47-74-05: Die Gruppe 47 und ihre Wiederbelebungsversuche

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GRIN Verlag, Mar 18, 2008 - Literary Criticism - 21 pages
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Essay aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, University of London (Queen Mary College), 17 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein steiler, legendenhafter Aufstieg, ein abrupter und dennoch langanhaltender Fall und zwei Wiederbelebungsversuche, von denen literarhistorisch keiner mit dem Original verglichen werden kann: So oder ähnlich kann man die Laufbahn einer Gruppe zusammenfassen, die sich nie als eine solche ansah, die aber trotzdem über mindestens zwei Jahrzehnte hinweg das literarische und bisweilen auch politische Gedeihen und Verderben der Bundesrepublik beeinflusste. Die Gruppe 47 ist zum unvergleichlichen Mythos der Nachkriegsliteratur geworden; sie ist eine Erscheinung der Zeit, die – das kann man wohl mit Fug und Recht vorwegnehmen – es wohl in dieser Form nie wieder geben wird. Nach Hermann Kinder hat die Gruppe 47 „Bedingungen der Homogenität gehabt, die historisch nicht wiederholbar sind“ (Arnold 2004: 10). Interessant ist die Entwicklung der Gruppe, die relativ schnell von einer informellen Literaturwerkstatt zu einer internationalen Institution mit dem Schwerpunkt Buchvermarktung avanciert ist. Die Veränderungen, die dazu führten, sowie die für die Gruppe typischen Merkmale auf allen Stufen der Entwicklung werden im Kapitel II eingehend untersucht. Dem sich hinziehenden Zerfall der Gruppe sowie den Ursachen für das Ende ist das Kapitel III gewidmet. Da jener sowohl im Jahr 1974 in Berlin, als auch im Jahr 2005 in Lübeck jeweils eine Gruppe nach dem Vorbild der 47-er ins Leben gerufen hat, wird im Kapitel IV die besondere Beziehung von Günter Grass zu der Gruppe 47 erläutert. Schließlich wird im Kapitel V auf die beiden Wiederbelebungsversuche selbst eingegangen. Kurz nach dem Schrecken des Jahrhunderts, dem 2. Weltkrieg, schließen sich einige junge Kriegsgefangene in Amerika zusammen, um eine Zeitschrift für ihresgleichen zu gründen. Unter anderen Alfred Andersch, Walter Kolbenhoff und Hans Werner Richter geben den „Ruf“ als Lagerschrift für Kriegsgefangene heraus. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat gründen sie die Zeitschrift neu – diesmal unter dem Titel „Der Ruf – Unabhängige Blätter der Jungen Generation“ und mit weit politischerem Inhalt. Eines der Merkmale dieser Zeitschrift war es, Deutschland oder ‚die Deutschen’ gegen den Vorwurf der Kollektivschuld zu verteidigen: „they built up defensive arguments which solidified down to the idea that Germans were guilty only in degree“ (Mandel 1973: 8). Das kurz daraufhin verhängte Verbot über die Zeitschrift durch die amerikanischen Besatzungskräfte markiert den Anfang der legendären Gruppe 47.
 

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