemeine Untersuchung'smetlioden.
I. Bestimmung des Wassers. Heft I, S. 1.

1. Bestimmung des Wassers in festen Stoffen:

a) bei festen lufttrockenen Stoffen . . .

b) bei sehr wasserreichen festen Stoffen

2. Bestimmung des Wassers in sirupartigen
Massen und Flüssigkeiten

II. Bestimmung des Stickstoffs und seiner Ver-
bindungen. Heft I, S. 2.

1. Bestimmung des Gesammtstickstoffes. Me-
thode von J. Kjeldahl

2. Trennung der Stickstoffverbindungen:

a) Bestimmung des Eiweissstickstoffes nach
A. Stutzer

b) Bestimmung des Ammoniaks ....

c) Bestimmung der Salpetersäure

«) Methode von Sehlö sing-Wagner mit
der Abänderung von Schulze-Tie-
mann

ß) Methode von K. Ulsch

y) Methode von König-Böttcher . . Ш. Bestimmung des Fettes. Heft I, S. 4.

1. Bestimmung des Gesammtfettes (Aether-
auszuges)

2. Bestimmung der freien Fettsäuren . . . IV. Bestimmung der stickstofffreien Extraktstoffe bezw. der Kohlenhydrate. Heft I, S. 5.

A. Bestimmung der Gesammtmenge der
wasserlöslichen Kohlenhydrate . .

B. Anwendung der Fehling'schen Lö-
sung zur quantitativen Bestimmung
der Zuckerarten.

1. «) Bestimmung des Zuckers direkt nach

Fr. Soxhlet

ß) Bestimmung des Zuckers direkt nach
F. Allihn

2. Bestimmung des Rohrzuckers, invertirt
mittels Salzsäure nach F. Allihn . . .

3. Bestimmung der Dextrine nach der In-
version:

«) Methode von Fr. Soxhlet ....

ß) Methode von F. Allihn

Vereinbarungen III.

3,00
4,00

3,00-4,00

6,00

10,00
4,00

8,00
5,00
5,00

5,00
3,00

10,00

8,00 5,00 6,00

18,00
12,00
10

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