Über inhalt und vortrag, entstehung und schicksale des Königlichen buchs

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In commission der Nicolaischen buchhandlung, 1811 - Political science - 214 pages
 

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Page 187 - S. 183 f. 3) Königliches Buch S. 185. Man beschließt nun, „nach jener Gegend" zu gehen. Es folgt eine weitere Beschreibung des Berges:1) „[Der Kaiser] Humajun Fal . . . sah einen hohen Berg, dessen erhabener Gipfel über die Höhen des Himmels hinweg ging . . . Sein erhabener Gipfel . . . Er drang in die Augen des Mondes und der Sonne. Es war so zu sagen ein Greis voll Würde und ein Einsiedler von Gottesfurcht,2) dessen Fuß des Bestandes . . . sich in den Schooß der Festigkeit hineinzog...
Page 5 - ... Vorzüge der Einsamkeit sei es falsch, sich von der Gesellschaft zurückzuziehen. Es sei gegen den Willen Gottes, der die Menschen einander unentbehrlich gemacht habe. Der Kaiser ist bereit, das anzuerkennen, hat jedoch ein schweres Bedenken: „Es steigt aber in meinem Gemüthe der Gedanke auf, daß, da Menschen des Verkehrs und der Vereinigung bedürftig sind, die Verschiedenheit der Naturen unausbleiblich in Streitigkeiten ausarten und die Abweichung in Grundsätzen Spaltungen nach sich ziehen...
Page 180 - Vorstellungen wiedergebenden worten: 'als der falke des nestes des Firmaments die nachtvögel der flatternden sterne von der wiese des himmels zerstreut hatte, und vor dem anblick der klauen des löwen des tags das reh der bisamduftenden nacht vom felde des daseins in die wüste des nichtseins entflohen war', die nacht, ein schüchternes reh, entweicht vor dem starken, mächtigen thiere des tags; gewis ein schönes, lebendiges bild.
Page 37 - Man stößt auch auf Beschreibungen, welche in ihren Dichtungen und Hyperbeln für uns oft ungemein befremdlich sind. Allein wie sie uns auf der einen Seite ein Feld der Einbildung eröffnen, dessen Bahnen und Grenzen wir bis jetzt noch nicht genug gekannt haben : so gewähren sie uns auch auf der ändern Seite den Vortheil, daß sie uns mit Geist, Denkungsart und Sitten der Morgenländer vertraut machen. . . Es scheint aber leider l den Europäern eigen zu seyn, sich nicht leicht in Dinge finden...
Page 145 - Hambourg, en 1 750 , et intitulée : les Fables politiques et morales de Pilpa'i, philosophe Indien , ou la conduite des grands et des petits, revues, corrigées et augmentées par Charles Mouton , secrétaire et maître de langue de la cour de S
Page 143 - The instructive and entertaining fables of Pilpay, an ancient Indian philosopher. Containing a number of excellent rules for the conduct of persons of all ages, and in all stations: under several heads.
Page 59 - Alle Menschen vom Obersten bis zum Niedrigsten haben dies mit einander gemein, daß sie Feinde dessen werden, welcher ihnen ins Herz greiften und ins Angesicht die unedeln Triebfedern ihrer Handlungen, ihre Nebenabsichten, ihre geheimen Gedanken und Vorbehalte, ihre Ausflüchte und Vorwände vorhalten will. . . Jeder sucht sich auch selbst so gern über die heimlichen Bewegungen seines Herzens zu täuschen und sie ungesehn vorübergehen zu lassen, daß er am wenigsten von ändern darauf zurückgeführt...
Page 40 - J) ausgestreuet sind, würden allein hinreichen, es zum OriginalWerke zu machen, wenn es auch sonst keine Verdienste hätte." Hält man diese Sätze zusammen mit dem, was Diez' Übersetzungsprobe darbietet, so hat man einen Schlüssel für das Verständnis des Gleichnis-Kapitels in den Noten und Abhandlungen in der Hand, vor allem für dessen Anfang. Goethe leitet das Kapitel deshalb mit Beispielen aus dem Königlichen Buch...
Page 6 - ... Streitigkeiten ausarten und die Abweichung in Grundsätzen Spaltungen nach sich ziehen müssen; denn einige werden andere durch Gewalt und Stärke unterdrücken und durch Macht die Oberhand erhalten. [Vgl. bei Goethe: das „Niederträchtige ... ist das Mächtige".] Sieger werden also stäts Besiegte am Stricke des Gehorsams zu ziehen suchen und die meisten Einkünfte anderer in Wege der Willkühr zu leiten trachten [Vgl. bei Goethe: „Hochgewinn".], Ueberlegenheit wird Streit und Widerstand...
Page 62 - ... bestärkt, daß man im Orient ursprünglich bey Erzählungen keine andere Absicht gehabt, als die Verstellung mit der Wahrhaftigkeit auszugleichen, ist, daß man im Occident nicht minder die Nothwendigkeit gefühlt, die Zunge für den Umgang zu versüßen, ob man gleich ein anderes Mittel ergriffen. . . Man hat nemlich die falsche Sprache der sogenannten guten Lebensart und Politesse eingeführt, welche erfordert, Jedermann etwas Angenehmes und Schmeichelhaftes zu sagen; Niemandem geradehin zu...

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