Ad Reinhardt und Konrad Fiedler: Der künstlerische Akt, der nur sich selbst meint

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie, Note: sehr gut, Universitat des Saarlandes (Kunstgeschichte), Veranstaltung: Die Aktualitat der Kunsttheorie Konrad Fiedlers, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Ad Reinharts in den 1950er Jahren entstandenen Essays uber Kunst finden sich erstaunlich zahlreiche und deutliche Ubereinstimmungen zu dem uberragenden Kunsttheoretiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Konrad Fiedler. Beide nehmen Bezug auf das Dilemma der Kunst bezuglich der Offentlichkeit: Einerseits kann sie ohne Offentlichkeit nicht umfassend zur Wirkung gelangen, andererseits hat Offentlichkeit eine verzerrende Wirkung auf die Kunst, durch die deren eigentlicher Sinngehalt verloren gehen kann. Beide betonen, dass Kunst nur an ihren eigenen Massstaben zu messen ist und autonom aus ihrer eigenen Gesetzmassigkeit hervorgeht, ohne einen ausserkunstlerischen Inhalt oder eine ausserkunstlerische Rechtfertigung notig zu haben und dass Kunst in ihrem Schaffensprozess den hochsten Grad an Vitalitat hat, danach nur konserviert werden kann. Nach einem Uberblick uber Ad Reinhardts kunstlerische Entwicklung wird in diesem Buch genauer untersucht, wo sich in dessen Werk und auch in seinen Schriften und Gesprachen uber Kunst Einflusse Konrad Fiedlers finden. Der ausserst spannende Konflikt zwischen Kunst und Kommerz wird von beiden in eindringlicher Weise aufgearbeitet und stellt eine heute immer noch mehr als aktuelle Mahnung dar, die jedem, der sich mit Kunst beschaftigt, unter die Haut gehen
 

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Page 15 - Kunst wird, ohne daß sie doch aufhörte, Natur zu sein, ist die Entwickelung, die sich für ihre Sichtbarkeit in der Tätigkeit des Künstlers vollzieht. Kunst ist nicht Natur; denn sie bedeutet eine Erhebung, eine Befreiung aus den Zuständen, an die gemeiniglich das Bewußtsein einer sichtbaren Welt gebunden ist; und doch ist sie Natur: denn sie ist nichts anderes als der Vorgang, in den die sichtbare Erscheinung der Natur gebannt und zu immer klarerer und unverhüllterer Offenbarung ihrer selbst...
Page 13 - Kunst ist Kunst als Kunst, und alles andere ist alles andere. Kunst als Kunst ist nichts als Kunst. Kunst ist nicht, was nicht Kunst ist.
Page 13 - Kunst ist ein müssiger; er wird geführt um eine äusserlich der Kunst wohl ähnliche , innerlich aber unkünstlerische Produktion. Die Kunst, wenn sie diesen Namen verdienen soll, kann nicht entweder realistisch oder idealistisch, sondern sie kann immer und überall nur eins und dasselbe sein , welchen Namen man ihr auch beilege. Die sogenannten Realisten sind nicht deshalb zu tadeln, weil sie in ihren Werken das Hauptgewicht auf die sinnliche Erscheinung legen, sondern deshalb, weil sie gemeiniglich...
Page 15 - VI, dass die künstlerische Form nicht auf einer Entfernung von der Natur beruhen darf, sondern sich möglichst an sie annähern sollte.6 Es gibt aber dennoch einen gemeinsamen Aspekt zwischen R' s schwarzen Bildern und Fiedler.

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